Writing Friday: Dezember 1: Rentier als Vertetung

Heute gibts mal wieder einen Writing Friday und ich bin mal wieder dabei.

  • Der Weihnachtsmann hat doch tatsächlich Corona! Jetzt muss Rudolf das Rentier die Geschenke ausliefern. Berichte von dieser Nacht – wie macht sich Rudolf?

Also echt, wo gibts denn sowas? Der Weihnachtsmann ist verhindert die Geschenke auszutragen. Jetzt muss ich mich um die Geschenke kümmern. Wie konnte er sich auch mit Corona anstecken? Er war doch die ganze Zeit hier. Oder hat er sich wieder heimlich verdrückt? Und wieso kann eigentlich nicht stattdessen das Christkind die Geschenke austeilen? Die kann das doch auch. Ich bin eigentlich nur der Fahrer.
Deswegen war ich auch dementsprechend nervös als ich jetzt abfahrbereit vor dem Schlitten stand. Immerhin war das Christkind gerade bei mir und gab mir noch ein paar Tipps. Ich hörte gut zu und versuchte mir alles zu merken. Dann ging es los. Ich fuhr mit dem Schlitten voller Geschenke hinter mir und meinen zwei Begleitern an und schon bald hob der Schlitten ab. Er war mit feinem Sternenglanz umzogen, damit uns keiner sehen konnte. Und dann nahm der Schlitten an Fahrt auf und stieg in den Himmel. Wir wurden immer schneller bis wir in den Sternen verschwanden. Ich liebte dieses Schlittenfliegen. Da fühlte ich mich frei und Teil eines großen ganzen.
Doch viel zu schnell mussten wir wieder landen. Wir kamen in ein verschneites, winterliches Dorf. Hier war ich schon gewesen. Hier kannte ich die Häuser mit den Kindern. Das eigentliche Problem war in die Häuser zu kommen. Der Weihnachtsmann hatte spezielle Weihnachtsmann Magie dafür. So wurde er kleiner und kam in den Kamin. Doch ich konnte das nicht. Warum auch immer. Ich musste einfach warten bis alle schliefen und hoffen, dass eine Garage oder so offen war. Ich wurde also vom Schlitten abgespannt und dann gings los.
Vorsichtig ging ich an das Haus ran. Waren alle Lichter aus? Schliefen alle? Nervös trabte ich um das Haus rum und sah mich um. Ich versuchte einen Eingang zu finden, aber es gab keinen. Wie in aller Welt sollte ich da reinkommen? Sollte ich schon beim ersten Haus versagen?
Dann hörte ich plötzlich die Stimme des Weihnachtsmannes in meinem Kopf.
„Benutze den Beutel. Aber nur wenig, sonst bleibt nicht genug.“
Welcher Beutel? Wo war denn bitte schön ein Beutel? Ich lief noch mal in Windelseile zum Schlitten zurück. Ich war schon viel zu lange hier. Ich wühlte und fand dann tatsächlich einen Beutel. Damit ging ich wieder zum Haus und schleppte auch gleich den Beutel mit den Geschenken hinter mir her. Er war so schwer und ich kam kaum voran. Ich war froh als ich es endlich zum Haus geschleppt hatte. Dann streute ich das Pulver vom Weihnachtsmann zur Tür. Endlich bekam ich sie auf und konnte rein. Doch das war auch nicht so leicht. Ich war nicht so gelenkig wie der Weihnachtsmann.
Irgendwann schaffte ich es aber doch. Es dauerte viel zu lange, aber schließlich lagen die Geschenke darunter. So schlängelte ich mich von Haus zu Haus.
Es wurde eine lange Nacht für mich. Als ich beim letzten Haus ankam war ich total erschöpft und müde. Es war aber alles dunkel. Kein Wunder. Es war ja auch schon spät. Hoffentlich ging das hier jetzt auch noch gut. Ich schlich mich an das Haus ran. Mein Pulver um reinzukommen war fast aufgebraucht. Ich streute den Rest auf die Tür. Ich bekam sie schwerer auf, aber es ging. Als ich endlich im Wohnzimmer war legte ich die Geschenke unter dem Baum. Als ich gerade zurück wollte stolperte ich und es rumste. Ich erstarrte und blieb ganz still stehen. Doch ich hatte die Bewohner trotzdem geweckt. Ich versuchte schnell zu entkommen, aber ich steckte irgendwie fest. Und dann sah ich das Kind. Entsetzt starrte ich es an. Es wirkte eher erschrocken. Schnell trat ich den Rückzug an und verließ in aller Eile das Haus. Ich stürzte auf den Schlitten zu und kaum war ich vorgespannt hob ich in der Luft ab. Ich konnte es kaum erwarten zurück im Weihnachtsdorf zu sein. Als ich landete war ich überglücklich. Ich war nicht der Weihnachtsmann, aber ich hatte es geschafft. Auch der Weihnachtsmann war zufrieden über meinen Bericht. Das Kind ließ ich natürlich weg. Nach meinen Geschenke verteilen konnten auch wir endlich Weihnachten genießen. Ich bekam zur Belohnung viel zu fressen und Musik. Das war doch toll. Ein erfolgreiches Weihnachtsfest trotz Corona.

Ende

Die Sache mit dem Rentier Teil 5

Und schon kommt der nächste Teil meiner Weihnachtsgeschichte.

Die Sache mit dem Rentier Teil 5

Ich verstand mich also jetzt besser mit dem Weihnachtsmann. Das war gut. Das machte es um einiges leichter. Allerdings sah Chrissi mich jetzt immer verlegen an. Auch wenn wir uns nett unterhielten. Ich mochte sie irgendwie. Sie wirkte so unschuldig. Aber so sollte das Christkind wohl auch wirken, oder?
Schließlich trat Las auch in den Raum und setzte sich zu uns. Jetzt konnten wir endlich anfangen zu essen. Ich hatte wirklich Hunger und es war wie immer lecker. Wir langten ordentlich zu. Allerdings schwiegen wir eher. Aber das war angenehm. So konnte ich wenigstens ein wenig nachdenken. Ich hatte hier schon viel erlebt. Aber das schrägste war das heute morgen mit Chrissi. Ich warf ihr einen kurzen Blick zu. Doch sie sah mich nicht an.
Nach dem essen verkündete Las: „Ich werde jetzt mit Nico ausreiten.“
„Nimm doch Robin mit“, schlug Santa vor.
Ich sah ihn nur entgeistert an. Wer war eigentlich Nico?
„Dann komm mit“, forderte mich Las auf. Also begleitete ich ihn nach draußen. Nico war ein Rentier. Las sattelte es und wir stiegen auf. Er vorne ich hinten. Und dann ging es los. Nico hob ab und wir waren in der Luft. Der Wind flog mir um die Ohren. Aber es war toll. Fliegen war genau mein Ding. Vielleicht sollte ich das öfter machen.
„Alles okay da hinten bei dir?“, fragte Las mich.
„Klar, fliegen ist toll“, entgegnete ich begeistert.
„Das ist schön. Ich mag fliegen auch sehr gern. Santa ist da nicht so für. Ihm wird immer schlecht.“
„Aber muss er nicht viel fliegen?“, fragte ich.
„Ja, aber er drückt sich wo es nur geht.“ Las lachte leise vor sich hin. „Manchmal ist er etwas seltsam für einen Weihnachtsmann. Er gibt die wirklich weihnachtlichen Dinge gerne an andere weiter.“
„Was machen wir eigentlich. Ich meine, wo wollen wir hin?“, wechselte ich das Thema.
„Ich habe einen Auftrag erhalten. Wir müssen kurz einen Abstecher zum Sternenland machen“, erzählte er.
Aha. Das sagte mir jetzt mehr. Las schien meine Gedanken zu lesen. „Das Sternenland grenzt an unser Land und doch wieder nicht. Es ist schwer zu erklären. Du musst es am besten selbst sehen.“
Und so flogen wir weiter. Unter uns waren nichts als Sterne.  Doch dann sah ich plötzlich wieder Land. Wir waren im Landeanflug. Der war mir doch nicht ganz geheuer. Ich war froh als wir landeten. Zwar nicht ganz sanft, aber immerhin. Las und ich stiegen ab. Ich sah mich hier um. Es war eine Art Markt. Hier waren überall Verkaufsstände. Merkwüdig. Aber Las ging schon los. Also folgte ich ihm. Was  machten wir hier eigentlich? Er hatte irgendwas von einem Auftrag erzählt. Na ja. Ich konnte nichts anderes tun als ihm zu folgen.
Der Markt zog sich lang hin. Las ging auch weit. Doch plötzlich hielt er an. Er sah sich Dinge an einem Stand genauer an. Hier gab es allerlei Zeug. Kleine Fläschen, seltsame Anhänger, Fell und sogar Wein. Las sah sich ein paar Fläschen genauer an. Sie hatten eine seltsame Flüssigkeit. Schließlich behielt er davon eine in seiner Hand.
„Was ist das?“, fragte ich ihn.
„Weihnachtsglanz. Wir nehmen es an Weihnachten mit zu den Kindern“, erzählte er.
Dann wandte er sich wieder an den Verkäufer. „Haben Sie auch Weihnachtstraum?“
„Na klar“, sagte der und reichte ihm nach kurzen Suchen ein weiteres Fläschchen.
Es war andersfarbig als Weihnachtsglanz. Weihnachtsglanz schimmerte rot, Weihnachtsttraum blau. Las kaufte beides und dann gings weiter. Er kaufte noch andere Sachen ein. Alles was man im Weihnachtsdorft so brauchte. Schließlich beluden wir alles auf Nico. Schließlich stiegen wir selbst auf. Und dann gings wieder weiter mit dem Fliegen. Allein dafür hatte es sich gelohnt mitzukommen. Doch leider war es viel zu schnell wieder vorbei und wir waren wieder im Weihnachtsdorf. Nico landete diesmal sanfter. Wir kamen auf und er zum Stehen. Wow, das war eine Fahrt. Aber ich war auch froh wieder im Weihnachtsdorft zu sein. Es fühlte sich an wie nach Hause kommen.
Chrissi erwartete uns bereits und kam auf uns zugelaufen. Sie strahlte mich an. „Und, wie hat es dir gefallen?“
„Gut. Es war toll“, antwortete ich. „Aufs fliegen stehe ich ja. Hast du so einen Ausflug auch schon mal gemacht?“
„Ähm, ich darf hier nicht weg“, meinte sie.
„Was meinst du damit, dass du nicht wegdarfst?“, fragte ich verwirrt.
„Ich bin an diesen Ort gebunden“, erklärte sie. „Ich darf nur in die Häuser anderer Menschen um sie zu beschenken.“
„Das ist irgendwie traurig“, fand ich. „Dann kannst du ja gar nichts von der Welt sehen.“
„Nein, eigentlich nicht. Das ist mir gar nicht so wichtig. Ich liebe meine Aufgabe hier und ich liebe Kinder.“ Sie lächelte, aber was dachte sie wirklich? Wir sahen uns einen Moment lang in die Augen und dann war dieser Moment vorbei.
Las brachte Nico weg und Chrissi und ich gingen wieder rein.
„Glaubst du ich packe das hier alles?“, fragte ich Chrissi.
„Ich kenne dich noch nicht gut genug, um das zu beurteilen“, meinte sie. „aber bisher schlägst du dich ganz gut.“
„Danke.“ Ich lächelte ihr zu. Dann gingen wir ins Wohnzimmer. Es war Mittagsszeit. Santa war noch nicht da, aber Chrissi und ich setzen uns schon mal an den Tisch. Ich war auf jeden Fall sehr hungrig. Doch Santa und Nicholas brauchten noch etwas bis sie kamen. Dann setzten sie sich. Im Hintergrund lief leise Weihnachtsmusik. Es war eine gemütliche Stimmung.
„Hat dir der Ausflug gefallen?“, fragte Santa mich ebenfalls.
„Ja, es war toll. Fliegen finde ich toll“, antwortete ich erneut.
„Das ist schön. Vielleicht kannst du öfter solche Vorschläge machen“, überlegte Santa.
Die Idee gefiel mir. Sehr sogar. Ich nickte zustimmend.
Sonst verlief das Mittagessen weitgehend schweigend. Wir hingen alle unseren Gedanken nach. Ich brauchte diese Ruhe auch. Es war genug los. Außerdem war das Mittagessen wirklich lecker. So konnte ich es wenigstens genießen.  Außerdem war es auch schnell genug vorbei. Dann brachen wir alle wieder auf. Ich war gespannt, was meine nächste Aufgabe war.
Santa brachte mich wieder in den Klassenraum. Oh, nein. Nicht schon wieder. Das war gar nicht mein Ding. Ich hasste Theorie, doch ich kam nicht drumrum. Also setzte ich mich auf meinen Platz und Santa sich an seinen.
Und schon begann Santa mit langen Erzählungen. Über die Arbeit im Weihnachtsdorf. Er erzählte von langen Arbeitstagen, harter Arbeit in den Werkstätten und viel magisches Spielzeug. Ich hatte bisher noch nichts davon gesehen. Aber das würde sicher bald kommen. Ich wollte es so unbedingt sehen. Leider war meine Konzentration schon immer geschwächt. Deswegen bekam ich nur die Hälfte von dem mit, was er erzählte. Ich hoffte, dass das reichte.

Fortsetzung folgt …

Die Sache mit dem Rentier Teil 4

Und hier kommt nun der 4. Teil.

Die Sache mit dem Rentier Teil 4

Am nächsten Morgen wachte ich wieder erfrischt auf. Allerdings brauchte ich erst mal dringend eine Dusche und neue Sachen auch. Also stand ich auf und ging ins Bad. Als ich erholt und frisch mit einem Duschtuch um die Hüften wieder rauskam ging es mir gleich besser. Meine Haare waren noch feucht als es plötzlich an der Tür klopfte.
„Ähm, einen Moment bitte“, rief ich erschrocken.
„Ich bin es Chrissi“, ertönte es hinter der Tür.
„Ähm, eigentlich ist es gerade schlecht“, rief ich zurück.
Doch das interessierte Chrissi nicht. Sie riss die Tür trotzdem einfach auf. Ich hatte nicht mal Zeit auch nur daran mich anziehen zu wollen. Chrissi dachte auch nicht mal daran wegzusehen. Stattdessen starrte sie mich unverholen an. Nicht gerade schicklich für ein Christkind. Moment mal? War sie denn das Christkind? Das hatte niemand so genau gesagt.
„Ähm, ich … ich wollte mich gerade anziehen“, stammelte ich verlegen.
„Entschuldige“, sagte sie, starrte aber weiter.
„Wenn du dich umdrehen könntest oder gehen könntest?“, bat ich sie und fügte dann noch hinzu. „Wolltest du was bestimmtes?“
Sie drehte sich um. „Ähm, ich dachte, da noch Zeit ist, könnten wir vielleicht spazieren gehen.“ Jetzt wirkte auch sie etwas verlegen.
„Ja, klingt gut. Wenn wir wirklich noch so viel Zeit haben.“
„Okay, ich warte dann draußen.“ Offenbar hatte sie doch etwas Anstand.
In Windeseile zog ich mich an. Ich wählte einfach Sachen aus dem Schrank. Eine Jeans und einen roten Pullover. Meine Haare machte ich noch trocken und dann konnte ich endlich mein Zimmer verlassen. Chrissi lehnte an der Wand und wartete.
„Fertig?“, fragte sie mich.
„Ja“, nickte ich.
Und dann gingen wir ohne ein weiteres Wort raus in die Winterwelt.
„Siehst du heute mehr als gestern?“, fragte Chrissi mich hoffnungsvoll.
Ich sah mich auf dem Hof um. Es sah erstmal noch genauso aus wie gestern. Das war gut, oder? Aber war da noch mehr? Was sollte da denn sein? Wenn ich das nur wüsste.
„Momentan nicht“, gestand ich ihr frustriert.
„Das macht nichts“, versicherte sie mir. „Das wird schon.“
Und dann gingen wir über den Hof. Er war auch schon eindrucksvoll, ohne dass ich alles sah. Und sehr weihnachtlich. Die Tannenbäume waren geschmückt. Moment, sie waren geschmückt? Das waren sie doch gestern noch nicht, oder?
„Vielleicht ist da doch etwas“, bemerkte ich nun.
„So?“ Chrissi sah mich neugierig an.
„Da ist Weihnachtsschmuck an den Bäumen“, berichtete ich.
Jetzt lächelte Chrissi. „Stimmt.“
„Das ist gut, oder?“, fragte ich.
„Ja, das ist gut.“ Sie strahlte mich an. Und dann gingen wir weiter und unterhielten uns dabei. Ich mochte Chrissi. Sie war so fröhlich. Doch dann mussten wir rein zum Frühstück. Die Pflicht rief. Allerdings war es eine schöne Pflicht, denn das Frühstück war durchaus lecker. Hier war einfach alles lecker. Leider dauerte das Frühstück heute nicht allzu lang. Santa war heute mürrischer Stimmung. Wusste der Himmel warum. Er war ein ziemlich mürrischer Weihnachstmann und drängte zum Aufbruch. Wir begaben uns wieder nach draußen. Eine Veränderung hatte ich ja schon erkannt.
„Ich kann jetzt den Weihnachtsbaumschmuck sehen“, verkündete ich stolz.
„Du warst schon heute morgen draußen?“, brummte er nur.
„Ja, mit Chrissi“, nickte ich.
„Oh“, machte er nur. „Na dann. Was siehst du denn für Schmuck am Baum?“
„Da sind lauter Kugeln und Lametta“, erzählte ich. „Und mehrere Lichterketten. Blinkende Lichterketten.“
„Das hört sich gut an“, meinte er nur. „Du machst Fortschritte.“ Er fing an sich in Bewegung zu setzen und so wanderten wir durch die Schneelandschaft.
„Wir entstanden alle nur dadurch, dass die Menschen an uns glauben“, begann er zu erzählen. „Da sie glaubten existieren wir. Chrissi, Las, die Rentiere und alles andere. Irgendwann entstand die Legende wie Weihnachten Geschenke zu den Kindern kamen und plötzlich hatten wir allerhand zu tun. Das konnten wir niemals alleine schaffen. Also brauchten wir Schüler. Jedes Jahr kamen fünf Stück, aber sie mussten in einem bestimmten Alter sein. Doch seit Jahren hatte ich keinen Schüler mehr. Du bist der erste. Deswegen bin ich so skeptisch. Du machst dich gut. Ich bin das Problem.“
„Ähm. Kein Problem. So schlimm war es nicht. Für mich ist das auch alles seltsam“, sagte ich.
„Ja, ich weiß. Der Anfang war für jeden Schüler schwer. Dafür bin ich ja eigentlich da. Ich sollte es dir leichter machen. Du bist mein Schüler. Aber ich habe es dir nur schwerer gemacht.“
„Schon in Ordnung“, sagte ich und meinte es auch so.
„Aber das wird sich jetzt ändern“, bemerkte er. „Ich werde dir helfen hier zurecht zu kommen. Du wirst lernen zu glauben. Du fängst jetzt schon an.“
„Das klingt gut“, fand ich. „Für mich ist diese Welt nämlich meistens sehr merkwürdig.“
„Das kann ich mir vorstellen. Du hast ganz anders in der Menschenwelt gelebt. Wir leben hier ganz anders. Du hast sicher viele Fragen. Also frag.“
Das war eine schöne Aufforderung, denn ich hatte wirklich genug Fragen.
„Ist es hier immer dunkel?“, fragte ich.
„Leider ja. Fast immer. Außer am Weihnachtsmorgen. Da wird es auch mal hell. Weihnachten ist für die Dunkelheit gemacht, was?“
Ich seufzte nur. Ewige Dunkelheit. Na super.
Santa deutete meinen Blick richtig. „Keine Sorge. Du wirst dich dran gewöhnen. Es ist nicht so schlimm. Eigentlich ist die Dunkeleit sehr schön. Da kann so viel leuchten.“
Ja, na klar. Na dann war es natürlich eine ganz einfache Kiste.
Ach so. Ich konnte ja Fragen. Hatte ich noch mehr Fragen?
„Den Ablauf kenne ich ja in etwa, aber wie ist es hier an Weihnachten?“, wollte ich nun wissen.
„An Weihnachten ist hier allerhand los. Das kannst du dir sicher vorstellen. Aber auch schon Wochen vor Weihnachten ist viel zu tun. Eigentlich ist hier immer viel zu tun. Deswegen brauche ich Unterstützung.“
„Das kann ich mir vorstellen.“
Und so wanderten wir noch eine Weile weiter durch den Schnee. Es war so friedlich und ich fand es richtig schön. Ich dachte über Santas Worte nach. Ich konnte ihn verstehen.
Und so gingen wir zurück zum Haus. Ich wollte mehr von diesem winterlichen Dorf sehen. Ich wollte von allem mehr. Aber ich musste wohl abwarten. Ich glaubte noch nicht richtig. Das hatte ich jetzt eingesehen. Aber ich konnte nichts erzwingen. Mein Herz hielt mit meinem Verstand noch nicht mit oder umgekehrt. Da musste ich wohl Geduld haben.
Schließlich standen wir wieder vor dem Haus. Mittagessen stand an. Ich nahm die Zeit hier gar nicht wahr. Sie verging wie im Flug. Ich war viel zu beschäftigt um das wirklich wahr zu nehmen. Zumindest bisher. Vielleicht wurde es ja irgendwann ruhiger. Wer wusste das schon? Aber am Anfang sicher nicht. Jetzt waren wir im Haus und gingen ins Esszimmer. Das Essen stand schon auf dem Tisch. Auch Chrissi saß schon daran, aber Las fehlte noch. Also setzten wir uns dazu.

Fortsetzung folgt …

Und das war der nächste Teil. Was sagt ihr dazu?

Die Sache mit dem Rentier Teil 2

Und hier kommt schon der zweite Teil.

Die Sache mit dem Rentier Teil 2

Ich kam also bei den Weihnachtsleuten nicht so gut an. Trotzdem nahmen sie mich bei sich auf und gaben mir ein Zimmer. Ich war endlich allein. Allerdings war auch das Zimmer nichts besonders. Ein bisschen enttäuscht war ich schon. Dennoch war ich froh über ein Bett in das ich mich kuscheln konnte. Ich schlief sofort ein und dann träumte ich.
Ich träumte merkwürdige Sachen vom Weihnachtsdorf. Vor dem Haus waren viele Weihnachtsbäume aufgestellt. Dazwischen hindurch liefen die Rentiere und klingelten mit ihren Glocken. Darüber flogen die Engel. Es sah wahrhaft weihnachtlich aus. Sah so das Weihnachtsdorf wirklich aus? Wieso konnte ich es nicht im Wachzustand sehen? Es sah so wunderschön aus. Ich wollte es auch sehen. Ich wollte hierbleiben. Was war das denn für ein Traum?
Schweißgebadet wachte ich am nächsten Morgen auf. Was hatte ich noch mal geträumt? Ich konnte mich nicht mehr erinnern. Das war frustrierend, weil ich wusste, dass es ein schöner Traum war.
Wo war ich eigenltich? Ich lag in einem fremden Bett. So viel wusste ich. Aber was machte ich hier? Am besten ich stand auf um das heraus zu finden. Also rappelte ich mich hoch, ging ins Bad und machte mich fertig. Dann verließ ich mein Zimmer.
Auf dem Gang begegnete ich niemanden. Mittlerweile dämmerte mir aber wo ich war. Hier hing Weihnachtsdko im Gang herum. Hing die da gestern schon? Aber immerhin wusste ich wieder wo ich war. In dem Weihnachtsdorf. Ich hatte offenbar nicht geträumt. Es war wirklich wahr, dass ich auf einem Rehntier namens Rudi geflogen bin. Oh man. Ich dachte wirklich das sei nur ein Traum gewesen.
Fehlanzeige.
Deswegen ging ich ins Wohnzimmer. Den einzigen Ort, den ich von gestern her kannte. Allerdings machte ich mich damit nicht gerade beliebt. Alle sahen mich an. Alle waren da. Santa, Las und das Christkind und noch einige andere. Na toll. Mal wieder ins Fettnäppfchen getreten.
„Ähm, Guten morgen“, begrüßte ich die Sippschaft. Sie starrten mich alle nur an.
Es war Las, der mich schließlich angrinste. „Guten Morgen. Setzt dich doch.“
„Danke.“
„Hier bei uns gibts feste Zeiten“, donnerte Santa gleich los. „Frühstück um halb 8, Mittag um 12, Abendbrot um 18 Uhr. Morgens ist von 9 – 11 Unterricht, Nachmittags von 13 – 17 Uhr. Abend sitzen wir meist noch in Gesellschaft zusammen bis etwa 22 Uhr.“
„Santa, lass dem Jungen doch etwas Zeit. Er ist gerade erst angekommen“, mahnte Las ihn.
Santa schwieg daraufhin. Ich mampfte nur an dem Brot, dass ich mir gerade geschmiert hatte.
Chrissi sah mich lange an. Dann lächelte sie. „Aber Veränderungen gibt es schon.“
„Was meinst du?“, fragte ich sie.
„Waren die Bilder an der Wand gestern schon da?“, fragte sie mich zurück.
„Vermutlich nicht“, räumte ich ein.
„Nein“, stimmte sie mir zu.
„Und was bedeutet das?“, fragte ich sie.
„Sag du es mir“, forderte sie.
„Keine Ahnung. Ich habe von diesem Dorf geträumt. Es sah anders aus als jetzt“, gestand ich.
Jetzt sah Chrissi Santa an als wollte sie sagen: Hab ich dir doch gesagt. Jetzt wurde auch der wieder lebhafter und musterte mich genauer.
„Schildere mir von dem Traum“, forderte er.
Also erzählte ich ihnen, was ich gesehen hatte. Von dem Weihnachtsdorf, wie es wirklich aussah mit all seiner Schönheit.
Jetzt lächelte Santa sogar. „Vielleicht gibt es doch noch Hoffnung. Probier doch mal das Zimtbrot. Vielleicht hilft es deiner Vorstellungskraft deinen Glauben anzuregen.“
Okay, das war schräg, aber vom Zimtbrot war ich nicht abgeneigt. Also nahm ich mir eins. Ich strich mir Butter und ein wenig milden Käse darauf. Es war lecker. Auch der Saft, den ich trank war lecker. Apfelzimtsaft.
Als alle das Mahl beendet hatten, gab Santa den Aufbruchsbefehl. Alle standen gleichzeitig aus. Ausser ich, der sich nicht auskannte.
Chrissi half mir aus. „Wir werden jetzt alle noch mal jeder was für sich machen. Um neun Treffen wir uns dann draußen vor der Tür.“
„Ähm, gut.“ Wenn meine Uhr richtig ging war es jetzt viertel vor neun. Da lohnte es sich nicht mehr wirklich was zu machen. Aber ich wusste auch nicht, wo ich für die viertel Stunde noch hin sollte. Also sah ich mir die Weihnachtsbilder an der Wand im Flur an. Sie waren wirklich alle sehr weihnachtlich. Die meisten zeigten Tannenbäume. Aber auf manchen waren auch Rentiere zu sehen. Oder das Weihnachtsdorf in all ihrer Pracht. Das war immerhin etwas, oder?
Dann begab ich mich nach draußen vor die Tür und wartete auf das, was da kommen mochte. Erst mal tat sich gar nichts. Doch schließlich kam Santa hinaus.
„Ah, wenigstens bist du pünktlich“, bemerkte er nur. „Also gut. Zuerst mal musst du an uns glauben. Das ist kein einfacher Schritt. Der Glaube ist so eine Sache. Man kann ihn nicht erzwingen, aber ich kann dir dabei helfen.“
„Und wie?“, wollte ich wissen.
„Rudi kennst du ja bereits. Du konntest ihn mühelos sehen. Eigentlich sehen ihn Menschen nicht. Das heißt ein bisschen Glaube steckt auch in dir. Hier sind noch andere Rentiere. Sie stehen in diesem Moment auf dem Gelände herum. Siehst du wo?“
Ich strengte mich an. Wirklich. Aber ich sah nichts. Unsichtbare Rentiere? Ich hatte gedacht, ich würde Rudi sehen wie jeder andere auch. Doch da hinten im Wald? War da nicht ein Schmemen? Da hatte ich definitiv was gesehen.
„Ich glaube da hinten ist etwas“, teilte ich dem Weihnachtsmann mit.
„Ah, das klingt doch gut. Ru, kommst du bitte heraus?“
Und dann sah ich ein Rentier und noch eins und noch eins und noch eins. Eine ganze Reihe von Rentieren. Es waren so viele.
„Ich sehe sie“, staunte ich.
„Das ist gut. Sehr schön“, freute sich Santa neben mir. „Das ist ein Anfang.“
Dann sammelten sich die Rentiere um uns. Wie im Kreis. Fasziniert beobachtete ich sie. Sie scharrten sich um uns.
„Sie mögen dich“, stellte der Weihnachstmann fest.
Ich lächelte. Ich mochte die Rentiere und Rudi erkannte ich sofort.
„Hallo Fremder“, begrüßte Rudi mich.
„Hallo Rudi. Schön dich zu sehen“, grüßte ich zurück.
„Schön, schön“, unterbrach uns Santa. „Aber siehst du auch die Tannenbäume um uns herum?“
Sah ich die Tannenbäume? Ich war mir nicht sicher. Sollte es nicht einfach sein Tannenbäume zu sehen? Es waren doch nur Tannenbäume? Fehlanzeige. Die Rentiere waren einfacher gewesen. Was war an diesen Tannenbäumen so besonderes? Aber ich schaffte es nicht. Wieso sah ich die Tannenbäume nicht.
„Du willst es zu sehr“, erklärte Rudi mir. „Denk an deinen Traum. Was hast du da gesehen?“
Und das klappte irgendwie. Plötzlich sah ich die Tannenbäume. Sie standen genau dort, wo sie in meinem Traum gewesen waren. Ich lächelte, weil es mir gelungen war.
Auch Santa schien mit mir zufrieden zu sein. Er lächelte. „Doch kein hoffnungsloser Fall, was?“
„Also wirklich, Santa. Was glaubst du denn, wen ich mitbringe? Ich weiß schon, was ich tue“, regte sich Rudi auf.
„Ja, ja. Schon gut. Wir werden sehen. Das ist erst der Anfang. Wir haben noch einen langen Weg vor uns.“
„Immer so mürrisch der gute Herr Weihnachtsmann“, äußerte sich ein anderes Rentier.
„Na ja, was soll man sonst machen, wenn man so lange lebt wie ich“, meinte er  nur. „Ich denke jetzt widmen wir uns aber erst mal den theoretischen Teil. Hier können wir morgen weiter machen.“
Uff, das war ja so gar nicht meins, aber ich folgte dem Weihnachtsmann brav wieder ins Haus und auch hier hatte sich schon wieder etwas verändert.

Fortsetzung folgt …

Schreibklick Die Sache mit dem Rentier Teil 1

Und noch eine Geschichte wartet auf mich. Sogar mehrere. Das hier wird eine weihnachtliche Schreibklick Geschichte.

Die Sache mit dem Rentier Teil 1

Tja, die Sache mit dem Rentier. Das war so. Ich war auf der Straße unterwegs. Na ja. Natürlich keine richtige Straße. Da fahren ja Autos. Eher ein Feldweg. Ich war zu Fuß unterwegs. Versteht sich. Und es lag Schnee. So richtig viel Schnee. Ich stapfte dadurch, weil es mir einfach Spass machte. Ich liebte den Winter. Ich liebte den Schnee. Und ich liebte solche Spaziergänge. Manche hielten mich verrückt deswegen. Manche hassten die Kälte. Ich nicht.
Aber was ich bei meinem Spaziergang entdeckte. Das werdet ihr mir nicht glauben. Da stand plötzlich ein Rentier vor mir. Ein waschechtes Rentier. Ich traute meinen Augen nicht. Es starrte mich an, starrte mich an, starrte mich an und dann sprach es.
„Du bist der erste, den ich dieses Jahr zu Gesicht bekomme. Deswegen hast du drei Wünsche frei. Also was wünscht du dir?“ Abwartend sah es mich an.
„Äh“, war das einzige, was ich rausbrachte.
„Du musst schon etwas präzieser werden“, ermunterte mich das Rentier.
Na toll. Sehr hilfreich.
Was sollte ich mir wünschen? Was wünschte man sich, wenn man drei Wünsche frei hatte? Gerade stand ich total auf dem Schlauch.
„Soll ich dir vielleicht behilflich sein?“, bot das Rentier mir an.
„Ähm, ja?“, sagte ich zögerlich.
„Du könntest dir wünschen das Weihnachtsland zu bereisen. Du könntest dir auch einfach wünschen den Weihnachtsmann zu treffen. Oder vielleicht magst du Weihnachtslieder? Oder was ganz unweihnachtliches? Süßigkeiten vielleicht? Eine schöne Reise? Oder ein Abenteuer erleben?“, zählte das Rentier auf.
Ähm. Ich war völlig überfordert. Schließlich fragte ich: „Darf ich auf dir reiten?“
„Na klar“, freute sich das Rentier über meinen Wunsch. „Steig auf.“
Und so stieg ich auf das Rentier. Es war ein albener Wunsch. Das war mir klar. Aber eigentlich wollte ich mir gerade nichts anderes wünschen. Es war doch Weihnachtszeit. Da sollte man vor allem anderen was schenken. Und das Fliegen auf dem Rentier war echt toll. Es war schnell und windig und seine Glocken raschelten. Und es ging hoch hinaus.
„Wo möchtest du hin?“, fragte mich das Rentier.
„Ähm, ist dieses Weihnachtsland weit weg?“, fragte ich nur.
„So weit wie du willst“, antwortete es.
Na das klang doch mal gut. „Dann dahin.“
Also flog das Rentier los und ich genoss es die Welt hinter mir zu lassen. Wir flogen in die Nacht hinein und dem Himmel entgegen. Und dann wurde es immer schneller und schneller. Wir flogen sehr lange. Zumindest kam es mir so vor. Und dann kam ein Planet in Sicht. Es konnte nur ein Planet sein. Aber er wirkte nicht rund. Er wirkte als sei er einfach da. Und dann flog das Rentier nicht mehr. Es lief durch den Schnee. Und obwohl es durch den Schnee lief hinterließ es keine Spuren. Schließlich blieb es vor einem großen einladenden Haus stehen. Davor standen zwei Männer. Außer dem Haus, den zwei Männern und dem Rentier sah ich nichts. Für ein Weihnachtsdorf wirkte es hier ganz schön kahl. Selbst die zwei Männer wirkten fast normal. Wären da nicht der lange weiße Bart und die weißen Haare des einen Mannes. Auch der andere hatte weiße Haare.
„Wen hast du denn da mitgebracht, Rudi?“, fragte der mit dem langen Bart das Rentier. War ja klar, dass es Rudi hieß.
„Ähm, ja. Wie heißt du noch gleich?“, fragte Rudi mich.
„Robin“, antwortete ich.
„Das ist Robin. Er ist der erste, der mir begegnet ist“, erklärte Robin.
„Aber er glaubt nicht“, bemängelte der Mann.
„Hast du das erwartet?“, fragte Rudi nur. „Mach ihn zu deinem neuen Schüler. Dann wird er glauben.“
„Was?“, fragt ich nur.
„Oh, habe ich das nicht erwähnt?“, fragte Rudi bedeppert. „Wenn du mich begleitest wirst du Sanstas neuer Schüler.“
„Ach, Rudi“, seufzte Santa. „Das vergisst du jedes mal.“
„Das ist übrigens Santa“, stellte der Mann neben ihn den Mann mit dem Bart vor. „Ich bin Nicholas oder auch Las.“
„Ah. Ja. Äh, hallo“, sagte ich.
Santa sah nur Rudi fragend an. „Also, ich weiß nicht.“
„Komm schon. Gib dir einen Ruck“, meinte Rudi.
„Möchtest du denn mein Schüler sein?“, fragte Santa mich jetzt.
„Was heißt das denn genau?“, wollte ich erst wissen.
„Man, du wirst der Schüler vom Weihnachtsmann“, meinte Rudi nur. „Ist doch klar.“
„Rudi sei doch nicht so“, schalt Las ihn.
„Es ist schwierig zu erklären“, sagte Santa nur. „aber im Grunde hat Rudi recht. Du wirst der Schüler vom Weihnachtsmann. Also von mir.“
„Muss ich das sofort entscheiden?“, fragte ich mal wieder etwas überfordert.
„Nein, du kannst auch hier übernachten. Dann können wir auch genauer drüber reden“, bot Santa an. „Das fände ich sogar besser.
„Das hört sich doch gut an“, fand ich. Dann hatte ich etwas Zeit.
Wir gingen also in das Haus. Es wirkte auch wie ein ganz normales Haus. Klar es war schon etwas weihnachtlich gehalten, aber sonst. Wir wurden ins Wohnzimmer geführt. Dort sah es sehr gemütlich aus. Am auffälligsten war der große reich geschmückte Weihnachtsbaum in der Ecke gegenüber vom Fenster. Er war verziert mit glitzernden Lametta, schönen Figuren aus Holz und gebastelten Sternen. Natürlich waren auch Lichterketten angebracht, die eingeschaltet waren. Ansonsten stand neben dem Baum ein alter dunkler Wohnzimmerschrank. In ihm stand die ein oder andere Kerze. In der Mitte stand ein großer Tisch mit vielen Stühlen. Ein Sofa sah ich nicht. War wohl doch eher ein Esszimmer.
„Setzen wir uns“, forderte Santa uns auf. „Wo ist denn eigentlich Chrissi? Sie sollte bei uns sein.“
„Ich gucke mal nach“, bot Las an und schon war er weg und ich war mit dem sogenannten Weihnachtsmann allein. Er musterte mich mit wachen Augen.
„Wir sollten uns wirklich setzten“, fand er nun wieder und so setzen wir uns gegenüber. „Also, dann erzähl mir mal von dir.“
Oh, Gott. Wie ich solche Fragen hasste. Mein Leben war nicht sonderlich spannend. Was sollte ich erzählen?
„Ja, also eigentlich ist mein Leben ganz normal“, begann ich zu erzählen. „Ich bin zur Schule gegangen, arbeite jetzt und lebe mein Leben.“ Noch belangloser gings wohl kaum.
Der Weihnachtsmann starrte mich nur an und brachte mich so in Verlegenheit.
„Ähm, also. Ich bin Versicherungsvertreter. Nicht besonders spannend.“
Der Weihnachtsmann seufzte nur. Ich glaubte ihn „Zu alt“, murmeln zu hören.
Dann kam Las glücklicherweise mit Chrissi wieder. Es stellte sich heraus, dass sie ein Kind war. Ein Engelskind. Mit weißen Kleid und blonden Kringellöckchen. Ich starrte sie nur an.
„Ist das der Neue?“, fragte sie während Las und sie sich setzten.
„Ja, ist er.“ Der Weihnachtsmann klang nicht gerade glücklich.
Chrissi musterte mich eingehend. „Ist er nicht ein bisschen alt? Wie alt bist du?“
„Ähm 21“, antwortete ich.
„Das ist doch viel zu alt“, beschwerte sich das Christkind. Wir nehmen nur Schüler unter 20!“
„Sag das mal Rudi“, bemerkte Santa nur. „Und dazu ist er noch Versicherungsvertreter.“
„Das geht ja mal gar nicht“, meinte Chrissi und wirkte schon gar nicht mehr so engelhaft.
„Hey, ich mag Schnee“, verteidigte ich mich.
Alle starrten mich an. Na toll. Man konnte es ja mal versuchen.
„Und was ist mit Weihnachten?“, fragte Santa nun.
„Ähm, ja. Es ist ein tolles Fest“, antwortete ich.
„Hast du ans Christkind geglaubt?“, fragte Chrissi.
„Oder an den Weihnachtsmann?“, ergänzte Santa.
„Früher als Kind schon“, antwortete ich.
Wieder starrten mich alle an. Ich war ein hoffnungsloser Fall. Das wusste ich selbst.

Fortsetzung folgt ….

Der erste Teil ist nun zu Ende, aber ich fand die Geschichte brauchte eine Fortsetzung. Deswegen habe ich auch den Teil schon länger geschrieben. In den nächsten Tagen werden die anderen Teile kommen. Was sagt ihr dazu?