Bloggeschichte: Die geheimnisvolle Stadt 11

Die letzten Tage bin ich gar nicht zu meiner Bloggeschichte gekommen. Das möchte ich jetzt nachholen. Denn jetzt hab ich auch wieder Lust dazu und ich hoffe, die Ideen kommen dann auch. Die zwei Zahlen im Titel zeigen, dass ich nicht genau weiß bei welchem Teil ich bin. Bin einmal durcheinander gekommen.

Die geheimnisvolle Stadt (Teil 10/11)

In den nächsten Tagen sah ich weder Henry noch Kyle. Offenbar waren beide ziemlich beschäftigt. Romy dagegen hielt mich auf Trab. Sie wanderte weiterhin mit mir durch die Straßen und ich lernte die faszinierende Wasserstadt besser kennen. Hohe Türme begegneten mir, dunkle Wasserstraßen, über die wir gingen, und sie zeigte mir die verschiedensten Läden. Die Wasserstadt war anders als alles was ich bisher gesehen hatte, und viel größer, als ich je geahnt hatte.

Ich war jetzt gerade mal eine Woche lang hier, aber es fühlte sich schon an wie eine Ewigkeit. Nachdem Romy und ich Vormittags Wasserbrötchen gebacken hatten, klopfte es nachmittags an der Tür. Kyle stand davor und wirkte etwas verlegen.

„Hallo, ich hoffe ich störe nicht“, begrüßte er uns.
„Nein, gar nicht“, sagte Romy und musterte ihn gründlich. „Was gibts?“
Jetzt wandte er sich an mich. „Du wolltest doch am Unterricht teilnehmen, oder?“
Ich hob nur eine Augenbraue und er lachte. „Okay, du wolltest von mir unterrichtet werden?“
„Ja klar. Ich bin hier immer noch so fremd“, nickte ich begeistert und wusste, dass ich fast kindlich wirkte.
„Jetzt hätte ich Zeit dafür“, bot er mir schlicht an.
„Geht nur“, nickte Romy lächenld. Also zog ich mir eine Jacke über und folgte Kyle hinaus in die frische Meerluft.
„Wo gehen wir hin?“, fragte ich neugierig als Kyle mich gleich durch die nächste Seitengasse führte. Heute wirkte er besonders eindrucksvoll und dunkel.
„Ziemlich ans Ende der Stadt. Dort kann ich dir einiges über unsere Welt sagen“, erklärte er geheimnisvoll.
Also führte er mich quer durch die Stadt bis zum Stadtrand. Bis hierhin war ich bisher noch nicht gekommen. Es wirkte düsterer als innerhalb der Stadt und irgenwie auch gefährlicher.
„Geh nie allein hier her. Hier ist es gefährlicher als es ausiseht“, schärfte er mir auch sofort ein.
„Nein, natürlich nicht“, versprach ich ihm sofort.
„Gut, dann los.“
Es fühlte sich an als gingen wir durchs Wattenmehr. Es war glitschig und wir sackten hin und wieder ein. Dann half Kyle mir meist hinaus. Nach einiger Zeit blieb er stehen und sah mich erwartungsvoll an.
„Was ist?“, fragte ich nur.
„Was glaubst du, was das hier ist?“, fragte er mich nur.
„Keine Ahnung. Ich bin hier um zu lernen. Schon vergessen? Aber bei uns nennt man das Wattenmeer“, sagte ich nur. Verstand er das als lernen?
„Wattenmeer.“ Es war als würde er hören wollen wie das Wort klingt. „Interessant. Bei uns heißt es einfach Grund. Die Stadt ist voller Wasser, aber es gibt auch Flächen rund um unsere magische Stadt, die teilweise wasserlos sind. Aber Achtung! Nur für ein paar Stunden. Dann füllt es sich wieder und das rasend schnell. Wäre also besser, wenn du dann in der Stadt wärst.
„Also so ähnlich wie bei uns Ebbe und Flut?“, fragte ich aufgeregt.
„Ich hab schon von den Begriffen gehört. Ja, so ähnlich könnte man es wohl ausdrücken“, nickte Kyle nachdenklich.
„Und wieso bringst du mich hier zum Grund?“, wollte ich wissen.
„Weil es hier viel zu entdecken gibt“, sagte er. „Guck zum Beispiel hier!“ Er deutete neben seine nackten Füße. „Ein Wurm, winzig klein, aber nützlich und vorhanden.“
„Wattwurm“, nickte ich wissend. „Sowas gibts bei uns auch.“
„Ich weiß nicht, ob wir die gleiche Sorte meinen“, gab Kyle zu bedenken. „Bei uns heißen sie Spleerer.“
„Und wofür sind die gut?“, fragte ich immer noch neugierig.
„Interessant, dass du das fragst. Sie sind es, die das Wasser aufsaugen. Es gibt sie nur an speziellen Ecken“, erklärte Kyle mir als hätte er auf diese Frage meinerseits schon gewartet.
„Die saugen das auf?“, staunte ich. „Aber bei uns ist vor allem der Mond für Ebbe und Flut verantwortlich. Erdanziehungskraft und so.“ Das war mir alles immer noch so fremd.
Kyle schmunzelte bei meinem fast entsetzten Gesichtsausdruck. „Das hier ist auch nicht direkt Ebbe und Flut. Wir sind hier so tief unten, dass der Mond hier gar nichts erreichen würde. Es sollte nur als Vergleich dienen“, erklärte Kyle mir geduldig.
„Okay, also keine Ebbe und Flut sondern Wattwürmer“, nickte ich fast mechanisch.
„Spleerer“, berichtigte er mich automatisch. „Ich vermute das hier hat nicht dazu beigetragen, dass du dich hier weniger fremd fühlst?“
Ich schüttelte mit dem Kopf. „Nein, nicht wirklich.“
„Okay, dann gib mir einen zweiten Versuch“, bat er mich. Ich nickte und wir gingen weiter.
Er führte mich weiter in das Watt hinein und bald kamen wir wirklich auf eine geteerte Straße. Die Luft war hier frischer und ich konnte mir fast einbilden die Vögel zwitschern zu hören. Eine Bank stand an der Straße und wirkte wie eine verlassene Bushaltestelle. Aber um die Bank herum hatten sich grasähnliche Flecken gebildet und sogar ein paar Wilde Wasserblumen, sodass ich mir fast einbilden konnte in einem Park zu sein.
„Wo sind wir hier?“, fragte ich ihn ehrfürchtig.
„An meinem Lieblingsplatz“, erklärte ich. „Hier komme ich oft her. Besonders wenn ich mal wieder einen Film über die Erdoberfläche gehört hab und Sehnsucht danach bekommen hab. Einmal am Strand langspazieren zu gehen, das Gras unter den Füßen zu spüren oder auch nur in ein normales Einkaufszentrum zu sein. Dafür würde ich alles geben.“
Wir schwiegen eine Weile und dann meinte er. „Deswegen tut mir auch Henry leid. Er liebt diese Filme von der Erdoberfläche und zieht sich alles rein was es nur gibt, aber ihm wird es nie möglich sein sie wirklich zu sehen.“
„Das ist irgendwie traurig“, fand ich.
„Ja, allerdings“, nickte Kyle. Dann sah er mich ganz genau von der Seite an. „aber du magst Henry lieber, oder?“
„Kyle …“, seufzte ich.
„Nein, ist schon gut. Ich bin mir nicht mal sicher, was ich für dich empfinde. Ich kenne dich ja kaum.“ Er lachte nervös. Vielleicht war er einfach nicht der Typ, der viel über sowas redete. „Henry dagegen schwärmt die ganze Zeit von dir. Er ist einfach so ein sonnig sympatischer Typ. Mit ihm wird man leicht warm. Aber dir muss klar werden, dass dein Herz deinem Verstand folgt. Henry wird dich nie an die Wasserfläche begleiten können. Er wird nie das Sonnenlicht in echt sehen. Er wird immer nur diese Wasserwelt kennen.“
„Du gagegen könntest das alles tun“, sprach ich das Ungesagte aus.
„Das wollte ich nicht sagen. Du solltest dich unbedingt für Henry entscheiden. Aber dir muss klar sein, dass ich es bin, der dich zur Wasseroberfläche begleitet, nicht Henry. Mit ihm wirst du das nie haben können. Wenn du bereit bist, diesen Preis zu zahlen, solltest du unbedingt ihn wählen.“
„Ich weiß noch überhaupt nicht, was ich will“, gestand ich Kyle. „Das  hier ist alles so neu und ich vermisse meine Welt. Henry muss man einfach mögen, oder? Aber ich weiß nicht, ob ich bereit bin wirklich für immer unter Wasser zu bleiben.“
„Unterschätz die Wasserwelt nicht. Du hast nur einen Bruchteil davon gesehen, was wir kennen. Und du kannst ja der Erdoberfläche immer noch einen Besuch abstatten. Ich werde dir weiterhin ein bis zwei mal pro Woche Exklusivunterricht geben, aber deine freie Zeit solltest du mit Henry verbringen“, riet Kyle mir.
„Ist er es denn wert?“, fragte ich ihn unsicher.
„Unbedingt. Er ist das liebenswerteste atemde Wesen, dass ich kenne“, versicherte er mir.
„Na ja, aber du kennst ja auch keine Erdbewohner“, gab ich zu bedenken.
„Nein, aber ich hoffe, dass sich das bald ändern wird. Jetzt sollten wir dich zurück bringen. Ich hab Henry versprochen, dass der Abend ihm gehört.“
„Ach, hast du? Und ich hab da gar keine Mitrede?“ Ich wusste nicht, ob mir das so gefiel.
„Doch. Natürlich hab ich das unter der Bedinung getan, dass du damit einverstanden bist“, erklärte Kyle ernst.
„Natürlich!“ Ich rollte mit den Augen, grinste aber dabei. Diese zwei Jungs hatten beide irgenwie was. Auch wenn Kyle nicht ganz unrecht hatte. Ich mochte Henry bisher lieber. Das seltsame war, dass ich in allen Büchern, die ich bisher gelesen hatte, Dreiecksgeschichten hasste. Steckte ich jetzt selbst in einer? Henry war mir lieber, aber noch hatte ich Kyle nicht ganz ausgeschlossen. Wir würden sehen.
Er führte mich zurück in die Stadt und zu Romy. Die ganze Zeit über schwieg er und mir war das ganz recht so. Wir hatten schließlich schon genug geredet für heute.

Und wie es abends mit Henry weiter geht, erfahrt ihr morgen oder die Tage ….

Endlich hab ich mal wieder ein Stück von der geheimnisvollen Stadt geschafft.

Bloggeschichte: Die Geheimnisvolle Stadt Teil 7

So, ich fang mal wieder mit meiner Bloggeschichte an. Weiß noch gar nicht, ob ich die Montagsfrage heute mache. Das ist wieder so ein Fachbegriff, den ich nicht kenne. Bisher bin ich auch noch nicht wesentlich schlauer geworden. Muss ich dann erst mal nachgucken.

Keine Ahnung, ob ich ab jetzt regelmäßig zu der Geschichte komme, aber ein paar Teile die Woche gibts bestimmt, denk ich. Soweit es geht jeden Tag, aber das kann ich nicht versprechen.

Die geheimnisvolle Stadt (Teil 7)

Ich wanderte mit Henry also die Wasserstraße entlang. Da heute Markt war, fanden sich hier noch weitere Stände, aber Henry beachtete sich nicht mehr. Ich warf hin und wieder einen Blick auf die seltsamen dargeboten Waren, doch Henry interessierte mich wesentlich mehr.
„Also, wie ist es so in deiner Welt?“, fragte Henry mich und sah mich neugierig an.
„Es gibt definitiv weniger Wasser als hier“, begann ich zunächst meine Erklärungen. „Klar, gibt es immer mal wieder Seen, Flüsse oder Meere, aber nicht so häufig. Ich hatte bisher keine Ahnung, wie weit nach unten das Meer eigentlich reichte. Wir haben mehr Land. Festegewege ohne Wasser. Städte gibt es bei uns auch und Dörfer, Kaufhäuser, verschiedene Länder usw., aber es ist schwer, das alles kurz zusammenzufassen. Warst du denn noch nie an der Wasseroberfläche?“
Ich lachte fast über Henrys erschrockenen Blick: „Natürlich nicht. Wir sind nicht für die Oberfläche gemacht. Aber wir haben im Fernsehraum des Schlosses Filme und sowas gesehen. Allerdings sind pesönliche Erfahrungen noch wieder was ganz anderes.“
„Das stimmt. Es ist einfach was ganz anderes als hier, aber ich weiß nicht genau wie ich es erklären soll für jemanden, der es nicht kennt“, überlegte ich fieberhaft.
„Schon okay, ich kann es mir ungefähr vorstellen. Hattest du einen Beruf da oben?“
„Einen Beruf? Nein. Ich studierte Bibliothekwissenschaften“, erzählte ich ihm.
„Klingt interessant“, fand er, aber ich merkte, dass er nicht genau wusste, was er mit meiner Aussage anfangen was anfangen.
„So eine Art Schule, nur komplexer und spezieller“, versuchte ich es erneut.
Jetzt nickte er verständnisvoll. „Ach so. Okay.“
„Und du? Was ist dein Job hier? was machst du mit Kyle, wenn ihr unterwegs seid?“ Ich war nicht weniger neugierig als Henry. Auch ich wollte mehr erfahren. Wir kamen aus zwei so unterschiedlichen Welten. Es würde lange dauern bis ich die beiden gut kannte.
„Das ist eigentlich geheim“, erzählte er mir unbeghaglich. „Wir erledigen so ne Art geheime Aufträge für Dad. Manchmal sind sie gefährlich und machmal recht harmlos.“
Das sagte mir zwar auch nicht viel, aber ich konnte ihn ja schlecht weiter fragen, wenn er nicht drüber reden durfte. Also schwiegen wir eine Weile. Ich hatte gar nicht gemerkt, dass wir schon wieder am Ausgangspunkt angekommen waren, wo Romy auf mich wartete.
„Ich hatte gehofft wir könnten mal was zusammen unternehmen“, erklärte Henry mir hoffnungslos. „Auch wenn es nicht so wirkt, aber man kann hier mehr tun als nur schwimmen. Allerdings ist der Ozean wirklich wundervoll. Man kann so viel entdecken. Ich könnte ihn dir auch einfach zeigen.“
„Das klingt toll. Da wäre ich auf jeden Fall dabei.“, stimmte ich begeistert zu.
„Klingt gut.“ Henry strahlte wieder.
Romy gesellte sich zu uns.
„Hallo Henry“, begrüßte sie ihn. Sie war vollgepackt mit zwei kleineren Einkaufstüten.
„Gut danke. Und dir?“, antwortete Henry lächelnd.
„Wie wäre es, wenn du und Kyle mal wieder zum Essen zu uns kommt. Heute Abend vielleicht?“, schlug Romy vor und ich war ihr sehr dankbar dafür.
„Ja klar gern. Ich frag Kyle nachher ob er Zeit hat, und schick euch eine Nachricht.“ Auch Henry wirkte begeistert.
„Klingt gut. Sagen wir um 7?“, schlug Romy vor.
„Okay, ich sollte wohl dann mal los. Eigentlich sollte ich gar nicht hier sein.“ Schuldbewusst sah er uns an.
„Typisch Henry. Immer vor den Pflichten drücken“, lachte Romy.
„Gar nicht. Ich brauchte nur eine Auszeit. Also bis heute Abend dann.“ Er winkte und noch mal zu und auch wir verabschiedeten und von ihm.
„Bei Henry muss man aufpassen, was er ernst meint und was nicht. Wobei er manchmal auch verdammt ernst sein kann. Dagegen ist nicht mal Kyle was.“, erklärte Romy mir wissend als ich ihm hinterher sah.
„Er wirkt so lieb“, gab ich zu.
„Ja, aber jeder hat seine Schattenseiten“, sagte Romy nur unbestimmt. Dann gingen wir zurück zu Romy und Callum. Es war jedenfalls ein interessanter Vormittag gewesen.

So, das wars von heute. Hat jetzt doch länger gedauert als ich dachte, da ich nebenbei noch E-Mails und SMS gelöscht hab, aber jetzt hab ich es geschafft.