Writing Friday 12: Die traurige Schneeflocke Pippi

Und auch heute gibts wieder eine Writing Friday Geschichte von mir und zwar zu diesem Thema.

Du bist eine kleine Schneeflocke. Plötzlich wird beschlossen, dass es keinen Winter mehr geben wird. Erzähle wie du dich fühlst.

Die traurige Schneeflocke Pippi

Ich bin die kleine Schneeflocke Pippi. Aber könnt ihr das vorstellen. Während ich in den Wolken darauf warte, dass es in der Welt endlich wieder Winter wird und ich vom Himmel herabfallen darf, habe ich gehört, dass der Winter abgeschafft werden soll. Sowas unerhörtes. Das gibts doch gar nicht. Was soll denn dann aus uns Schneeflocken werden? Sollen wir zu Regen werden? Pah? Regen! Den braucht kein Mensch. Der ist hässlich und glitzert auch nicht so schön in der Sonne wie wir Schneeflocken und überhaupt verzücken die Schneeflocken die Welt ganz anders als Regen. Immer nur Regen? Dabei werden die Menschen doch nicht glücklich.
Und überhaupt bietet der Schnee so viel schönes. Spaziergänge, Glitzernde Landschaft, wunderschöne Schneeflocken, Schneebälle, Schneeiglos, Schneeschlachten. Schnee konnte so viel Spass machen. Man konnte uns doch nicht einfach abschreiben.
Außerdem was wird dann aus der Antarktis. Würde sich die sofort einfach auflösen oder mit anderen Wintergebieten? Wie stellten die sich das vor? Dann geht die ganze Welt unter.
Oder sollten wir Schneeflocken dann demnächst ins Weltall ziehen? Könnt ihr euch das vorstellen? Schneeflocken im Weltall. Geht gar nicht.
Neulich hatte ich mich mit meiner Freundin Eloise darüber unterhalten. Sie war auch ganz empört gewesen. Eine Welt ohne Schnee konnten wir uns einfach nicht vorstellen. Und was würde aus den ganzen Schneegeschichten – und Liedern werden? Würden die sich auch auflösen? Wären sie einfach weg? Das wäre schon ganz schön traurig. Oder blieben die Erinnerungen an den Winter und nur wir würden verschwinden? Das war irgendwie traurig und machte mir Angst.
Würde ich mich auflösen? Ganz verschwinden. Nur als Erinnerung bleiben, wenn überhaupt? Das wollte ich nicht. Ich wollte weiter auf die Erde rieseln. Ich liebte das. Ein Leben ohne Schnee und Schneeflocken war doch traurig. Eloise sagt, das wird nicht passieren. Sowas können sie nicht machen. Eloise hatte sich richtig darüber aufgeregt, aber ich war mir da nicht so sicher. Bei den Himmelsmachern war alles möglich.
Aber konnte eine Welt ohne Schnee und Winter überhaupt existieren? War das möglich? Hatte man sich daran mal Gedanken gemacht? Vermutlich nicht. Es war wie in der Politik. Dei Himmelsmacher machten einfach was sie wollten. Egal was ihr Handeln für Konsequenzen hatte. Aber was wusste eine kleine Schneeflocke wie ich schon von Politik? Hauptsache ich rieselte leise auf die Erde. Aber das sollte ja auch bald vorbei sein.
Eine Welt ohne Schnee und ohne Schneeflocken war eine traurige Welt. Das durfte nicht sein. Aber leider hatte ich das nicht zu bestimmen. Ich war ja nur eine einfache Schneeflocke. Es war einfach ungerecht. Ich würde mich vermutlich einfach auflösen und nie mehr auf die Erde rieseln können. Genau wie Eloise und meine anderen Freunde. Ich konnte nichts dagegen tun und fühlte mich hilflos. Hoffentlich überlegten sich die Himmelsmacher noch mal anders.

Ende