Kapitel 71 Das Königsfest

Passend zum ersten Advent hab ich das Ende vom ersten Teil für euch. Wie gesagt werde ich den zweiten Teil aber erst mal nicht posten.

Könige regieren seit langem unsere Welt.
Es gibt gute und schlechte Könige.
Linnie und Lunar
lebten lange zurück gezogen.
Doch jetzt sind sie wieder da
und mischen sich unters Volk.
Das wollen wir feiern mit dem Königsfest.

Lasst das Fest beginnen!

Es war ein sonniger Samstagmorgen an dem das Königsfest begann. Alle warfen sich richtig in Schale. Ich wählte ein hellblaues, kurzes, feines Kleid mit einem etwas weiteren Rock daran. Meine Haut ließ ich im Sternenglanz schimmern. Leinar zu Liebe verzichtete ich auf Schuhe. Meine Haare hatte ich mir mit Leinars Hilfe stylen lassen. Es war glatt und fiel mir sanft über den Rücken. Das war besser als jeder Friseur es hinbekommen hätte. Tausend kleine hellblaue Perlen zierten es und mein Pony wurde mit einer kleinen schwarzen Spange zurückgesteckt. Meine Augen schminkte ich passend dazu in einem sanften blau, meine Lippen leicht rosa. Leinar fand, dass ich aussah, wie eine dieser griechischen Gottheiten. Ich war geschmeichelt, fand aber, dass er doch etwas übertrieb.
Er war ganz in weiß gekleidet, was ihm ausgezeichnet stand. Die Hose wirkte elegant und war eng geschnitten. Dazu trug er eine modische Tunika. Er meinte das würde besser zu meiner Göttinnen Ausstrahlung passen. Seine Haare waren stylisch kreuz und quer frisiert und seine dunklen Augen glänzten er-freut.
Das Königsfest sollte zwei Tage lang dau-ern. Am ersten Tag wurde verkündet, dass meine Eltern zurückgekommen waren und wir feierten das. Als hätten das noch nicht alle mitbekommen. Am zweiten Tag fand das Ritterturnier statt.

Als wir in das Hauptgebäude des Schlosses kamen, stand überraschender Weise Miron vor mir. Er trug einen blauen Anzug mit rotem Hemd und sah verdammt schick aus.
„Was tust du denn hier?“, erkundigte ich mich bei ihm. Ich konnte kaum glauben, dass er vor mir stand.
„Ich hab doch versprochen, ich würde dich finden. Außerdem werde ich hier ab nächster Woche als Lehrer anfangen. Ich werde unter anderem Cams Unterricht übernehmen. Da-runter fällt dann auch dein privater Teil“, er-zählte er stolz. „Carlina hat mir den Job angeboten.“
„Oh, wow! Das sind ja tolle Neuigkeiten. Dann bin ich sehr gespannt auf deinen Unterricht“, freute ich mich aufrichtig. Sophann würde begeistert sein. Am besten ich erzählte ihr erst mal noch nichts davon.
„Und ich erst. Also wir sehen uns.“ Miron verschwand wieder so schnell wie er gekom-men war.
„Leinar?“, erkundigte sich plötzlich eine Frauenstimme hinter uns. Wir drehten uns zusammen um und Leinars Augen weiteten sich. „Mum?“
„Oh Leinar!“, rief sie aus und die beiden warfen sich in die Arme. Das war also Leinars Mutter. Sie sah ihm nicht ähnlich. Sie war fast so klein wie Miron und hatte kurzes blondes Stoppelhaar, blaue Augen und wirkte sehr kräftig. Aber sie wirkte auch freundlich. Sie sah auch ihrer Schwester Sena und ihrer Mut-ter Carlina nicht wirklich ähnlich. Sie war einfach anders.
„Oh Mann, es ist so lange her und ich hab dich so vermisst. Und wieso hast du mir eigentlich nie erzählt, dass Oma noch lebt?“, plapperte Leinar ohne Punkt und Komma drauf los. So kannte ich ihn gar nicht. Vermutlich war er einfach nervös.
„Weil ich es selbst nicht wusste, bevor ich hierher kam“, erklärte Keena ihrem Sohn. „Ich denke nach dem Fest sollten wir uns unterhalten, und zwar dringend. Aber jetzt lasst uns erst mal das Fest genießen.“
„Ok“, nickte Leinar. Aber er wirkte als würde er am liebsten jetzt schon alles wissen wollen. Das konnte ich nachvollziehen.
Dann fiel ihr Blick auf mich und sie fragte Leinar: „Wer ist denn die reizende Dame an deiner Seite?“
„Oh, das ist Mia, meine Freundin“, stellte er mich vor und wirkte ziemlich verlegen. In so eine Situation kam er sicherlich selten, was seltsam genug war bei seiner Ausstrahlung.
„Es freut mich sehr dich kennen zu lernen.“ Keena reichte freundlich mir die Hand.
„Es freut mich auch Sie kennen zu lernen.“, versicherte ich ihr schnell. Ich war selbst etwas verlegen.
„Jetzt lasst uns aber wirklich erst mal zum Fest gehen“, schlug sie vor und wandte sich Richtung Ausgang. Wir folgten ihr.

Der Schlossgarten war so wunderschön für das Fest dekoriert worden. Die Blumen und Bäume wirkten teilweise fast wie fliegende Blütenblätter. So einige Lichterketten hingen um die zahlreichen Bäume verteilt und eine Ecke sah aus wie ein riesiger Märchenwald mit teilweise richtigen Statuen aus der Mär-chenwelt. Sie standen etwas versteckt unter den Bäumen.
In der Mitte um den See standen viele Bänke und ein großer langer Tisch. Um den See lagen außerdem viele, vereinzelte blaue Ro-senblätter. Es wirkte einfach traumhaft schön.
„Du passt genau in diese Märchenland-schaft“, flüsterte Leinar mir zu. Er hatte seine Hände mit meinen verschränkt. Ich schenkte ihm mein schönstes Lächeln und war glücklich
Der Himmel war so verzaubert, dass über dem Garten die Sonne unterging. Dabei war es gerade erst Morgen. So wirkte der Park irgendwie noch magischer. In einem Teil des Märchenwaldes war allerdings schon tiefe Nacht und der Mond schien darüber. Das war sicherlich für Leute wie Antonia, die nur nachts auf sein konnten. In einer Ecke leuchte-ten viele, bunte Regenbögen. In fast jedem Winkel spielten Feen leise Harfenmusik. Ich sah mich neugierig nach allen Seiten um. Ich fühlte mich tatsächlich als sei ich in einem Märchen gefangen. Aber in einem schönen Märchen. Vielleicht Cinderella oder Dornröschen.
Natürlich befanden sich viele Feen in dem Garten und die unterhielten sich miteinander. Viele hatten sich lange nicht mehr gesehen. Trotzdem war es relativ leise. Man hörte die flüsternden Stimmchen kaum.
Ich sah mich um und entdeckte Zac, Sophann, Emma, Kenian, Leonie und Nelson in einer Ecke. Sophann und Emma hatten sich beide selbst übertroffen. Sophann trug ein vio-lettes wunderschönes Etuikleid und ihre Haare waren so kunstvoll hochgesteckt, dass es wirk-te, als wären ihre Haare einfach immer so. Kleine violette Perlen steckten darin und ihre Augen waren sehr kräftig violett geschminkt. Aber es sah schön aus und nicht aufdringlich. Emma trug ein silbernes Glitzerkleid zu ihrer gebräunten Haut. Ihre Augenbrauen waren blau geschminkt und ihre Haare fielen ihr in sanften Wellen über den Rücken. Leonie wirk-te zwar auch wirklich hübsch in ihrem weißen schlichten Kleid, aber sie wirkte fast ein wenig unscheinbar gegenüber Sophann und Emma. Sie hatte ihre rotblonden Haare kunstvoll ge-flochten und trug silberne, lange Ohrringe. Ihre Frisur sah wirklich bezaubernd aus. Nel-son schien sie öfter anzustarren.
„Noch mehr schöne Gottheiten“, flüsterte Leinar mir leise zu als wir auf sie zugingen.
„Hey“, warnte ich ihn lachen. „Komm ja nicht auf falsche Gedanken.
„Ich doch nicht.“ Er sah mich mit seinem unschuldigsten Hundeblick an und ich musste wieder lachen.
Auch die Jungs waren nett anzusehen. So-gar mehr als nett. Kenian trug ein dunkelgrü-nes Hemd und eine dunkle Hose. Seine blon-den kurzen Haare hatte er nach hinten ge-kämmt und sein Pony fiel ihm sexy in die Au-gen. Er wirkte gar nicht wirklich wie ein Prinz oder so was.
Zac wirkte in seinem Shia LaBeauf – Look ziemlich lässig und cool. Er trug ein kurzes oranges Hemd und eine blaue Hose. Er sah wirklich gut aus.
Nelson sah süß aus mit seiner schwarzen Cordhose und dem blauen Hemd. Seine Augen wirkten irgendwie riesig. Manchmal schien er ein zu groß gewordener Zwerg zu sein mit seinem überaus kantigen Gesicht. Aber er war ein sehr gut aussehender Zwerg.
Leinar und ich stellten also zu unseren Freunden.
„Hey, ihr seht super aus“, lobte ich sie lä-chelnd.
„Ihr aber auch“, gab Sophann uns das Kompliment zurück. „Wenn Leinar seine Hände im Spiel hat, sehen deine Haare immer traumhaft aus.
„Ach, und sonst nicht?“ Ich sah sie gespielt beleidigt an. Sie lachte nur, ließ meine Frage aber unkommentiert.
„Seid ihr schon lange hier?“, fragte ich sie schließlich.
„Ne, nicht wirklich. Ein bisschen“, antwor-tete Emma. „Aber zumindest lange genug um die ganzen Schönheiten hier zu bewundern.“
„Ich hoffe du meinst mit Schönheiten deine Freunde?“, fragte Kenian und musterte sie streng.
„Als könnte an dich einer von denen ran-kommen“, lachte Emma nur worauf Sophann die Augen verdrehte.
„Gleich ist Lunars große Ansprache. Darauf sind wir schon ganz gespannt“, bemerkte Zac lächelnd um das Thema zu wechseln bevor Sophann erläutern konnte wen sie denn besonders attraktiv von den ganzen Herren fand. Das tat sie nämlich ausgesprochen gern. Egal, ob Zac in der Nähe war oder nicht.
In dem Moment wurden wir sowieso alle abgelenkt, denn es ertönte auch schon die Stimme meines Vaters über den Schlossgarten hinweg. Sie klang tief und fest und wie aus einem Mikrophon, doch selbst aus dieser Ent-fernung konnte ich erkennen, dass er keines in seiner Hand hatte. Das musste Magie sein. Dieser Ort bebte ja auch geradezu vor Magie.
„Meine lieben Gäste! Linnie und ich freuen uns so, euch hier begrüßen zu dürfen. Wir lebten lange einsam und versteckt, aber jetzt sind wir wieder da. Wir wollen unser König-reich gerecht regieren und natürlich möchten wir unsere wunderbare Tochter Mia in ihrem Leben begleiten. Nach dem Fest kehren wir zurück nach Raubit und werden dort sicherlich alte Verwandte und Bekannte treffen. Wir freuen uns darauf, aber nun lasst uns erst mal ordentlich feiern.“
Mir war ja klar gewesen, dass meine Eltern nicht hier an der Schule bleiben würden, aber ich war trotzdem traurig, dass sie gehen muss-ten. Wir hatten doch so viel nachzuholen.
Leinar spürte meine plötzliche Stimmungs-schwankung und drückte tröstend meine Hand. Ich war so froh, dass ich hier Freunde hatte, und ganz besonders, dass Leinar an meiner Seite war.
Das Fest war mit viel Musik, Tanz und gu-ter Laune verbunden und ich liebte es. Wir feierten den ganzen Abend und die ganze Nacht über. Leinar und ich hatten viel Spaß mit unseren Freunden und so ausgelassen wa-ren wir wohl beide noch nie gewesen.
Irgendwann wurde es ganz dunkel, der Mond schien hell am Himmel und einige Bäume und Blumen leuchteten auch ohne Lichterketten. Dazu spendeten aber auch die Lichterketten an den Bäumen sanftes Licht.
Das Fest war ein voller Erfolg und nach Jahren noch in aller Munde. Meine Eltern und die Schule hatte es denkwürdig gestaltet und die vielen fremden Elfen und Sterne hier lieb-ten es. Später erzählte man sich, dass die Mu-sik bis zu dem Lebenssee zu hören gewesen war und der Märchenwald wirklich ein Mär-chenwald gewesen wäre und manche sogar Rapunzel oder andere Märchengestalten gese-hen hätten. Wir glaubten nicht alles was über das Fest erzählt wurde, aber wir liebten es trotzdem. Wir feierten aber nicht nur die Wie-derkehr des Königspaars sondern auch den verhinderten Angriff auf den Lebenssee. Gleichzeitig trauerten wir um die Gefallenen. Außer Alexis mussten noch einige Wächter von uns gehen. Ein paar Tage nach dem Fest fertigte der erste Bildhauer bereits eine Ge-denktafel für sie an.

Am zweiten Tag des Festes fand das Ritter-turnier statt. Mir gefiel es zwar nicht, dass Leinar mitkämpfte, aber er kämpfte wirklich gut. Das musste ich zugeben. Zuerst gegen Zac. Zac war ebenfalls gut. Die Regeln besag-ten, dass sie ohne magische Fähigkeiten kämp-fen sollten und so attackierten sie sich gegen-seitig. Leinar lag das Schwert leicht in der Hand. Er drehte und wendete es mit einer Schnelligkeit, die ich an ihm gar nicht erwartet hätte. Voll konzentriert griff er Zac immer wieder an, landete einen Treffer nach dem anderen und drängte ihn zurück. Er selbst wurde kaum verletzt und so hatte er schnell gewonnen.
Nach Leinar und Zacs Kampf kämpften noch einige weitere ältere Schüler und so musste Leinar als zweites gegen Kenian antre-ten. Er war zwar später in die Schule gekom-men, durfte aber noch mitmachen. Eigentlich wäre er schon in einer höheren Klasse, wenn Carlina ihn gelassen hätte. Kenian kämpfte auch gut. Seine Kampftechnik war wirklich beeindruckend und selbst er musste einiges einstecken durch Leinars energischen Kampf. Dieser Kampf war schneller und genauer als der von ihm und Zac. Kenian wusste besser als Zac wie er Leinar austricksen konnte und war geübter. Mich würde es nicht wundern, wenn er auch mit Emma zusammen trainierte. Emma war da bestimmt hartnäckig. Leinar konnte Kenian aber immerhin knapp besiegen was mich wirklich beeindruckte.
Der dritte Kampf war noch härter und stär-ker mit einem Schüler aus der Abschlussklasse. Mir wurde angst und bange wie Leinar gegen ihn kämpfte. Ich spürte, dass er zunehmend erschöpfter wurde, aber er gab nicht auf.
Seinen letzten Kampf kämpfte er gegen ei-nen braunhaarigen großen Jungen, der or-dentlich Muskeln hatte. Sein Name war Andy. Die Schwerter prallten aufeinander und sie umkreisten sich fast raubtierhaft. Die Span-nung unter den Zuschauern stieg, während die beiden Jungs erbittert versuchten die Ober-hand über den Anderen zu gewinnen. Leinar war immer noch so außergewöhnlich schnell, dass mir fast beim Zusehen schon schlecht davon wurde. Ich war mit meinen Eltern in der Königsloge und hatte den besten Überblick über die Kämpfe. Ich zuckte jedes Mal zu-sammen, wenn Leinar fast getroffen wurde oder zurücktaumelte. Und dann traf Andy ihn am Arm und fügte ihm einen Schnitt zu. Lein-ar fiel erschöpft zu Boden. Er wurde letztend-lich Fünfter.
Richtig spannend wurde aber der End-kampf zwischen zwei Schülern aus der Ab-schlussklasse. Luke und John hießen sie. Sie waren so unglaublich schnell und kämpften so lange, dass schon die Sonne unterging bis eine Entscheidung fiel. Die ganze Zeit waren sie sich ebenbürtig, aber dann wurde Luke abge-lenkt und John traf ihn mit seinem Schwert leicht am Bein. Also ging John als Sieger des Turniers hervor. Lady Meisold überreichte ihm einen goldenen Pokal, der einen Ritter darstellte. John hob ihn hoch und zeigte ihn stolz der Menge.
Den ganzen Tag über hatte ich die Loge nicht verlassen. Wir bekamen immer wieder Wasser zum Trinken, aber gegessen hatte ich nichts. Leinar war zu mir in die Loge gekom-men nachdem er den Kampf verloren hatte. Er war ein bisschen traurig, weil er nicht Erster geworden war, aber er war trotzdem stolz auf sich. Er wusste selbst, dass er weder gegen John noch gegen Luke je eine Chance gehabt hätte.
Leinar und ich verließen das Fest am zwei-ten Tag früher. Wir waren beide erschöpft, verbrachten den restlichen Tag im Bett und genossen den Mondschein, der durchs Fenster fiel. Erst am nächsten Tag feierten wir Leinars Turnierplatz. In ein paar Tagen würde der All-tag wieder einkehren, aber jetzt genossen wir erst mal wieder unsere Zweisamkeit. Dass ich Leinar kennen lernte, war das Beste, was mir je passiert war. So glücklich war ich noch nie. Mit ihm würde es mir sicher nie langweilig werden. Lächelnd erinnerte ich mich an den stillen Jungen, den ich im Zug kennen gelernt hatte. Leinar ist auf jeden Fall schon etwas geselliger geworden. Ich nahm mir vor, ihn mehr unter die Leute zu bringen. Jeder Tag war so schön mit ihm.
Ich vermisste natürlich auch meine Adopti-veltern. Sobald ich durfte, würde ich sie besu-chen. Vielleicht war Leinar ja bereit mich zu begleiten. Ich fände es schön, wenn er sie kennen lernen würde. Doch das würde ihn sicherlich auch nervös machen.
Dieses Abenteuer vom Lebenssee ist jetzt zu Ende, aber es werden sicherlich noch einige andere kommen. Tedren war noch nicht be-siegt. Was würde uns wohl noch erwarten?

– Ende –

Kapitel 47 Antworten

Rescue me
Show me who I am
Cause I can’t believe
This is how the story ends
Kerry Roberts – Rescue me

Titelsong der Serie „Once upon a time“

„Was denkst du über den Streit zwischen Cam und deiner Oma?“, fragte ich Leinar, als wir alleine in unserer Suite auf dem Sofa lagen. Ich hatte mein Buch in der Hand und da wir Feen schnelle Leser waren, war ich jetzt schon an der Stelle, wo Wanda in dem Höhlensystem in ihr „Gefängnis“ kam. Jedenfalls konnte ich mich nicht wirklich auf das Buch konzentrieren, denn mir schwirrte immer noch der Kopf von dem Gespräch im Kaminzimmer.
„Keine Ahnung“, antwortete mir Leinar achselzuckend. Er guckte gerade die Feensendung Jannina und die blaue Fee. Es lief Werbung. Ein Spot für Feenhand-creme mit einer Fee. „irgendwie war das ziemlich verwirrend und traurig.“
„Traurig?“, hakte ich nach. Ich wusste nicht genau, was er damit meinte.
„Na ja. Offenbar hat meine Oma diesen Rivial ja mal geliebt und diese Fiann Nike hat ihn ihr weggenommen. Meine Oma scheint einen ziemlichen Hass auf die Sternenprinzessin zu haben“, überlegte Leinar.
„Fiann Nike ist ja Cams Nichte“, erinnerte ich ihn. Nur für den Fall, dass er das vergessen haben sollte.
„Für mich klang das eher so, als hätte er deine Oma nie geliebt oder er hat sie geliebt und dann ist was passiert, was das geändert hat. Und dann hat Rivial Fiann Nike kennen gelernt und sich in sie verliebt.“
„Ja kann sein“, gab Leinar mir Recht, aber er klang nicht wirklich überzeugt. Vielleicht wollte er das auch einfach nicht.
„Ich hab dir doch erzählt, dass mir der Name Kenian bekannt vorkam. Jetzt weiß ich wieder woher“, wechselte ich nun das Thema. Ich sah ja, dass Leinar nicht darüber reden wollte.
„Und woher?“
„Emma kennt ihn. Sie ist oder war mit ihm befreundet“, erzählte ich.
„Und weiß sie, wer er wirklich ist?“, wollte Leinar wissen.
„Keine Ahnung.“ Diesmal zuckte ich ratlos mit den Achseln.

Am nächsten Tag nach dem Frühstück nahm ich Zac bei Seite. Immerhin hatte ich Sophann versprochen ihn zu fragen, was mit ihm los war. Wir gingen ein wenig draußen über die Wiese vorm Schloss spazieren. Bis zum Unterricht hatte ich noch eine halbe Stunde Zeit.
„Was gibt’s?“, erkundigte sich Zac etwas verwirrt bei mir.
„Na ja. Sophann hat mir von eurem Date erzählt und ich wollte einfach mal fragen, was du darüber denkst.“
Er sah mich skeptisch mit seinen dunklen Augen an und ich fügte schnell hinzu: „Wenn du nicht darüber reden willst, kann ich das verstehen. Wir kennen uns ja auch kaum.“
„Nein, schon ok.“ Er wurde etwas nervös. „Bestimmt wundert sie sich, warum ich ihr jetzt aus dem Weg gehe.“
Offenbar hatte er Sophann schon besser kennen gelernt, als ich angenommen hatte.
„Allerdings“, bestätigte ich ihm nur.
„Hm, ich bin mir selbst nicht ganz sicher. Ich mag Sophann, ehrlich. Ich hab wohl einfach Angst vor einer festen Beziehung“, gestand er mir, während er lässig ne-ben mir her schlenderte.
Ich runzelte die Stirn. „Ich denk das ist normal, oder? Das geht bestimmt den Meisten so. Aber es ist gegenüber Sophann nicht fair, sie einfach so zu ignorieren.“
Zac schien sie wirklich zu mögen und das freute mich. Aber er musste dabei doch auch an Sophanns Gefühle denken, die er mit seinem Verhalten verletzte.
„Ich weiß“, seufzte er traurig. „Ich denke, ich brauche einfach etwas Zeit, aber ich werde mit ihr reden.“
„Das ist schön“, fand ich. „Aber du brauchst wirklich keine Angst zu haben. Sophann ist super.“ Ich wollte ihm Mut machen, damit er mit Sophann redete.
„Ich weiß.“ Ich spürte geradezu, wie sich Zacs Nervo-sität legte und er lächelte sogar leicht. Das war gut. Of-fenbar konnte ich Andere doch positiv beeinflussen. Vielleicht war es auch meine Gefühlsfähigkeit, die das bei ihm bewirkte.
Wir gingen noch ein Stück weiter, bevor wir uns wie-der dem Schloss zuwandten. Wir hatten schließlich beide einen langen Unterrichtstag vor uns.

Der Schultag bei Sena ging schneller um las gedacht. Danach hatte ich endlich Unterricht bei Cam. Darauf hatte ich schon den ganzen Tag gewartet. Als er in den Klassenraum kam, wirkte er ziemlich gestresst.
„Können wir den Unterricht vielleicht verschieben?“, fragte er gehetzt. „Es ist ziemlich viel los heute.“
„Aber ich will Antworten“, erklärte ich bestimmt. Vielleicht war das egoistisch von mir, aber ich konnte nicht anders. „Was war zwischen Lady Meisold und Fiann Nike?“
„Bestimmt hast du dir doch das Meiste jetzt selbst zu-sammen gereimt“, vermutete Cam statt einer wirklichen Antwort. Er klang erschöpft und er tat mir Leid. Sein Leben war sicher oft eine große Last, doch er meisterte es gut.
„Ja, aber eben nur so halb“, erwiderte ich. „Ich kenne ja nicht alle Fakten.“ Ich gab trotzdem nicht auf.
„Also gut“, gab Cam sich geschlagen. Er setzte sich hinter den Schreibtisch und so setzte ich mich auf dem Platz vor ihm.
„Dass Carlina ein Verhältnis mit Fiann Nikes Mann Rivial hatte weißt du inzwischen, oder?“
Ich nickte.
„Das Problem war, dass Carlina damals schwanger war. Sie hat ihr Kind verloren. Rivial und sie haben sich dann böse verkracht. Weswegen weiß ich auch nicht. Etwas später lernte er Fia kennen. Wer Fia kennt, weiß, dass man sich als junger Mann – zumindest für Feenver-hältnisse jung – einfach in sie verlieben musste. Doch bei Rivial war das noch was anderes als bei den üblichen Exemplaren, die an Fia interessiert waren. Sie war näm-lich auch in ihn verliebt.
Jedenfalls hasst Carlina sie seitdem. Meiner Meinung nach passt Jemand wie Rivial einfach nicht zu ihr. Teil-weise hatte er den Charakter von Robin Hood. Du weißt doch, wer Robin Hood ist, oder?“
Wieder nickte ich und antwortete: „Eine Märchenge-stalt aus der Menschenwelt. Ich liebe die Serie Once up-on a time, auch wenn die ursprünglichen Märchen dort oft etwas abgeändert sind. Ein Robin Hood kam da auch mal drin vor, aber mein Liebling war ja immer Bae bzw. Beaelfire. Es kommt sogar auch im Feenfernsehen. Ich habe jede Folge gesehen.“
Cameron deutete ein leichtes Grinsen an. Sein rechter Mundwinkel zuckte leicht nach oben. „Ja, von der Serie hab ich auch schon mal gehört. Ok. Wir kommen vom Thema ab. Jedenfalls herrschte zwischen Fiann Nike und Carlina seitdem immer gewisse Spannungen.“
„Wie stehst du denn zu Carlina?“, fragte ich ihn neu-gierig. Ich hatte den Eindruck, dass Cameron sie schätzte, aber nicht immer unbedingt auch mochte.
„Eigentlich ist sie sehr sympathisch, aber manchmal eben auch schwierig. Besonders, wenn es um Fiann Nike geht oder um das Sternenschloss“, erklärte Cameron mir. „Du hast ja gehört, dass sie glaubt, das Schloss gehöre ihr, aber das stimmt nicht. Sie ist eben nur die Schulleite-rin.“
„Ja und ich hab auch gemerkt, dass dir diese Behaup-tung nicht gefiel“, entgegnete ich.
„Die Sterne sind seit Jahrhunderten meine Freunde. Eigentlich sogar schon lange meine Familie. Ohne Lim würde Carlina familiär gar nicht zu den Sternen gehören, aber ohne meine Tochter gäbe es Lim wiederum nicht.“ Er klang nun ziemlich wütend und das war schon, wie im Kaminzimmer, ziemlich beängstigend. Eigentlich war er harmlos, aber ich vermutete, dass in ihm eine große Macht schlummerte. Wenn er gewollt hätte, hätte er wohl die ganze Welt vernichten können.
„Ich hätte gar nicht gedacht, dass sie so sein kann“, gestand ich ihm.
„Ja, Carlina ist immer zuerst freundlich, aber wenn ihr etwas nicht gefällt kann sie auch ganz anders.“
„War es schwer damals für dich, als du Lilien wegge-geben hast?“, traute ich mich nun zu fragen. Die Frage beschäftigte mich schon länger.
„Sehr schwer“, nickte Cam. „aber ich hatte keine Wahl. Deswegen versteh ich auch deine Eltern so gut in Bezug auf dich.“
„Habt ihr meine Eltern erreicht?“, wollte ich nun wis-sen.
„Ja, sie kommen Morgen Nacht“, berichtete Cam.
„Morgen schon?“, fragte ich überrascht.
„Ja, und übermorgen findet eine große Versammlung statt für diejenigen, die an der Mission teilnehmen.“
„Kann ich meine Eltern davor schon kennen lernen?“, fragte ich. Die Vorstellung, sie zum ersten Mal in einem Raum mit möglicherweise fremden Menschen zu treffen, jagte mir Angst ein.
„Ich muss noch mal mit Carlina darüber sprechen, aber ich denke das wird gehen.“
„Ich denke, ich hab jetzt auch genug deiner Zeit bean-sprucht“, bemerkte ich schuldbewusst. Cam hatte dieses Gespräch doch erst gar nicht führen wollen. Wieso hatte ich ihn so lange auf die Zeit gehalten?
„Ach, das ist schon in Ordnung“, versicherte Cam mir. Es wirkte fast, als wäre ihm die Ablenkung ganz recht. „Möchtest du eigentlich, dass Jemand dabei ist, wenn du deine Eltern kennen lernst? Neal oder ich zum Beispiel.“
„Ja, gerne. Das wäre toll.“ Allerdings konnte ich mir nicht vorstellen Leinar dabei zu haben. Ich denke, ich wäre total überfordert, wenn ich meinen Freund meinen Eltern vorstellen müsste, die ich selbst gerade erst kennen lernte.
„Ich kenne deine Eltern sehr gut. Ich kann gern dabei sein, wenn du magst“, als hätte er meine Gedanken gele-sen.
Ich war ihm dankbar, dass er mir das anbot und freute mich darüber: „Ja, das wäre toll.“
„Na gut, ich werde sehen, was sich machen lässt“, ver-sprach er mir. „Ich wünsche dir noch einen schönen Abend.“
„Danke. Ich dir auch. Bis morgen dann.“
Ich verließ den Klassenraum. Cam war mir richtig sym-pathisch. Irgendwie war er für mich ja wie ein Opa, auch wenn er nicht mein Opa in dem Sinne war. Aber meinen richtigen, Renn, hatte ich ja noch nicht kennen gelernt. Hoffentlich würde ich das bald. Ich war ziemlich gespannt auf ihn.

Kapitel 31 Verwirrende Verwandtschaften

– Die Familie ist die älteste aller Gemeinschaften
und die einzige Natürliche.-

Jean-Jaques RoKusseau französischer Schriftsteller

Nach dem Abendessen im Speisesaal zogen wir uns in unsere Suite zurück. Leinar brachte die Anlage im Wohnraum auf der Fensterbank in Gang und wir kuschelten uns eng aneinander auf unser gemütliches Sofa. Er legte seinen Arm um mich und ich genoss seine Wärme. Ich fühlte mich ihm in diesem Moment so nah.
„Also, was wolltest du mich gestern fragen?“, erkun-digte sich Leinar bei mir, während er mir gedankenverloren über meinen linken Arm streichelte.
„Hast du noch mit deiner Oma reden können?“, erkundigte ich mich als erstes bei ihm. Ich konnte es mir nicht so recht vorstellen. Lady Meisold hatte gestern Abend doch bestimmt andere Sorgen gehabt.
„Ja, aber nur kurz.“, antwortete Leinar mir dennoch. „Ich denke sie wird bald Zeit haben für ein richtiges Gespräch. Es musste schwer für ihn sein, dass sie ihren Tot vorgetäuscht hatte. Ob sie sich wohl nahe gestanden hat-ten?
„Was hast du gefühlt, als du erkannt hast, dass deine Oma noch lebt?“, fragte ich nun weiter.
„Keine Ahnung. Ich war verwirrt, aber auch froh. Car-lina war immer meine Lieblingsoma. Die Mutter meines Vaters Jalina war mir immer etwas suspekt.“
„Und der Vater deines Vaters?“ Endlich erfuhr ich mehr über Leinar. Puzzlestücke aus seinem Leben.
„So viele Fragen. Wird das ein Verhör?“, scherzte er, klang aber eher nervös.
„Ich will dich nur besser kennen lernen“, sagte ich. Und das stimmte. Ich wollte alles über ihn wissen. Doch mir war schon klar, dass es einige Zeit brauchen würde, bis er mir nach und nach von allem erzählen würde. Auch wenn er mir mehr sagte, als den anderen und mich mehr an sich heran ließ als sie, würde er dennoch Zeit brauchen sich ganz zu öffnen.
„Na gut. Timian ist früh gestorben. Da war ich noch ganz klein“, erzählte er also weiter.
„Das tut mir Leid.“ Ich drückte seine Hand. Timian war Jalinas Mann. Reimte ich mir zumindest zusammen.
„Ja mir auch. Er soll meinem Vater ziemlich ähnlich gesehen haben. Tja, und Lim… Was soll ich über ihn sa-gen?“ An dieser Stelle klang er sehr traurig. „Ich bin ihm nur ein paar Mal begegnet. Nach Omas angeblichen Tot ist er spurlos verschwunden.“
„Aber er muss hier sein“, erinnerte ich ihn. „Er ist einer der Lehrer.“ Er wurde bei den Ankündigen erwähnt.
„Ja schon, aber ich hab ihn bisher noch nicht gesehen.“
„Das wirst du schon noch. Vielleicht stellt deine Oma ihn dir ja sogar vor“, versuchte ich ihn aufzumuntern. Eigentlich hatte ich keine Ahnung, ob Lim überhaupt Interesse daran hatte. Ich kannte ihn ja gar nicht. Doch Leinar brauchte Hoffnung und die wollte ich ihm geben.
„Möglich“, räumte Leinar ein. Doch er sah nicht sehr überzeugt aus.
„Und, was ist mit deiner Mutter? Sie muss auch hier sein“, lenkte ich ihn von Lim ab.
„Keine Ahnung. Bisher hab ich sie jedenfalls nicht ge-sehen.“ Doch wegen ihr war er ja erst hergekommen. Bestimmt wusste sie, dass er hier war. Sie würde ihn doch besuchen, oder? Sie hatten sich so lange nicht gesehen.
„Weißt du, woher Sophann deine Familiengeschichte kennt?“ Die Frage beschäftigte mich immer noch und Leinar wollte offenbar nicht weiter über seine Mutter reden. Ich wollte ihn auch nicht bedrängen.
Leinar schüttelte grinsend den Kopf. Vermutlich we-gen meiner vielen Fragen. Dann antwortete er: „Na ja. Wer ein bisschen interessiert ist und recherchiert, wird wohl einiges über meine Familie rausfinden, allein im Internet schon. Ich glaub, da wurde sogar unser Stammbaum veröffentlicht.
Aber bei Sophann liegt noch ein besonderer Fall vor. Mein Vater hat zwei Brüder. Eilness und Tizian. Sophann ist die Tochter von Tizian und seiner Frau Anessa.“
„Dann ist sie sozusagen deine Cousine?“, fragte ich über-rascht. Damit hätte ich nun überhaupt nicht gerechnet. Also gehörte Sophann auch irgendwie zur Familie.
„Ja sozusagen, aber vorher hatte ich kaum was mit ihr zu tun. Mein Vater hat viel Kontakt zu Eilness, aber we-nig zu Tizian. Sie haben sich vor Jahren zerstritten. Es ging um Kleinigkeiten. Ein Geschenk wegen meinem und Evaniels Geburtstag. So was in der Art. Mein Vater und Tizian können beide sehr stur sein.“
„Oh!“ Diese Verwandtschaftsverhältnisse stiegen mir langsam zu Kopf. Da stieg ja Niemand mehr durch. Wer war eigentlich nicht mit uns verwandt?
„Ganz schön kompliziert, was?“, fragte Leinar mich, als hätte er meine Gedanken gelesen. Er sah mich schräg von der Seite an. Offenbar war ihm meine Antwort ir-gendwie wichtig.
„Allerdings“, bestätigte ich. „Bei Sophann hörte es sich immer so an, als würde sie dich nur flüchtig kennen.“ Das hatte mich irritiert.
„Tut sie ja auch. Mein Vater und Tizian sehen sich ja kaum. Aber das mit den komplizierten Verwandtschafts-verhältnissen gilt übrigens auch für dich“, erinnerte mich Leinar nun und warf mir einen vielsagenden Blick zu.
„Ja, ich weiß“, seufzte ich.
„Hast du Angst wegen der ersten Begegnung mit dei-nen Eltern?“, fragte Leinar mich. Jetzt drehte er den Spieß wohl um und stellte mir Fragen. Das war nur fair.
„Ich weiß nicht.“ Ich musste ernsthaft darüber nach-denken. „Ich glaube schon. Ich weiß halt nicht, was mich erwartet. Was, wenn sie ganz schrecklich sind?“ Ich hatte wohl wirklich Angst vor der ersten Begegnung mit ihnen.
„Das glaube ich nicht. Meine Oma ist mit ihnen be-freundet und hat ihnen die Krone überlassen. Sie wird schon wissen was sie da getan hat, oder nicht?“, bemerkte Leinar.
„Ja, sie scheint jedenfalls schwer in Ordnung zu sein. Wobei sie ja andererseits auch ihren eigenen Tot vorge-täuscht hat“, stimmte ich ihm mehr oder weniger zu. Auch wenn ich Leinar ungern daran erinnerte.
„Trotzdem … Ich glaub deine Eltern sind auch schwer in Ordnung. Ich hab gehört, Linnie soll wunderschön sein und Lunar ein ziemlich weiches Herz haben. Es soll ihnen schwer gefallen sein dich weg zu geben.“
„Ja, mag ja sein, aber sind sie auch gute Eltern?“ Da-von hatte ich nämlich überhaupt keine Ahnung. Ich kann-te sie ja gar nicht. Ich hatte einfach Angst, dass sie ganz schrecklich waren.
„Das weiß ich auch nicht, aber ich könnte es mir vor-stellen. Linnie soll ihrer Tante Corly sehr ähnlich sein und Lunar soll ein wahrer König sein, heißt es. Ich finde du solltest ihnen eine Chance geben. Das ist mein Rat. Dass ihr euch erst mal kennen lernen müsst, ist klar.“
„Ich werde es versuchen“, versprach ich. Vielleicht hatte Leinar Recht. Vielleicht machte ich mir einfach zu viele Sorgen.
„Aber nur, wenn du sie wirklich kennen lernen willst.
Wenn du dir Zeit lassen willst, ist das auch ok“, machte Leinar mir deutlich. Das war ihm wohl wichtig. Er wollte nicht, dass ich mich bedrängt fühlte.
„Ich weiß, Leinar. Ich werde erst einmal sehen wie sie so sind, mir also ein persönliches Bild machen. Aber ich vermute, dass dann nicht lange geheim bleiben wird, dass ich die Tochter von Königen bin“, gab ich zu Bedenken. Der Gedanke war mir eben erst gekommen.
„Muss es auch nicht“, entgegnete Leinar mir. „Die Hauptsache ist, dass die Sache mit unserer Seelenmagie geheim bleibt. Wer du wirklich bist, wäre vermutlich früher oder später sowieso rausgekommen.“
„Das wird es“, versprach ich ihm. So was würde ich niemals verraten. Ich wusste wie wichtig da war. Ich steckte ja auch nicht allein in dieser Sache drin.
„Ich weiß. Komm her.“ Er zog mich nun endgültig in seine Arme und dann lagen seine Lippen auf meinen und wir küssten uns zärtlich. Mir wurde ganz wohlig warm dabei. Leinar war sehr sanft und das gefiel mir.
„Mach dir keine Gedanken. Es wird sich schon alles fügen“, versuchte er mich zu beruhigen.
„Ich weiß“, nickte ich mit großer Überzeugung. „Denn du bist ja an meiner Seite.“ Das klang vielleicht kitschig, aber es war so.
Meine Bemerkung entlockte ihm ein Lächeln und das allein war es schon wert gewesen. Er lächelte so selten.
„Leinar, glaubst du, du wirst Freunde finden?“, wollte ich besorgt von ihm wissen. Das beschäftigte mich seit wir hier angekommen waren. Er war nicht gerade die kontaktfreudigste Fee.
„Ich hab doch Freunde. Dich und Ariella.“ Das schien ihm zu reichen, denn er klang ziemlich erstaunt. Ganz so meinte ich das aber nicht und das sagte ich ihm auch.
„Ich meinte männliche Freunde. So ähnlich wie junge Bezugspersonen. Du weißt schon … Jemanden, mit dem du wirklich über alles reden kannst. Auch über Dinge, über die du mit mir oder Ariella vielleicht nicht redest oder nicht reden willst.“
„Ich weiß nicht. Vielleicht Zac oder Robin. Heute hab ich mich auch länger mit Robin unterhalten. Aber früher bin ich auch immer ohne Freunde ausgekommen.“
Das wusste ich, aber ich fände es schön, wenn sich das ändern würde.
„Ich weiß, aber es ist doch schön Freunde zu haben. Einsamkeit bekommt Niemanden“, fand ich. Das war zu traurig.
„Ich werde es mal mit Zac und Robin versuchen“, ver-sprach er mir und das reichte mir. Vielleicht klappte es ja. Ehrlich gesagt hätte ich die beiden auch ausgewählt. Sie schienen nett zu sein und mit Leinar auf einer Wellenlänge zu schweben.
„Ich weiß gar nicht, wie du es geschafft hast, dass ich mich so schnell in dich verliebt hab.“ Ich merkte erst, dass ich das laut ausgesprochen hatte, als es schon zu spät war. Leinar schien aber nicht zu stören, was ich gesagt hatte. Im Gegenteil. Er grinste, wenn auch etwas verlegen.
„Frag mich mal“, entgegnete er. „Keine Ahnung was du mit mir anstellst. Ich bin sonst nicht so.“
„Wie, so?“, hakte ich nach. Natürlich konnte ich mir denken, was er meinte.
„Ich rede eigentlich nicht viel und auch nicht so gerne wie mit dir. Schon gar nicht über Persönliches“, erklärte er mir.
„Aber vielleicht hast du gerade das mal gebraucht.“
Er grinste und zog ich zog ihn noch enger an mich.
Den Rest des Abends verbrachten wir zusammen auf dem grauen Sofa. Wir kuschelten miteinander und war-fen uns immer hauchzarte Küsse zu. Ich knabberte mal an seinen Hals oder er an meinem Ohr. Das kitzelte dann und ich lachte. Ich kuschelte mich in seine Arme und allein dieser Moment fühlte sich so wunderbar an. Leinar in meiner Nähe zu haben fühlte sich richtig an.
Erst als uns schon fast die Augen zufielen, standen wir auf, und gingen ins Bett. Es war immer noch seltsam Leinar schlafend neben mir zu haben, aber auch sehr schön.
Morgen war der erste Schultag und ich war schon sehr aufgeregt. Ich wollte dafür fit sein, also versuchte ich wirklich zu schlafen. Dennoch lag ich noch ein wenig wach und dachte an das, was ich erlebt hatte, seit ich in den magischen Zug gestiegen war. Mein Leben hatte sich verändert. Es würde jetzt wohl auf jeden Fall aufregender werden.

Kapitel 29 Freundinnen

– Ein bisschen Freundschaft ist mir mehr wert
als die Bewunderung der ganzen Welt. –

Otto von Bismarck deutscher Staatsmann

Im großen Gemeinschaftsraum wirkte ziemlich überfüllt. Die Uhr an der Wand zeigte an, dass es viertel nach zwei war. Alle Schüler schienen sich hier treffen zu wol-len. Sie verteilten sich im ganzen Raum entweder an den Tischen an den Wänden oder auf den Sofas und Sessel, die im Raum standen.
Ich kannte noch nicht viele Leute und so sah ich mich in dem Raum um. Nach einer Weile entdeckte ich Sophann und Lily und ging mit Leinar zu ihnen. Sie sa-ßen in einer Ecke an der grauen Wand neben dem großen Fenster auf einem kleinen grünen Sofa.
„Hey“, begrüßte ich sie. Sophann stand auf und umarmte mich fröhlich.
„Dich sieht man ja kaum noch“, beschwerte sie sich. Sie meinte es nicht wirklich böse. Eher scherzhaft. Das sah ich an ihrem grinsenden Gesicht.
„Wir haben lange geschlafen und dann Mittag geges-sen“, erklärte ich nur. Wir setzten uns auf dem roten Ses-sel neben der Couch. Leinar nahm auf der Lehne Platz.
„Ich war schon total früh auf und hab mich im Schloss umgesehen“, berichtete Sophann uns nun aufgeregt. „Es ist einfach so schön hier. Hinter dem Schloss gibt es eine große Terrasse mit Liegestühlen und ein Fußballfeld. Im Schloss gibt es einen Bereich für ein Schwimmbad, ein Whirlpool und eine Sauna. Sogar ein großes Kino befin-det sich im Hauptgebäude. Einfach herrlich!“
Ich hatte mich schon genug mit der menschlichen Welt beschäftigt, um zu wissen, was ein Kino war. In unserer magischen Welt gab es so was nicht.
„Vermutlich findet dort der Unterricht Film und Fern-sehen statt“, bemerkte ich nur.
Wir hatten zwar die meisten Fächer auf derselben Eta-ge, aber manche auch auf anderen, weil die Räume dafür dann auf anderen Ebenen waren.
„Sophie, weißt du wo Robin ist?“, erkundigte sich Leinar bei Sophann.
„Hm, ich hab ihn länger nicht mehr gesehen, aber ich glaube, er wollte in die Bibliothek“, antwortete Sophann ihm.
„Ich denke, ich werde ihn mal suchen“, verkündete er. Ich glaube, er fühlte sich nicht wohl bei uns Mädchen. So als einziger Junge.
An mich gewandt sagte er: „Wir sehen uns ja später. Dann können wir reden.“
„Ja klar, gern.“ Ich lächelte ihn an, er erwiderte es und schon war er verschwunden.
„Was läuft da jetzt eigentlich zwischen dir und Neal? Komm, erzähl schon“, forderte Sophann mich auf, sobald er fort war.
Heute sah sie wieder ganz normal aus. Gewöhnlich eben und irgendwie niedlich.
„Ich weiß nicht. Er ist süß“, gestand ich. Abzustreiten wie sehr ich ihn mochte, war wohl äußerst sinnlos. Die Mädels würden mir sowieso nicht glauben.
Die Wahrheit war: Ich hatte ihn viel zu gern. Meine Freundinnen würden mich auslachen, sollte ich es abstreiten. Und eigentlich hatte ich das auch gar nicht vor.
Also erzählte ich weiter: „Wenn er sich Jemanden öffnet, kann er unglaublich lieb sein. Aber irgendwie wirkt er immer einsam, selbst wenn er nicht allein ist.“
„Klingt verführerisch“, fand Sophann fast verträumt. „Und auch ein bisschen traurig und geheimnisvoll.“
„Küsst er gut?“, fragte Lily unvermittelt und selbst Sophann war schockiert über diese direkte Frage.
„Woher willst du wissen, dass wir uns geküsst haben?“, fragte ich, um Zeit zu gewinnen. Ich wollte mir die Antwort gut überlegen. Natürlich konnte ich sie auch verweigern, aber wieso sollte ich?
„Ach komm schon!“ Lily verdrehte die Augen, als sei ich schwer von Begriff. „Wenn der nicht auf dich steht, dann weiß ich auch nicht, und dass du ihn sehr magst ist mehr als offensichtlich. Du hast es ja gerade selbst zuge-geben.“
Ich wusste, dass ich ihnen gar nichts hätte gestehen müssen. Es war mein Leben. Aber sie waren meine Freundinnen und ich wollte mit ihnen darüber reden. Also gab ich nach. „Na gut, du hast mich erwischt. Wir ha-ben uns wirklich geküsst und er küsst verdammt gut.“ Ich grinste verlegen.
„Wusste ich es doch“, jubelte Lily zufrieden.
„Moment mal. Du hast Neal wirklich geküsst? Den Neal?“, fragte Sophann leicht geschockt.
„Ja, hab ich. Wieso, was ist denn mit ihm?“ Ich ver-stand nicht, wieso Sophann so geschockt davon war.
„Weißt du denn nicht, wer er ist? Seine Oma ist Lady Meisold und sein Opa Lim. Lim ist der Sohn von Coren-tin und Lilien. Die beiden sind legendär und sie sind Neals Urgroßeltern.“
„Dann ist Leinar auch ein Nachfahre von Corentin und Lilien?“, fragte ich unvorsichtig.
„Wieso denn auch?“, wollte Sophann wissen. Ihr entging nichts so schnell.
„Ach nichts“, sagte ich voreilig, denn Lilys Augen funkelten verschwörerisch. Hatte sie eins und eins zu-sammengezählt?
Eigentlich hätte mich noch interessiert, woher Sophann das eigentlich alles wusste, aber es war mir zu heikel, sie jetzt danach zu fragen. Auch sie musterte mich argwöhnisch, sagte aber nichts weiter dazu.
„Na, jedenfalls ist Lim sein Opa und Keenas Vater.“, erzählte Sophann einfach weiter. Jetzt wusste ich also wieder, woher mir der Name bekannt vorkam. Ob Lim wohl auch hier im Schloss war?
„Na gut. Genug von mir. Was ist mit euch? Wo ist überhaupt Emma?“, lenkte ich geschickt von mir ab.
„Sie macht ihr alltägliches Kampftraining. Um sich fit zu halten, sagt sie“, erzählte Lily. Anscheinend hielt sie nicht viel davon.
„Wir genießen lieber unsere Freizeit und beobachten Jungs“, erklärte Sophann ziemlich zufrieden.
„Wen zum Beispiel?“, wollte ich wissen.
„Ich find diesen Justin total schnucklig oder diesen äl-teren Jungen aus Tindemu. Ich glaube er heißt Zac.“
„Zac?“ In unserer Welt gab es nicht viele Namen doppelt. „Hat er vielleicht eine Schwester?“
„Könnte sein …“, antwortete Sophann gedehnt und verträumt gleichzeitig.
„Wo hast du den denn kennen gelernt?“, wollte ich nun wissen. Ich war neugierig geworden. Natürlich gab es hier in der Schule genug Möglichkeiten, um andere Schüler kennen zu lernen, aber ausgerechnet Zac? Das war ja wirklich schon sehr zufällig.
„Ich häng nicht nur mit Leinar rum“, gab Sophann nur vage zur Antwort. Sie meinte das nicht wirklich böse. Also überging ich ihren schnippischen Tonfall.
„Er und seine Schwester sitzen Leinar und mir im Speisesaal gegenüber. Er wirkt nett.“
„Auf jeden Fall ist er heiß“, bemerkte Sophann und zwinkerte mir grinsend zu.
Ich schmunzelte bei ihrem Ausdruck. Er sah wirklich nicht schlecht aus mit seinen tiefen dunklen Augen, den braunen kurzen Haaren und seinem liebevollen Gesicht. Er wirkte auch recht sportlich, wie ich schon bemerkt hatte, als ich ihn zum ersten Mal sah.
„Also ich steh ja auf Sören. Er erinnert mich extrem an diesen männlichen Schauspieler Jamie Campbell Bower, der in diesem Film mit den Schattenjäger mitgespielt hat“, bemerkte Lily nun.
„Meinst du Die Chroniken der Unterwelt?“, fragte ich sie. Mit menschlichen Fantasyfilmen kannte ich mich aus.
„Ja, genau den“, nickte Lily.
„Ja, ein bisschen erinnert Sören wirklich an ihn“, be-stätigte ich nun. Aber sein Zwillingsbruder Justin auch. Er sah ihm nämlich sehr ähnlich. Beide blondes kurzes Haar, ein markantes Gesicht und eine schlanke Figur.
„Der Schauspieler hat doch auch in Harry Potter diesen Grindelwald gespielt, oder?“, wollte Lily nun verträumt wissen.
„Ja stimmt, ich hab das irgendwo schon mal gelesen.“
„Robert Pattinson spielt ja auch in Harry Potter mit. Diesen Cedric Diggory“, bemerkte Sophann und so un-terhielten wir uns weiter über menschliche Fantasyfilme.
Wir waren alle vier hoffnungslose Filmfans und muss-ten wohl irgendwann mal einen gemeinsamen Filmabend planen. Fernsehräume gab es dafür ja genug oder viel-leicht konnten wir sogar das Kino dafür buchen.

Kapitel 3 Der magische Zug

Engel fliegen einsam,
Du und ich gemeinsam,
Engel fliegen einsam,
Niemals mehr allein sein.

Christina Stürmer – Engel fliegen einsam

Die letzte Nacht in meinem eigenen Bett schlief ich wie ein Murmeltier. Mein Koffer war schon längst gepackt. Alles konnte ich nicht mitnehmen, aber den Groß-teil meiner Kleidung und ein paar meiner Lieblingssachen, sowie Fotos von meinen Eltern und mir. Ich würde meine Eltern wohl erst in ein paar Jahren wieder sehen. Nur die Erwählten durften die Menschenwelt betreten und wir selbst durften erst nach unserer Ausbildung wieder nach Hause und manchmal auch in den Ferien, aber auch nur unter bestimmten Voraussetzungen und ich wusste noch nicht welche das waren.
Der Morgen brach ruhig an und ich stand früh auf, damit ich noch mal mit meinen Eltern frühstücken konnte. Luciana und Jonael waren stille Feen, die gerne Musik hörten. Meine Mutter sang sogar selbst und sie hatte die sanfteste und schönste Stimme auf der Welt. Meine El-tern waren beide blond und hatten beide blaue Augen. Nur dass die Augen meiner Mutter Lapislazuliblau waren, also dieses kräftige dunkelblau und manchmal wirkten sie wie schimmernde Kristalle. Bei meinem Vater war es einfach das typische AugenfarbenBlau.
Das Gesicht meiner Mutter war zart und zierlich wäh-rend das meines Vaters nur beinahe hübsch war. Um wirklich schön zu sein war die Haut etwas zu rau und etwas zu markant. Doch ich liebte sein Gesicht. Er war groß und gut gebaut mit breiten Schultern. Sie einen gan-zen Kopf kleiner als er und insgesamt recht zierlich. Beide trugen schlichte Kleidung meist in den Farben blau, grau oder weiß. Manchmal auch schwarz. Heute war es bei Luciana ein weites weißes Kleid. Es war oben mehr so ein T-Shirt-Kleid mit langen Ärmeln und ohne Ausschnitt. Unten fiel der Rock etwas weiter. Er trug einen blauen schlichten Rollkragenpullover und eine blaue Baumwollhose.
Eigentlich war ich total anders als die Zwei und woher ich meine roten Haare hatte, wusste ich auch nicht. Es konnte mir keiner sagen. Ich hatte nur die Mutter meines Vaters (Annbelle) gekannt und sie stand mir sehr nahe, aber rote Haare hatte sie nicht. Letzten Sommer ist sie von uns gegangen.
Ich war eher geselliger als sie und redete viel mehr. Mit meinem Vater saß ich abends oft noch draußen und wir unterhielten uns.
Als ich runter kam, saßen meine Eltern bereits am Tisch und ich hörte im Hintergrund leise Musik. Ich setzte mich zu ihnen. Unser Tisch war weiß und stand in einer weißen Küche, doch er war heute reicher bedeckt als sonst. Demnach war heute wohl in meiner Familie ein besonderer Tag.
Ich goss mir Saft ein und bestrich Brot mit Käse. Meistens aßen wir schweigend. Wir redeten schon miteinander, aber nur an bestimmten Orten im Haus. Zum Beispiel in unseren Zimmern, aber normalerweise nicht in der Küche. Beim Essen lauschten wir der Musik. Heute schien allerdings eine Ausnahme zu sein.
„Wie fühlst du dich, Mie? Bist du bereit?“, eröffnete mein Vater das Gespräch. Ihn mochte ich etwas lieber als meine Mutter. Er war weniger distanziert. Mit meiner Mutter war ich irgendwie nie richtig warm geworden, aber trotzdem bedeutete sie mir viel. Sie war mir teilweise zu streng. Mein Vater brach auch mal die Regeln des Hauses. Die hatte meine Mutter aufgestellt.
„Ich weiß nicht“, seufzte ich. „Ich wäre so gerne hier geblieben. Ich weiß immer noch nicht, warum ausgerechnet ich ausgewählt wurde.“
„Ich weiß nicht viel von der Welt da draußen“, gab mein Vater zu. „Aber ich hab gehört, dass jeder aus einem bestimmten Grund ausgesucht wurde. Du auch!“
Stirnrunzelnd sah ich meinen Vater an. Bildete ich es mir ein oder wusste er mehr darüber als er zugab? Ich hätte ihn so gern danach gefragt, aber ich traute mich nicht. Ich wusste selbst nicht wieso. Ich hatte einfach das Gefühl, ich würde keine Antwort von ihm erhalten. Vielleicht durfte er auch nichts sagen. Was immer er wusste.
„Hast du denn gestern schon jemanden kennengelernt?“, fragte meine Mutter jetzt hoffnungsvoll.
„Nur Sophann“, antwortete ich ihr. „Aber sie scheint nett zu sein.“
„Na das ist doch schon mal etwas.“ Meine Mutter wirkte zufrieden.
„Ja.“ Den Rest des Frühstücks verbrachten wir wie gewohnt schweigend. Wir waren nicht so gut im Miteinander reden.
Viel zu früh kam der Zeitpunkt, an dem ich mich von meiner Mutter verabschieden musste. Sie würde nicht zum Bahnhof mitkommen. Mein Vater räumte schon mal mein Gepäck in den Wagen.
„Pass auf dich auf, Liebes“, bat sie mich. „Bestimmt ist es da draußen gar nicht so schlimm wie du jetzt denkst. Du wirst Freunde finden und die Chance auf ein neues Leben haben. Und was immer du hören wirst, ich hoffe du weißt, dass wir dich lieben.“
Ein zweites Mal an diesem Morgen runzelte ich die Stirn. Was meinte sie mit dieser letzten Andeutung?
„Das weiß ich doch“, versicherte ich ihr. „Ich liebe euch auch.“
Dann umarmten wir uns ganz fest und dann ließ ich sie allein zurück. Ich sah mich nicht noch mal zu ihr um. Abschiede waren noch nie mein Ding gewesen.

Als wir beim Bahnhof von Raubit ankamen, parkte mein Vater das Auto auf den vollen Parkplatz in die allerletzte Lücke. Wir waren spät dran. Er räumte das Ge-päck wieder aus dem Auto und reichte es mir.
„Du wirst mir schrecklich fehlen, meine Kleine“, sagte er und umarmte mich fest.
„Ihr mir auch, aber ich werde euch so oft es geht schreiben“, versprach ich.
Mein Vater sah mich mit einem Blick an, den ich nicht deuten konnte. Vermutlich glaubte er mir nicht. Ich hatte keine Ahnung wieso. Er sagte nur: „Hoffentlich.“
„Auf jeden Fall“, beteuerte ich und ging dann in Rich-tung Zug. Er kam nur einmal im Jahr, wenn die Erwählten abgeholt wurden.
Auch die Autos benutzten wir selten, eigentlich fast nie. Flugzeuge gab es bei uns auch nicht und so war es verkehrsmäßig ziemlich ruhig bei uns. Nur hin und wieder flogen Hexen am Himmel.
Der Zug würde noch weitere Erwählte in fünf weite-ren Städten abholen. In jeder Stadt gab es eine Schule und Raubit war die Hauptstadt. Aus den anderen Städten (Zaall, Tindemu, Landford, Bibasty und Simheg) würden auch jeweils acht Erwählte mitkommen, aber die Auswahl war meist kleiner. Jede Stadt hatte im Zug ihren eigenen Wagon.
Der magische Zug war kein gewöhnlicher Zug, natür-lich nicht. Er war überzogen mit feinem Feenstaub, der wie viele kleine Sterne aussah. Die Wagons waren so groß, dass jeweils acht Betten reinpassten. Insgesamt hatte er die Länge von zwei Regionalzügen in der menschlichen Welt.
Er konnte nicht nur auf Schienen fahren, sondern ein-fach überall und auch fliegen und sich unsichtbar machen. Wenn der Zug irgendwo hielt kamen oft viele Schaulustige um, den Zug wenigstens einmal in ihrem Leben zu sehen. Manchmal auch von weit her aus den Dörfern. Diese Feen hatten einfach nicht die Mittel jedes Jahr nach Raubit zu fahren. Nicht jede Fee war reich und zu Fuß gingen die Wenigsten gerne und auch reiten war den Meisten zu mühselig.
Ich kämpfte mich durch die Menge und stand schließlich direkt vor dem Zug. Ein wenig weiter in der entdeck-te ich Leinar. Obwohl so viele Leute um ihn rum standen, wirkte er irgendwie allein und verloren. Niemand sollte so in einer Menge wirken.
Plötzlich kam Sophann aus der Masse und auf mich zu. Sie trug nur einen Rucksack bei sich und ich hatte schon gedacht, ich hätte wenig Gepäck dabei mit meiner riesigen Reisetasche.
„Hey, du bist ja schon da!“, rief Sophann erfreut.
„Schon?“, fragte ich sie verwirrt. „Ich dachte ich sei spät dran.“
„Ach nein“, winkte sie ab. „Der Zug fährt doch erst in fünfzehn Minuten ab. Wir sollten gleich schon mal ein-steigen“, erklärte Sophann mir.
„Ok.“ Wenn das so war… Fünf Minuten später durften wir dann wirklich rein. Sophann und ich gingen zuerst und die anderen folgten uns. Wir hatten den Wagon ziemlich in der Mitte mit dem „R“ für Raubit drauf.
Zunächst wirkte alles wie in einem normalen Zug, aber sobald wir die Tür zu unserem Wagon aufstießen, staun-ten wir nicht schlecht. Das Innere war eingerichtet wie ein Wohnzimmer. Der Raum war riesig und ich fragte mich, wo der ganze Platz herkam. Von außen hatte es so unscheinbar gewirkt.
Acht Sofas passten in den Raum, ein Tisch, ein Kamin und ein Fernseher. Jedes Sofa war mit Namen versehen. Mich hatte man zwischen Sophann und Leinar einquar-tiert. Dass ich die ganze Fahrt über neben Leinar sitzen sollte, machte mich nervös. Man hatte uns erzählt, wir würden insgesamt drei Tage fahren. Unseren Wagon würden wir kaum verlassen, denn selbst die Toiletten grenzten daran. Nun denn, das könnte interessant werden. Ich war gespannt, wie sie uns nachts Betten herbei zaubern wollten, oder sollten wir etwa auf dem Sofa schlafen?

Kapitel 1 Neue Wege

So, auf besonderen Wunsch stelle ich nun doch meine Geschichte hier zum Lesen hier rein. Kommentare und Meinungen sind immer gern gesehen.

Allerdings möchte ich euch bitten, sie nicht zu kopieren oder abzuschreiben. Das Urheberrecht dieser Geschichte liegt allein bei mir. Vielen Dank.

Es mag sein, dass noch nicht alles perfekt ist und es immer noch trotz mehrmaligen Korrigieren nicht ganz zusammen passt. Wenn ihr was findet, was nicht zusammenhängend ist oder nicht zusammen passt, würde ich mich freuen, wenn ihr mir Bescheid gebt.

Ich denke ich werde so weit es geht jeden Tag ein Kapitel reinstellen.

 

Neue Brücken, über Flüsse, voller dummer Arroganz,
Neue Brücken über Täler tiefster Intoleranz,
Neue Brücken, neue Wege aufeinander zuzugehen,
Ganz behutsam, voller Achtung, miteinander umzugehen.

Pur – Neue Brücken

Mein Name ist Mianna und ich habe Angst. Heute ist mein 18. Geburtstag und zusammen mit sieben weiteren jungen Leuten sollen wir in die Schule in die Welt der Menschen ziehen. Wie sollte ich dort klar kommen? Ich kannte nur meine Welt voller Magie und Wunder und ausser in der Uni für Zauberfeen, die es dort gibt, und in den WGs durften wir dort bestimmt nicht zaubern. Alles andere wäre einfach zu auffällig.
Eigentlich hatte ich gehofft hier bleiben zu können. Aus einem Jahrgang voller achtzehnjährigen – egal ob sie heute Geburtstag hatten oder im Laufe des Jahres – wur-den von etwa zweihundert Schülern nur acht ausgewählt für diesen besonderen Lebensweg. Wieso war also gerade ich ausgewählt worden? Wie sollte mein Leben in der Menschenwelt aussehen, wenn wir kaum Magie verwen-den durften? Ich wusste noch nicht mal, was wir in der Menschenwelt sollten. Das wurde uns erst da drüben erklärt.
Sogar meinen Namen wollten sie ändern. Aus Mianna soll Mia werden. Mia! Anna oder Maya wurde ich ja
schon öfter genannt, aber Mia? Das mit der Namensände-rung war wohl einerseits, weil manche unserer Namen in den Augen der Menschen sehr merkwürdig klang und andererseits, weil es einfach Sitte an der Schule war.

  Jedenfalls war ich die Erste, die den Raum betrat, in dem ich die anderen treffen sollte. Es war ein Treffen für die neuen Erwählten. Ich wartete also auf die anderen. Wir sollten uns schon mal etwas kennen lernen bevor es morgen losging.
Als sie endlich kamen, bemerkte ich, dass ich zwei von ihnen zumindest flüchtig kannte. Eins war ein Mädchen mit braunem langem Haar. Sie wirkte ziemlich unschein-bar für eine Zauberfee.
Außerdem war da noch ein Junge mit pechschwarzen Haaren und schlanker Gestalt, den ich ein paar Mal gese-hen hatte. Er sah nicht unbedingt wie ein Model aus, aber irgendwie war er schön. Sein Gesicht war ziemlich kan-tig, er war dünn, aber auch etwas muskulös und seine dunklen Augen funkelten aufgeregt. Er trug einen engen gelben Pullover und schwarze Jeans. Offenbar hatte er sich schon was von der Kleidung ausgesucht, die wir mitnehmen konnten. Doch er war immer noch barfuß. Wir Zauberfeen liebten es ohne Schuhe und Strümpfe zu gehen.
Irgendwie schien der Junge aus den Schülern heraus zu stechen, während das Mädchen eher in der Menge unter ging. Hätte ich sie nicht schon vom Sehen gekannt, wäre sie mir wohl gar nicht aufgefallen.
Gleich bei unserer „Erwählung“ konnten wir uns Klei-dung für die Menschenwelt aussuchen. Da gerade in der ganzen Menschenwelt Sommer war (was es seit über hundert Jahren nicht mehr gegeben hat), hab ich mich für ein hellblaues Sommerkleid entschieden. Es passte gut zu meinen roten Haaren und ließ mein Gesicht nicht so schmal wirken.
Das unscheinbare Mädchen kam gerade auf mich zu.
„Hi, ich heiße Sophann, aber in der Menschenwelt werde ich wohl Sophie heißen. Ich bin so aufgeregt was mich da draußen erwartet. Ich hab schon viele Gerüchte darüber gehört. Ich hatte immer gehofft eines Tages da-hin zu können und jetzt ist der Traum wahr geworden. Bist du auch so aufgeregt?“
Offenbar war Sophann eine Labertasche, aber weil sie eine so absolute Begeisterung ausstrahlte, musste ich trotzdem grinsen.
„Es geht, ich wollte eigentlich immer hier bleiben und ich find es nicht so toll, fort zu müssen“, gestand ich.
„Ich bin übrigens Mianna, in Zukunft wohl Mia.“
„Also Mia“, nickte Sophann. „Wir sollten uns besser so früh wie möglich an unsere neuen Namen gewöhnen. Und ich glaub, du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Da draußen wird es bestimmt ganz toll.“
Ich lachte. „Du scheinst dir ja ziemlich sicher zu sein.“
„Klar.“ Sie sagte das, als sei es das Selbstverständ-lichste auf der Welt. „Ich träume wie gesagt schon seit meiner Kindheit davon auf die andere Seite zu gehen.“
Ich nickte und bemerkte, wie der schwarzhaarige Jun-ge allein in einer Ecke stand und mich beobachtete.
„Weißt du, wer das ist?“, fragte ich Sophann und deu-tete auf den Jungen. An Sophie wollte ich mich noch nicht gewöhnen. Sophann klang so schön.
„Ach, der …“, winkte Sophann ab. „Das ist Leinar. Ich glaub ab Morgen wird er Neal heißen. Er war im Klas-senraum neben mir, aber er ist ein wenig merkwürdig. Hängt ständig alleine rum und er hat keine Freunde. Er ist sehr still.“
„Hm“, machte ich nur. Irgendwie konnte ich mir nicht vorstellen, dass ein Junge wie er keine Freunde hatte. Jungen wie er hatten doch massenweise Freunde. Da stimmte was nicht. Das spürte ich. Plötzlich hatte ich schon ein Ziel in der Menschenwelt. Ich wollte ihn besser kennen lernen. Er faszinierte mich irgendwie.
Außer Sophann sprach heute noch mit Niemanden. Morgen im magischen Zug konnte sich das ja noch än-dern. Vielleicht würde ich da ja sogar die Gelegenheit haben zum ersten Mal mit Leinar zu reden. Falls er mir die Möglichkeit dazu gab.

Die Namen

Es gibt viel, was ich zu diesem Thema sagen könnte oder zu diesem Bereich. Heute beschäftige ich mich mit den Namen in meiner Geschichte.

Viele der Namen hab ich mir selbst ausgesucht. In meiner Welt ist es Sitte, dass die Feen die Namen, sobald sie in die Zauberschule kommen, ändern. Das hat keinen bestimmten Grund. Es ist einfach so. Deswegen erkläre ich es auch nicht weiter. Aber generell war die Idee dahinter, dass die Namen aus der Zauberwelt für Menschenohren manchmal vielleicht zu fremd klingen. Wobei meine Namen zum größten Teil nicht zu kompliziert sind und es bei uns Menschen vermutlich noch viel ausgefallenere Namen gibt. Aber es ist meine Welt und deswegen hab ich es so gemacht. Mir gefiel die Idee.

Besonders Städtenamen fielen mir immer schwer zu finden. Also aussergwöhnliche Namen, die es so nicht gibt. Vielleicht sind meine Namen nicht ganz so aussergewöhnlich, aber selten denk ich schon. Ich hab einfach ein paar Sätze gebildet und mit den Anfangsbuchstaben Wörter gebildet und das vielleicht mal etwas variiert. So kamen Tindemu, Bibasty, Landford, Raubit, Simheg und Zaall dabei raus. Tindemu gefällt mir besonders gut, wobei ich auch dabei an Timmendorf denken muss irgendwie, aber als ich auf Tindemu kam, war das nicht der Fall. Raubit gefällt mir ja auch sehr gut. Und Zaall klingt irgendwie ein wenig niederländisch. Aber mir gefiel deshalb auch diese Schreibweise so gut.

Personennamen gibt es so viele, sodass ich mir einige dabei herauspicke. Und zwar: Corentin, Leinar, Mianna, Sophann, Tiljan, Cameron, Lilien, Tedren und Renn, Lim und Corly.  Das sind ja auch schon einige.

Corentin hab ich irgendwo mal gelesen und diesen Namen fand ich selten und er hat mir gut gefallen. So hab ich ihn als Hauptcharakter der Vorgeschichte gemacht. Corentin spreche ich Ko-ren-tien schnell hintereinander aus.

Ich wollte immer einen Neal. Den Namen mag ich irgendwie. Aber Neal klang nicht so schön für eine Fee. Also leitete ich aus dem Namen Neal den Namen Leinar ab und er klingt perfekt für meinen männlichen Hauptcharakter.

Bei Mianna ist es ähnlich wie bei Neal. Ich wollte eine Mia, aber auch das klang nicht nach einer Fee. Also machte ich aus Mia Mianna und Mianna find ich jetzt perfekt.

Auch bei  Sophann ist die Geschichte wie bei Leinar und Mianna. Aus Sophie wurde Sophann.

Tiljan ist eine Zusammensetzung aus Till und Jan. Dieser Name gefällt mir persönlich besonders gut. Er klingt einfach schön. So weich irgendwie.

Den Namen Cameron mochte ich irgendwie schon immer. In weiblicher wie in männlicher Form. Für meinen Charakter Cameron schien er perfekt zu sein.

Ich weiß gar nicht mehr wie ich auf Lilien gekommen bin, aber so heiße ich jetzt auch in vielen Foren, nur mit A. Deswegen bin ich jetzt auch bei der Fortsetzung immer ziemlich oft ins Stolpern geraten bei dem Namen und wollte ihn immer mit A schreiben, aber damals hatte ich mich für die Schreibweise mit E entschieden.

Auch wie ich auf Tedren gekommen bin, weiß ich nicht mehr genau. Vielleicht hab ich den Namen mal irgendwo gehört. Jedenfalls passt er zu seiner Rolle in meiner Geschichte gut.

Und zum Schluss sind da noch Renn, Corly und Lim. Die entstanden aus den Namen Corentin und Lilien. Renn aus dem Teil „Ren“ aus Corentins Namen, Corly als weibliche Abkürzung für Corentin und weil ich Corentin auch mal Cory genannt hab und das klingt ähnlich. Und Lim ist aus den Anfangsbuchstaben von Lilien enstanden. Ich mag die Kombi irgendwie. Besonders Renn gefällt mir richitg gut.

Sonst hab ich Namen gewählt, die passend für meine Geschichte klingen oder die, die ich mag wie Leonie, Robin und Emma zum Beispiel.

Irgendwie beschäftige ich mich schon mit Namen, seit ich Geschichten schreibe. Also seit meiner Jugend etwa. Die haben mich einfach schon immer fasziniert und ich gucke auch oft in Babygalerien oder Namenforen auf der Suche nach neuen Namen. Wobei die Babygalerien irgendwie nicht mehr so gut sortiert sind wie früher.

 

 

Die Freunde

Das Mädchen hatte in der Schule vier beste Freundinnen.

Die erste Freundin lernte das Mädchen gleich im beim Kennen Lernen in der Feenschule kennen. Sie wurde ihre allerbeste Freundin. Ausserdem war sie die Cousine des Jungen. Die allerbeste Freundin des Mädchens war eher unscheinbar, aber auch lustig und aufgedreht.

Die zweite Freundin lernte sie im magischen Zug bei einem Kennen Lern Spiel kennen. Das Mädchen erzählte ihr auch von dem Jungen, weil die Freundin danach gefragt hatte. Diese Freundin liebte magischen Kampfsport und wollte allen anderen es gerne beibringen.

Die dritte Freundin war auch im magischen Zug im selben Wagon wie das Mädchen, aber sie lernte sie erst später besser kennen. Später freundete sie sich mit einem Familienmitglied des Mädchens an und kam mit ihm zusammen.

Die vierte Freundin lernte das Mädchen erst im Speiseaal in ihrem Turm kennen. Sie hatte einen Bruder, der mit der ersten Freundin zusammen kam.

Der Junge und das Mädchen unternahmen öfter was mit ihren Freunden, aber sie verbrachten auch viel Zeit allein miteinander.

Der Junge hatte erst gar kein Bedürfnis dazu, Freunde zu finden. Das Mädchen reichte ihm vollkommen. Doch dann freundete er sich mit zwei Jungen an. Einen hatte er im magischen Zug beim Kennen lernen getroffen und der andere war der Bruder von der vierten Freundin des Mädchens. Sie unterhielten sich kaum über Persönliches, aber das war dem Jungen auch ganz recht so.

Der Junge hatte aber auch noch eine Freundin aus alten Tagen. Sie war öfter zu Besuch gekommen und nach dem Verlust, den der Junge erlitten hatte, hatte es eine Art Ersatz in dem Jungen gesehen. Dennoch war der Junge gerne mit ihr zusammen.

Dies ist die Geschichte von dem Mädchen und dem Jungen und ihren Freunden. Wieder mal erzählt in Märchenform. Ich versuche auch den anderen Charaktere solche Überschriften zu geben.