Writing Friday: Der Geist der Weihnacht

Ich hab auch mal wieder eine Geschichte für Writing Friday geschrieben. Bei mir dauert immer alles länger, da ich alles abschreibe, was ich vorschreibe, aber hier kommt sie. Noch ein wenig weihnachtlich.

Der Geist der Weihnacht

Ich hatte einen kleinen Tannebaum in meiner Wohnung. Er war liebevoll mit Lametta und Weihnachtskugeln dekoriert, aber nun war es an der Zeit ihn zu entsorgen. Er nadelte und sah einfach nicht mehr schön aus.
Ich schmückte also die Kugeln, die Lichterkette und den Lametta ab und wollte ihn dann klein schneiden. Doch plötzlich kam Leben in den Baum. Es wirkte als würde er niesen. Er schüttelte sich und der Lametta fiel von allen Seiten ab. Dann bewegte er sich tatsächlich vorwärts. Er war so schnell, dass er wie ein grüner Strahl aussah.
Was war hier los? Ein lebender Tannenbaum? Das war doch verrückt.
Soweit es mir möglich war hechtete ich ihm hinterher. Er flüchtete die Treppen hinunter und aus dem Haus heraus. Vermutlich sah ich wie eine Irre aus, aber mein Tannenbaum flüchtete gerade tatsächlich. Wo wollte er denn hin?
Überall verlor er Nadeln. Sie verteilten sich im Haus und draußen. Das war einfach nur seltsam.
Plätzlich blieb er stehen. Es wirte als würde er sich umdrehen. Er nieste noch mal und dann schien seine Pause beendet zu sein. Er hechtete weiter.
Ich folgte ihm die Straßen hinunter und den Wald hinein. Natürlich, was sonst?
Plötzlich erschien ein helles Licht um den Baum herum und er schien mir zuzuflüstern.
„Justine, komm her!“
Tatsächlich zog mich das Licht magisch an. Ich bewegte mich darauf zu. Der Baum blieb, wo er war. Aber dann schien er mich zu umarmen. Dann veränderte sich der Baum auf einmal. Er verwandelte sich. Auf einmal stand ein wunderschöner Mensch vor mir. Gut, ganz menschlich war er natürlich nicht.
“Wer bist du?”, fragte ich den Jungen verwirrt.
“Danke, Justine. Du hast mich erlöst. Ich bin der Geist der Weihnacht, wurde aber vor langer Zeit in diesen Baum eingesperrt. “Ohne mich wäre Weihnachten bald vergessen worden.”
“Das verstehe ich nicht”, gestand ich ihm.
“Wie kannst du in einem Baum eingesperrt sein und wer hat das getan? Und wieso bist du menschlich?”
Der Geist der Weihnacht lächelte und sah dabei noch schöner aus. “Das ist kompliziert. Vielleicht wirst du es eines Tages verstehen, denn du wirst mein Nachfolger sein. Komm, Justine. Begleite mich ins Weihnachtsland.“
Ohne zu zögern oder an seinen Worten zu zweifeln begleitete ich ihn und wurde zum nächsten Geist der Weihnacht ausgebildet. Mein Leben war erfüllt und ausgeglichen und Weihnachten blieb erhalten. Hin und wieder versteckte ich mich in die Bäume, die um Weihnachten rum in den Häusern der Menschen standen, um zu sehen, wie glücklich sie waren. Ich war jedenfalls sehr glücklich, denn ich war sehr stolz auf meine Tätigkeit. Jedes Jahr an Weihnachten besuchte mich der alte Geist der Weihnacht und wir verbrachten den Tag zusammen. So war mein Leben mit Licht erfüllt.

ENDE

Was meint ihr?

Strandwege Teil 3

Und nun kommt ein weiterer Teil von der Strandgeschichte.

Strandwege Teil 3

Näher am Strand war es noch besser. Die Wellen rauschten, die kalte Luft spielte mit mienen Haaren und ich liebte diesen Geruch. Ich ließ im wahrsten Sinne des Wortes die Seele baumeln. Ich spazierte am Strand entlang. Die Flut kam gerade und ich zog den Spaziergang in die Länge. Leider war es zu kalt um die Schuhe auszuziehen und das Wasser um die Füße spielen zu lassen, aber Muscheln konnte ich ja wenigstens sammeln. Ich hatte immer eine Tüte dabei wo ich sie reintun konnte. Ich fand ein paar besonders schöne, musste aber irgendwann aufhören, weil meine Hände nur noch Eisklumpen waren. Außerdem fing ich sowieso langsam an zu frieren. Ich hatte meine Handschuhe vergessen. Da ich kein Strandcafe fand und Leuchttürme mir zu weit weg waren ging ich wieder zur Ortsmitte. Die war Gott sei Dank ausgeschildert. Am Strand war es einsam gewesen. Es war mir kaum jemand begegnet. Im Ort schlenderte der ein oder andere durch die Straßen, aber auch hier war recht wenig los. Aber die Läden waren weihnachtlich geschmückt und zuerst sah ich mich in einem Souvenierladen um. Hier gab es Ansichtskarten im winterlichen Stil und allerlei Dekokram und Geschenkideen. Zum Beispiel gab es Pinguinfiguren, Weihnachtsmänner, Leuchttürme oder auch Schlüsselanhänger. Mich zogen kleine Schlüsselanhänger mit Leuchttürmen dran an und außerdem stand ich schon immer auf Gläser. Eines mit Enten drauf zog mich besonders in seinen Bann. Ich ging damit zurück zur Kasse und die Verkäuferin packte es liebevoll ein.
„Ich lege ihnen noch einen kleinen Weihnachtspixischnöker mit dabei. Sowas gibts jetzt auch für Erwachsene. Ich stehe auf die. Da sind echt tolle Geschichten bei. Manche Einwohner kaufen jeden Tag eine Kleinigkeit um die Story – Sammlung zusammen zu bekommen.“
Sie packte alles in die Tüte und nachdem ich bezahlt hatte reichte sie sie mir.
„Danke. Da bin ich aber gespannt. Nicht, dass ich das auch noch mache. Hätten Sie vielleicht einen Tipp für mich, wo ich eine Kleinigkeit essen kann?“
„Machen Sie Urlaub hier?“, fragte sie.
„Ja, sieht man mir das so an?“
„Vielleicht nicht“, räumte sie ein. „aber hier kennt jeder jeden und da ist es nicht schwer zu kombinieren.“
„Ach so. Ja, das kann ich verstehen. Da fallen Fremde sofort auf“, vermutete ich.
„Ja genau. Gehen Sie zu Jannes Imbiss ein Stück die Straße hinunter. Sie können es gar nicht verfehlen. Da sitzt der größte Weihnachtsbaum der Welt vor.“
„Janne, der Biologe?“, fragte ich verwirrt. Er hatte auch noch einen Imbiss?
„Ach, herrje. Den haben Sie also schon kennen gelernt?“ Die Frau stöhnte leicht. „Er lief doch nicht etwa wieder in seinem Gummistiefeloutfit am Strand herum?“
„Ich fürchte schon.“
„Ach herrje“, wiederholte sie. „Ja, ich fürchte genau der. „Mein Bruder ist vielseitig begabt, aber leider gräbt er am liebsten den ganzen Sand um und macht lebensverändernde Entdeckungen. Zumnindest, wenn man ihn so reden hört.“
„Janne ist Ihr Bruder?“, staunte ich. Mit ihren struppigen schwarzen Haaren und dem bunten Outfit sahen sich die Geschwister nicht im Geringsten ähnlich.
„Ja, ich finde ja auch, dass da eine Verwechslung vorliegen muss, aber unsere Eltern behaupten felsenfest, dass wir Geschwister sind. Ich liebe meinen Bruder, aber manchmal ist er ganz schön verrückt. Ich bin übrigens Clara.“
„Freut mich Sie kennen zu lernen, Clara. Ich bin Tanja. Dann werde ich mich mal davon überzeugen ob ihr Bruder auch so gut im Restaurantegeschäft ist.“
„Ist er. Es wird das beste Gericht sein, dass Sie jemals gegessen haben. Stella wird heute kochen und Timothy bedienen.“
„Na, da bin ich gespannt. Vielen Dank für den Tipp.“
„Gerne. Übrigens mag ich Ihren Namen. Tanja wie in der Fernsehserie.“, bermekte sie.
„Ganz genau.“ Immer diese Vergleiche.
Und dann machte ich mich auf den Weg zu Jannes Laden. Den Tannebaum sah ich schon von weitem. Er war wirklich riesig.

Fortsetzung folgt …

Und einen weiteren Teil geschafft. Wird wohl etwas länger werden. Was meint ihr?