Writing Friday: Traum vom Buch

Ich versuche mal wieder beim Writing Friday dabei zu sein. Letzten Monat hab ich was zur Windmühle geschrieben, aber noch nicht abgeschrieben.

writingfriday_cover

Du wachst auf und steckst mitten in deinem aktuellen (oder vor kurzem gelesenen) Buch, was geht da vor? Und welches Buch ist es?

Mona Kasten Dream Again

Ich habe mit Jude zusammen Blake in die Reha begleitet. Ich sitze jetzt mit Jude an dem Fenster und beobachte mit ihr zusammen Blake wie er seine Übungen macht. Wir unterhalten uns über Blake und Jude gesteht mir ihre Gefühle zu ihm und erzählt mir wie sie zusammen aufgewachsen sind. Vielleicht verbringe ich auch ein wenig Zeit mit der Woodshill-Clique und lerne manche davon besser kennen. Jedenfalls fände ich das schon interessant da mal aufzuwachen. Das hätte jedenfalls was. Allerdings fällt es mir schwer was richtig greifbares dazu zu schreiben.

Und wie habt ihr die Aufgabe gelöst?

 

 

Kapitel 61 Mias Traum

Ein wunderbarer Traum
von Freude und Spaß für alle
Zur Feier eines Lebens, in der alle frei sind

Melanie Thorton – Wonderful Dream

In der Nacht hatte ich so eine Art Vision, ähnlich wie Leinar damals vom Lebenssee, schätzte ich. Nur kam in meiner Vision Tiljan vor. Er stand direkt vor mir und fragte mich: „Und, wie lief es bisher?“
„Ganz gut, schätze ich. Eine Angreiferin ist tot, aber der nächste Angriff wird viel schwieriger. Sie wollen auch nicht den Lebenssee zerstören, sondern Cameron töten.“ Ich wuss-te, dass ich besorgt klang, aber das war nicht weiter verwunderlich. Der Tag war für mich ziemlich heftig gewesen. Tiljan hatte dafür bestimmt Verständnis und war mit Sicherheit auch selbst besorgt.
Er wirkte aber nicht sehr überrascht von meiner Neuigkeit. „Das hab ich mir ja schon gedacht.“
„Und du hast nichts gesagt?“, warf ich ihm vor.
„Ich hab dir sowieso schon viel zu viel ver-raten“, verteidigte er sich. „Und immerhin erzählte ich euch, dass er verletzt werden könnte, oder?“
„Ja schon, aber das ist nicht das Gleiche. Wir müssen Cam beschützen. Ich habe nur keine Ahnung wie.“ Ich war verzweifelt. Was sollte ich tun?
„Willst du meinen Rat hören?“, erkundigte sich Tiljan. „Er sollte von den Kämpfen fern gehalten werden.“
„Was du nicht sagst.“ Ich rollte mit den Augen. Das wussten wir auch schon. Also ging ich nicht weiter drauf ein, sondern wech-selte das Thema. „Ist das hier wieder so eine Version wie bei Leinar?“
„So was in der Art“, nickte Tiljan. „Zumindest ähnlich.“
„Fühlt sich irgendwie nicht an wie eine Vi-sion. Eher wie ein Traum“, bemerkte ich. Ich wusste nicht, wie ich darauf kam, aber ich wusste, dass ich es so empfand.
„Ja, das ist ganz normal“, versicherte er mir. „So sind Visionen oft.“
„Tiljan, darf ich dich was fragen?“, wagte ich mich an ein Thema, was mich schon lange sehr interessierte. Ich hatte mit Tiljan eine gewisse vertraute Ebene gefunden und hoffte, er würde mir nun vielleicht eine Antwort ge-ben.
„Ja klar, nur zu“, forderte er mich auf und lächelte mir aufmunternd zu. Wir befanden sich draußen unter freiem Sternenhimmel und Tiljan lag gemütlich auf der Wiese.
„Was ist aus deiner Frau und deinen Kin-dern geworden?“
Tiljans Gesicht verdüsterte sich und so-gleich tat mir die Frage Leid. Ich wollte sie schon zurückziehen, aber dann antwortete er mir: „Laja ist bei ihren Eltern geblieben. Thies und Taejlen leben auch noch. Thies ist mit der Zwergin Corla verheiratet und Taejlen mit Pekka, einem Elf. Die Tochter von Thies und Corla heißt Djonna und ist etwas älter als du.“
„Und dein Bruder Tedren?“, fragte ich weiter. Wenn er schon mal gesprächig war, musste ich das schließlich ausnutzen. Was wusste Tiljan eigentlich über Tedren?
„Wie gesagt, er ist bei der Pest gestorben“, erzählte Tiljan mir etwas verwundert.
„Bist du sicher, dass er verstorben ist? Hast du seine Leiche gesehen?“, hakte ich nach.
„Nein, ich war zu der Zeit wo die Pest war nicht bei den Elfen. Ich besuchte mit Cam die Sterne. Cam wollte noch ein letztes Mal seine Tochter sehen, bevor die Sterne verschwan-den. Mein Bruder war schon lange verbrannt, als wir kamen.“
„Lilien und die Sterne verschwanden im Jahr der Pest?“ Das hatte ich wiederum nicht gewusst. Das waren interessante Neuigkeiten.
„Ja! Wieso fragst du mich all das?“, wun-derte er sich. Er wirkte verwirrt und das zu Recht.
„Weil dein Bruder nicht tot ist. Er ist der vierte Angreifer. Die Anderen sind Majenna, Felicitas und Miron“, berichtete ich ihm. Ich konnte ein trauriges Seufzen nicht unterdrücken.
„Was? Mein Bruder lebt?“ Tiljan konnte es nicht glauben. Er wirkte ziemlich geschockt und wurde ganz blass.“ Aber wieso will er Cam töten?“
„Einmal wegen Corentin und Lilien oder eigentlich nur wegen Lilien. Er hat ihre Beziehung nie akzeptiert. Aber jetzt ist mir auch klar, was Miron da zu suchen hat“, bemerkte ich.
„Miron, Miron… Der Name sagt mir ir-gendwas.“, überlegte Tiljan.
„Miron ist der Bruder deiner Schwieger-tochter Corla“, erinnerte ich ihn. Wir hatten ja schon über ihn gesprochen. „Er ist der heutige Zwergenkönig. Ich denke Tedren hat ihn da angeheuert mitzumachen.“ Das Corla und Miron Geschwister waren, war mir erst gerade aufgegangen. Aber es konnte nicht anders sein.
„Das könnte sogar sein“, stimmte Tiljan mir zu. „Tedren und Thies standen sich schon immer sehr nahe. Sie haben viel Zeit zusammen verbracht.“
„Hältst du es für möglich, dass dein Sohn und seine Frau Tedren unterstützen?“, wollte ich nun wissen.
„Ja schon. Früher hätte ich Thies so etwas nie zugetraut. Aber wir haben uns voneinander entfernt, sobald er Corla heiratete. Ich kenne Corla eigentlich nicht wirklich.“ Er klang traurig deswegen und er tat mir Leid. Offenbar lag ihm viel an seinen Kindern und dass Thies nichts mit ihm zu tun haben wollte, schien ihn zu schaffen machen.
„Das ist sehr schade.“ Er nickte nur.
„Wenn Miron nur wegen Tedren da ist, können wir vielleicht versuchen, mit ihm zu reden. Vielleicht haben wir Glück und er schließt sich uns an“, schlug ich dann vor.
„Vielleicht.“ Tiljan klang aber nicht sehr überzeugt. „Wie willst du ihm denn eine Nachricht hinterlassen?“
„Es könnte eine Möglichkeit geben“, über-legte ich. „Mit Leinars Hilfe wäre es machbar. Auch wenn ich Leinar nur ungern einer sol-chen Gefahr aussetze.“
„Hm, du kennst Leinar besser als ich. Wenn du denkst, es wäre möglich, dann denke ich, ist es das auch.“
„Es gibt vermutlich keine andere Möglich-keit. Leinar ist der Einzige, der es unbemerkt schaffen könnte. Außer Feena vielleicht, aber sie zu fragen wäre sehr selbstsüchtig von mir. Außerdem müsste Leinar sie sowieso beglei-ten.“ Es gefiel mir nicht, aber was blieb mir anderes übrig?
„Was meinst du damit? Wieso Feena?“, wunderte sich Tiljan.
„Sie kann die Fähigkeiten aller Anwesen-den nutzen, aber dafür müssen die Personen, deren Fähigkeiten sie nutzen möchte, halt an-wesend sein.“
„Oh!“, war Tiljans einziger Kommentar dazu.
„Ich werde mit Leinar darüber reden. Wenn er sich bereit erklärt, es zu machen, könnten wir es versuchen“, beschloss ich schweren Herzens.
„Ich werde versuchen dich in ein paar Tagen noch mal zu kontaktieren, falls ihr dann noch nicht zurück seid“, versprach Tiljan mir.
„Gut, ich hoffe ja, dass es nicht mehr so lange dauern wird. Wie läuft es so bei euch auf der Erde?“ Ich wollte schließlich nicht nur über mich reden.
„Hier ist alles in Ordnung. Carlina macht mich wahnsinnig, aber sonst kann ich nicht klagen.“ Er grinste verschlagen, was ihn sehr gut aussehen ließ. Selbst im Dunkeln konnte ich das sehen.
„Das hört sich doch ganz gut an“, fand ich.
„Ok, du solltest jetzt noch etwas schlafen. Ich hoffe du kannst dich erholen. Bereite dich aber auf jeden Fall auf deine Aufgabe vor, falls das mit Miron nicht klappt.“ Mir entging nicht, dass er meine Aussage nicht beantwor-tete.
„Mach ich“, versprach ich ihm trotzdem. „Schlaf gut.“
Und dann träumte ich die restliche Nacht nichts mehr, sondern schlief nur tief und fest und wachte erholt am nächsten Morgen auf.