Schreibklick März: Valentinstag

so zum Schreibklick zum Thema Valentinstag ist mir tatsächlich was eingefallen und hier kommt die Geschichte. Ich schrieb es am 17.02.18 ab.

Valentinstag

Meine Freundin Celina und ich gingen durch den Einkaufsladen. Man merkte, dass es auf Valentinstag zu ging. Eine ganze Ecke war voll Kitsch und Liebeskram. Gott, wie ich das hasste. Ich stand überhaupt nicht auf diesen Tag. Die Kaufhäuser machten damit nur Geld. Alles kommerziell. Das war ja nicht mal unser Feiertag. Leider war Celina total im Valentinsfieber.
„Oh, sieh mal, dieser Herzteddy ist sowas von süß!“, strahlte sie und nahm ihn sofort von dem Tisch und knuddelte ihn.
Ich rollte nur mit den Augen. „Bitte Celina. Muss das sein? Ich möchte gerne noch in den Buchladen.“
„Aber du weißt, dass ich diese Sachen liebe.“ Celina ließ sich nicht beirren. Ich seufzte während sie den Teddy weglegte und eine Tasse voller Herzen begutachtete. Ich ließ sie gewähren. Wenn auch nur wiederwillig.
„Sind Sie an unseren Valentinssachen interessiert? Die sind erst vor ein paar Tagen brandneu hier rein gekommen“, erklang dann eine Stimme hinter mir. Ich zuckte zusammen. Das konnte nicht sein.
Ich drehte mich um und sah direkt in seine Augen. Cedrics Augen. Wie lange hatte ich ihn schon nicht mehr gesehen und er sah immer noch so gut aus wie früher. Geheimnisvolle grüne Augen, blonde struppige Haare, kantiges Gesicht, muskulöser Körper. Das alles kam mir so vertraut vor. Es sollte verboten sein so gut auszusehen.
„Wow!“, brach Ced dann das Schweigen. „Es ist lange her.“
„Allerdings. Wenn ich mich nicht recht erinnere wolltest du damals immer Arzt oder Astronaut werden. Wie ich sehe verkaufst du jetzt stattdessen Valentinssachen?“
Er lachte herrlich. Ich hatte vergessen wie schön es war ihn lachen zu hören.
„Tja, was soll ich zu meiner Verteidigung sagen? Ich war schon immer hoffnungslos romantisch.“ Er machte eine Kunstpause. „Aber ich kann dich beruhigen. Ich studiere tatsächlich nebenbei Medizin. Bist du denn Legoverkäuferin geworden? Das war doch immer dein Traumberuf, oder?“
„Charmant wie immer, was?“, grinste ich. „Es ist unglaublich dich wieder zu sehen. Es ist so lange her.“
„Viel zu lange“, stimmte er mir zu.
Bis jetzt hatte sich Celina weiterhin mit dem Liebeskram beschäftigt, aber jetzt sah sie auf. Vielleicht war ihr auch einfach aufgefallen, dass ich mich seit einiger Zeit nicht mehr beschwerte. Es dauerte etwas bis sie Cedric erkannte, aber dann machte sie große Augen.
„Ced? Was machst du denn hier?“, fragte sie und klang ebenso überrascht wie ich.
„Da er so ein Romantiker ist verkauft er jetzt offenbar Valentinssachen“, antwortete ich etwas unsicher an seiner Stelle.
„Du arbeitest hier?“, staunte sie.
„Nebenberuflich“, nickte er.
„Wir sollten auch los. Du weißt schon. Der Buchladen wartet“, erinnerte mich meine Freundin.
„Ja, ich sollte jetzt auch weiter arbeiten. War schön euch wieder zu sehen.“ Ich kannte ihn sehr gut. Deswegen merkte ich, dass er zögerte. Schließlich gab er sich einen Ruck. Würdest du vielleicht mal mit mir ausgehen oder einen Kaffee trinken oder so? Ich könnte dir eine Valentinskarte schicken.“
Ich zuckte zusammen und bevor ich antworten konnte gab ihm Celina einen Klaps auf den Kopf.
„Tut mir Leid. Vergiss das mit der Valentinskarte“, entschuldigte er sich sofort.
Das Problem war nur, dass unsere Beziehung aufgrund einer Valentinskarte in die Brüche ging. Ein Missverständnis. Das erfuhr ich später, aber da war es schon zu spät dafür. Jetzt wusste ich auch wieder wieso ich den Valentinstag so hasste.
„Besser nicht. Wir wissen beide wie das ausgeht.“ Zwischen mir und Cedric konnte es gar nicht gut enden. Dennoch sah er geknickt aus.
„Okay, vermutlich hast du Recht. Es war jedenfalls schön dich wieder zu sehen.“
Er wollte sich schon umdrehen als ich ihn zurück hielt. „Ced?“
„Ja?“ Er sah mich so hoffnungsvoll an, dass es weh tat.
„Vielleicht könnten wir doch zusammen einen Kakao trinken gehen?“, fragte ich.
Er sah Celina kopfschüttelnd an. „Konntest du sie immer noch nicht dazu überreden Kaffee zu trinken?“
„Da ist jeder Versuch zwecklos“, versicherte meine Freundin ihm.
„Das würde ich sehr gerne, Miriam. Es würde mich sehr freuen“, sagte er schließlich.
„Solange es nicht am Valentinstag ist ist mir alles recht“, bemerkte ich.
„Vielleicht am Wochenende? Was ist mit Freitag?“, schlug er vor.
„Klingt gut“, stimmte ich ihm zu.
„Schön. Ich muss jetzt wirklich leider weiterarbeiten.“ Er verabschiedete sich und ging fort. Mal wieder.
„Wow, dass du Ced noch mal eine Chance gibts hätte ich nicht gedacht“, gestand Celina mir.
„Es war ein Missverständnis, Lia. Ich wünschte ich hätte es eher herausgefunden. Ich habe nie aufgehört ihn zu lieben.“
„Also denkst du es besteht für euch noch eine Chance?“ Celina war schon immer ein Fan von der Vorstellung von mir und Cedric als Paar gewesen.
„Ja, ich denke schon.“

Cedric und ich trafen uns tatsächlich. Wir gingen zusammen was trinken und dann auch irgendwann mal ins Kino. Eins führte zum anderen und wir kamen wieder zusammen, aber bis wir auch zusammen wohnten verging noch einige Zeit. Wir sahen uns übrigens niemals am Valentinstag. Wir hatten eine zweite Chance bekommen und die wollten wir nutzen. Cedric und ich für immer. Mittlerweile fuhren wir am Valentinstag meistens weg. Wir ignorierten ihn größtenteils, aber wir verbrachten ihn wieder zusammen.

Ende

So, das war meine Valentinsgeschichte für euch. Ich hoffe sie hat euch gefallen.

 

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