Die Sache mit dem Rentier Teil 5

Und schon kommt der nächste Teil meiner Weihnachtsgeschichte.

Die Sache mit dem Rentier Teil 5

Ich verstand mich also jetzt besser mit dem Weihnachtsmann. Das war gut. Das machte es um einiges leichter. Allerdings sah Chrissi mich jetzt immer verlegen an. Auch wenn wir uns nett unterhielten. Ich mochte sie irgendwie. Sie wirkte so unschuldig. Aber so sollte das Christkind wohl auch wirken, oder?
Schließlich trat Las auch in den Raum und setzte sich zu uns. Jetzt konnten wir endlich anfangen zu essen. Ich hatte wirklich Hunger und es war wie immer lecker. Wir langten ordentlich zu. Allerdings schwiegen wir eher. Aber das war angenehm. So konnte ich wenigstens ein wenig nachdenken. Ich hatte hier schon viel erlebt. Aber das schrägste war das heute morgen mit Chrissi. Ich warf ihr einen kurzen Blick zu. Doch sie sah mich nicht an.
Nach dem essen verkündete Las: „Ich werde jetzt mit Nico ausreiten.“
„Nimm doch Robin mit“, schlug Santa vor.
Ich sah ihn nur entgeistert an. Wer war eigentlich Nico?
„Dann komm mit“, forderte mich Las auf. Also begleitete ich ihn nach draußen. Nico war ein Rentier. Las sattelte es und wir stiegen auf. Er vorne ich hinten. Und dann ging es los. Nico hob ab und wir waren in der Luft. Der Wind flog mir um die Ohren. Aber es war toll. Fliegen war genau mein Ding. Vielleicht sollte ich das öfter machen.
„Alles okay da hinten bei dir?“, fragte Las mich.
„Klar, fliegen ist toll“, entgegnete ich begeistert.
„Das ist schön. Ich mag fliegen auch sehr gern. Santa ist da nicht so für. Ihm wird immer schlecht.“
„Aber muss er nicht viel fliegen?“, fragte ich.
„Ja, aber er drückt sich wo es nur geht.“ Las lachte leise vor sich hin. „Manchmal ist er etwas seltsam für einen Weihnachtsmann. Er gibt die wirklich weihnachtlichen Dinge gerne an andere weiter.“
„Was machen wir eigentlich. Ich meine, wo wollen wir hin?“, wechselte ich das Thema.
„Ich habe einen Auftrag erhalten. Wir müssen kurz einen Abstecher zum Sternenland machen“, erzählte er.
Aha. Das sagte mir jetzt mehr. Las schien meine Gedanken zu lesen. „Das Sternenland grenzt an unser Land und doch wieder nicht. Es ist schwer zu erklären. Du musst es am besten selbst sehen.“
Und so flogen wir weiter. Unter uns waren nichts als Sterne.  Doch dann sah ich plötzlich wieder Land. Wir waren im Landeanflug. Der war mir doch nicht ganz geheuer. Ich war froh als wir landeten. Zwar nicht ganz sanft, aber immerhin. Las und ich stiegen ab. Ich sah mich hier um. Es war eine Art Markt. Hier waren überall Verkaufsstände. Merkwüdig. Aber Las ging schon los. Also folgte ich ihm. Was  machten wir hier eigentlich? Er hatte irgendwas von einem Auftrag erzählt. Na ja. Ich konnte nichts anderes tun als ihm zu folgen.
Der Markt zog sich lang hin. Las ging auch weit. Doch plötzlich hielt er an. Er sah sich Dinge an einem Stand genauer an. Hier gab es allerlei Zeug. Kleine Fläschen, seltsame Anhänger, Fell und sogar Wein. Las sah sich ein paar Fläschen genauer an. Sie hatten eine seltsame Flüssigkeit. Schließlich behielt er davon eine in seiner Hand.
„Was ist das?“, fragte ich ihn.
„Weihnachtsglanz. Wir nehmen es an Weihnachten mit zu den Kindern“, erzählte er.
Dann wandte er sich wieder an den Verkäufer. „Haben Sie auch Weihnachtstraum?“
„Na klar“, sagte der und reichte ihm nach kurzen Suchen ein weiteres Fläschchen.
Es war andersfarbig als Weihnachtsglanz. Weihnachtsglanz schimmerte rot, Weihnachtsttraum blau. Las kaufte beides und dann gings weiter. Er kaufte noch andere Sachen ein. Alles was man im Weihnachtsdorft so brauchte. Schließlich beluden wir alles auf Nico. Schließlich stiegen wir selbst auf. Und dann gings wieder weiter mit dem Fliegen. Allein dafür hatte es sich gelohnt mitzukommen. Doch leider war es viel zu schnell wieder vorbei und wir waren wieder im Weihnachtsdorf. Nico landete diesmal sanfter. Wir kamen auf und er zum Stehen. Wow, das war eine Fahrt. Aber ich war auch froh wieder im Weihnachtsdorft zu sein. Es fühlte sich an wie nach Hause kommen.
Chrissi erwartete uns bereits und kam auf uns zugelaufen. Sie strahlte mich an. „Und, wie hat es dir gefallen?“
„Gut. Es war toll“, antwortete ich. „Aufs fliegen stehe ich ja. Hast du so einen Ausflug auch schon mal gemacht?“
„Ähm, ich darf hier nicht weg“, meinte sie.
„Was meinst du damit, dass du nicht wegdarfst?“, fragte ich verwirrt.
„Ich bin an diesen Ort gebunden“, erklärte sie. „Ich darf nur in die Häuser anderer Menschen um sie zu beschenken.“
„Das ist irgendwie traurig“, fand ich. „Dann kannst du ja gar nichts von der Welt sehen.“
„Nein, eigentlich nicht. Das ist mir gar nicht so wichtig. Ich liebe meine Aufgabe hier und ich liebe Kinder.“ Sie lächelte, aber was dachte sie wirklich? Wir sahen uns einen Moment lang in die Augen und dann war dieser Moment vorbei.
Las brachte Nico weg und Chrissi und ich gingen wieder rein.
„Glaubst du ich packe das hier alles?“, fragte ich Chrissi.
„Ich kenne dich noch nicht gut genug, um das zu beurteilen“, meinte sie. „aber bisher schlägst du dich ganz gut.“
„Danke.“ Ich lächelte ihr zu. Dann gingen wir ins Wohnzimmer. Es war Mittagsszeit. Santa war noch nicht da, aber Chrissi und ich setzen uns schon mal an den Tisch. Ich war auf jeden Fall sehr hungrig. Doch Santa und Nicholas brauchten noch etwas bis sie kamen. Dann setzten sie sich. Im Hintergrund lief leise Weihnachtsmusik. Es war eine gemütliche Stimmung.
„Hat dir der Ausflug gefallen?“, fragte Santa mich ebenfalls.
„Ja, es war toll. Fliegen finde ich toll“, antwortete ich erneut.
„Das ist schön. Vielleicht kannst du öfter solche Vorschläge machen“, überlegte Santa.
Die Idee gefiel mir. Sehr sogar. Ich nickte zustimmend.
Sonst verlief das Mittagessen weitgehend schweigend. Wir hingen alle unseren Gedanken nach. Ich brauchte diese Ruhe auch. Es war genug los. Außerdem war das Mittagessen wirklich lecker. So konnte ich es wenigstens genießen.  Außerdem war es auch schnell genug vorbei. Dann brachen wir alle wieder auf. Ich war gespannt, was meine nächste Aufgabe war.
Santa brachte mich wieder in den Klassenraum. Oh, nein. Nicht schon wieder. Das war gar nicht mein Ding. Ich hasste Theorie, doch ich kam nicht drumrum. Also setzte ich mich auf meinen Platz und Santa sich an seinen.
Und schon begann Santa mit langen Erzählungen. Über die Arbeit im Weihnachtsdorf. Er erzählte von langen Arbeitstagen, harter Arbeit in den Werkstätten und viel magisches Spielzeug. Ich hatte bisher noch nichts davon gesehen. Aber das würde sicher bald kommen. Ich wollte es so unbedingt sehen. Leider war meine Konzentration schon immer geschwächt. Deswegen bekam ich nur die Hälfte von dem mit, was er erzählte. Ich hoffte, dass das reichte.

Fortsetzung folgt …

Story-Samstag 2: Wortbausteine: Nikolaus mag Heiligabend

Ein interessantes Thema heute beim Story-Samstag. Sowas hab ich zuletzt in der Grundschule gemacht, aber da waren die Wörter etwas einfacher. Lag mir eigentlich schon.

storysamstag

Ein bisschen weihnachtlich wirds heute beim Story-Samstag für mich.

Vom Nikolaus, der Heiligabend lieber mag als den Nikolaustag

Das Weihnachtsdorf war an Heiligabend voller Menschen. Nikolaus war sehr stolz auf sich. Die letzten Geschenke waren verteilt und bald würden sich die Kinder über sie hermachen. Eigentlich waren ja das Christkind und der Weihnachtsmann dafür verantwortlich, aber da das arme Ding hatte einen bösen Schnupfen und der Weihnachtsmann einfach nur noch müde war, sprang Nklolaus dieses Jahr ein. Er musste die Geschenke ja nur im Weihnachtsdorf verteilen. Alles andere übernahmen die Engel. Die konnten wenigstens fliegen.

Nikolaus mochte diesen ungewohnten Job. Er konnte verkleidet als richtiger Mensch im Weihnachtsdorf herumwandern. Hier war jede Menge los. In der Stadt war Markt. Die Erlöse davon wurden für die Stadt Karthago in Nordafrika gesammelt. Dort gab es ein Waisenhaus, dass das Geld dringend benötigte.

Ein Orchester spielte von der Stadttribüne aus weihnachtliche Musik und Nikolaus blieb eine Weile stehen um sie zu genießen. Er mochte auch diese Musik.

Er sah sich weiter auf dem Marktplatz um. Es gab so viele unterschiedliche Stände mit so vielen Leckereien oder weihnachtlichen Dekorationen. Vielleicht konnte er ja seiner guten Freundin, der Mondfrau Liss was mitbringen. Sie liebte weihnachtliche Dinge.

Während er stöberte gelangte er mitten in eine Umfrage über Assoziationen zu Weihnachten. Nikolaus stutzte. Solche Umfragen waren nicht sein Ding. Lieber ging er schnell weiter.

Er vertrieb sich die Zeit auf dem Markt bis die ersten Kinder mit dem Geschenke auspacken an der Reihe waren. Viele hatten gerade die Marktkirche verlassen und es wurde langsam dunkel. Die weihnachtlichen Lichter begannen zu leuchten. Langsam schlich er ihnen hinterher. Dann ging er von Haus zu Haus und beobachtete wie die Kinder Schlitten, Eisenbahnen, Puppen, Kleidung und viele andere schöne Dinge auspackten, und die Eltern eher Parfum, Bücher, Teleskopen, bunte Regenschirme und weitere Dinge, die sie interessierte. Sie alle strahlten und das machte Nikolaus glücklich. Wenigstens ein bisschen hatte er das zu verantworten. Auch wenn das meiste immer noch der Weihnachtsmann und das Christkind gemacht hatte.

Schnell merkte er, dass sein Tag am 6. Dezember noch was ganz anderes war als Weihnachten. Normalerweise war er Weihnachten schon wieder hoch über den Wolken im Weihnachtshaus und spielte mit der Mondfrau Karten. Alle Geschenke, die irgendwann in die Ecke landeten und nicht mehr benötigt wurden kamen zurück zum Weihnachtshaus und wurden wiederverwertet. So ählich wie Papier recyclet wurde. Manche hoben die Bewohner des Weihnachtshauses aber auf, weil sie sie selbst gebrauchen konnten. Nikolaus spielte jedenfalls gerne Karten.

Bisher hatte Nikolaus Weihnachten nur von oben aus den Wolken heraus miterlebt. Es hier unten selbst zu sehen war noch mal was ganz anderes. Er liebte es. Vielleicht konnte er den Weihnachtsmann ja überreden ihn öfter zu ünterstützen oder für das Christkind einzuspringen. Weihnachten war ihm viel lieber als der Nikolaustag. Doch das würde Knecht Ruprecht wohl kaum gefallen. Der bestand auf den Nikolaustag. Aber er hatte ja auch noch nicht den Zauber von Weihnachten erlebt. Deswegen konnte er da nicht mitreden.

So, ich bin schon wieder fertig. Als ich erst mal einen Anfang hatte war alles andere ein Kinderspiel.

Habt ihr auch Geschichten zu den Wortbausteinen? Dann guckt doch mal bei Tante Tex vorbei.