Writing Friday: Dezember 1: Rentier als Vertetung

Heute gibts mal wieder einen Writing Friday und ich bin mal wieder dabei.

  • Der Weihnachtsmann hat doch tatsächlich Corona! Jetzt muss Rudolf das Rentier die Geschenke ausliefern. Berichte von dieser Nacht – wie macht sich Rudolf?

Also echt, wo gibts denn sowas? Der Weihnachtsmann ist verhindert die Geschenke auszutragen. Jetzt muss ich mich um die Geschenke kümmern. Wie konnte er sich auch mit Corona anstecken? Er war doch die ganze Zeit hier. Oder hat er sich wieder heimlich verdrückt? Und wieso kann eigentlich nicht stattdessen das Christkind die Geschenke austeilen? Die kann das doch auch. Ich bin eigentlich nur der Fahrer.
Deswegen war ich auch dementsprechend nervös als ich jetzt abfahrbereit vor dem Schlitten stand. Immerhin war das Christkind gerade bei mir und gab mir noch ein paar Tipps. Ich hörte gut zu und versuchte mir alles zu merken. Dann ging es los. Ich fuhr mit dem Schlitten voller Geschenke hinter mir und meinen zwei Begleitern an und schon bald hob der Schlitten ab. Er war mit feinem Sternenglanz umzogen, damit uns keiner sehen konnte. Und dann nahm der Schlitten an Fahrt auf und stieg in den Himmel. Wir wurden immer schneller bis wir in den Sternen verschwanden. Ich liebte dieses Schlittenfliegen. Da fühlte ich mich frei und Teil eines großen ganzen.
Doch viel zu schnell mussten wir wieder landen. Wir kamen in ein verschneites, winterliches Dorf. Hier war ich schon gewesen. Hier kannte ich die Häuser mit den Kindern. Das eigentliche Problem war in die Häuser zu kommen. Der Weihnachtsmann hatte spezielle Weihnachtsmann Magie dafür. So wurde er kleiner und kam in den Kamin. Doch ich konnte das nicht. Warum auch immer. Ich musste einfach warten bis alle schliefen und hoffen, dass eine Garage oder so offen war. Ich wurde also vom Schlitten abgespannt und dann gings los.
Vorsichtig ging ich an das Haus ran. Waren alle Lichter aus? Schliefen alle? Nervös trabte ich um das Haus rum und sah mich um. Ich versuchte einen Eingang zu finden, aber es gab keinen. Wie in aller Welt sollte ich da reinkommen? Sollte ich schon beim ersten Haus versagen?
Dann hörte ich plötzlich die Stimme des Weihnachtsmannes in meinem Kopf.
„Benutze den Beutel. Aber nur wenig, sonst bleibt nicht genug.“
Welcher Beutel? Wo war denn bitte schön ein Beutel? Ich lief noch mal in Windelseile zum Schlitten zurück. Ich war schon viel zu lange hier. Ich wühlte und fand dann tatsächlich einen Beutel. Damit ging ich wieder zum Haus und schleppte auch gleich den Beutel mit den Geschenken hinter mir her. Er war so schwer und ich kam kaum voran. Ich war froh als ich es endlich zum Haus geschleppt hatte. Dann streute ich das Pulver vom Weihnachtsmann zur Tür. Endlich bekam ich sie auf und konnte rein. Doch das war auch nicht so leicht. Ich war nicht so gelenkig wie der Weihnachtsmann.
Irgendwann schaffte ich es aber doch. Es dauerte viel zu lange, aber schließlich lagen die Geschenke darunter. So schlängelte ich mich von Haus zu Haus.
Es wurde eine lange Nacht für mich. Als ich beim letzten Haus ankam war ich total erschöpft und müde. Es war aber alles dunkel. Kein Wunder. Es war ja auch schon spät. Hoffentlich ging das hier jetzt auch noch gut. Ich schlich mich an das Haus ran. Mein Pulver um reinzukommen war fast aufgebraucht. Ich streute den Rest auf die Tür. Ich bekam sie schwerer auf, aber es ging. Als ich endlich im Wohnzimmer war legte ich die Geschenke unter dem Baum. Als ich gerade zurück wollte stolperte ich und es rumste. Ich erstarrte und blieb ganz still stehen. Doch ich hatte die Bewohner trotzdem geweckt. Ich versuchte schnell zu entkommen, aber ich steckte irgendwie fest. Und dann sah ich das Kind. Entsetzt starrte ich es an. Es wirkte eher erschrocken. Schnell trat ich den Rückzug an und verließ in aller Eile das Haus. Ich stürzte auf den Schlitten zu und kaum war ich vorgespannt hob ich in der Luft ab. Ich konnte es kaum erwarten zurück im Weihnachtsdorf zu sein. Als ich landete war ich überglücklich. Ich war nicht der Weihnachtsmann, aber ich hatte es geschafft. Auch der Weihnachtsmann war zufrieden über meinen Bericht. Das Kind ließ ich natürlich weg. Nach meinen Geschenke verteilen konnten auch wir endlich Weihnachten genießen. Ich bekam zur Belohnung viel zu fressen und Musik. Das war doch toll. Ein erfolgreiches Weihnachtsfest trotz Corona.

Ende

TTT 216: 10 witzige oder kuriöse Buchtitel

Heute gibts wieder einen TTT und ich bin mit dabei.

437 ~ 10. Oktober 10 witzige oder kuriose Buchtitel (Vorschlag von Petra)


hier richtet sich die Reihenfolge nach dem Buchtitel

Liane Mars – Bin hexen, wünscht mir Glück

Das Buch fand ich klasse. Ich fand die Ideen so toll und die Charkatere so sympatisch. Echt toll.  Außerdem hatte es auch Witz und war romantisch. Der Titel ist schon anders und witzig, aber ich mag ihn.

Deborah Install – Der Roboter, der Herzen hören konnte

Das Buch fand ich auch echt klasse. Tang war so megsüß. Das Buch konnte mich positiv überraschen, auch wenn ich nicht mit allem einverstanden war.   Den Titel mag ich total gerne, aber erst bin ich drüber gestolpert.

Petra Hülsmann – Wenn Schmetterlinge Loopins fliegen

Hier war ich erst skeptisch, aber das Buch hat mir wirklich gut gefallen. Es konnte mich gut unterhalten und mitreißen. Der Titel hat ja irgendwas und im Buch wird sich auch drauf bezogen.

Jessi Kirby – Offline ist es nass, wenns regnet

Das Buch hat mir ja leider nicht ganz so gefallen wie erhofft. Irgendwie waren da zu viele Sachen, die mich störten. Dabei hatte es ja durchaus Potential. Der Titel ist schon kuriös und dadurch bin ich auch auf das Buch aufmersam geworden, aber er hat was.

Mara Andeck – Wunder & So Falls ich dich küsse

Das Buch hat mir ja auch ziemlich gut gefallen. Die Ideen waren toll. Aus der Umsetzung hätte man allerdings schon irgendwie mehr machen können. Der Titel ist schon sehr kuriös und stach mir gleich ins Auge.

Dagmar Bach – Zimt & Weg

Das Buch fand ich nett, aber nicht überragend.  Ich finde aus der tollen Idee hätte man mehr machen können. Gerade den Titel fand ich ziemlich interessant. Der war mal was anderes.

Susin Nielsen – Lieber George Clooney, bitte heirate meine Mutter

Wenn der Titel nicht konfus ist, weiß ich auch nicht. Leider war das Buch nichts für mich. Der Titel verspricht mehr als drin ist. Die Story hat mich gar nicht gereizt, genau wie die Charkatere. Aber der Titel hat was.

Cornelia Funke – Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel

Das Buch mochte ich ganz gerne, fand ich aber nicht überragend. Aber es war schon ganz süß. Der Titel hat einfach was. Der ist schon irgendwie lustig.

Jan Weiler – Maria, ihm schmeckts nicht

Wo wir bei den Italienern angekommen wären. Ich war tatsächlich mal in einer halbitalienischen Familie intolviert und muss sagen viele Klischees hier stimmen einfach. Mich hat das Buch gut unterhalten und ich fand es lustig. Und der Titel ist ja nun wirklich konfus, aber er hat was und sticht heraus und passt perfekt zum Buch.

Jeanette Rallison – Echte Feen, falsche Prinzen

Hier habe ich geschwankt welchen Titel von der Autorin ich nehme. Ich habe mich aber für diesen entschieden. Ich find den nämlich echt konfus, aber auch genial. Das Buch mochte ich auch sehr gerne. Es hatte was.

Writing Pomps 2: Eddie und der verschwunde Wald Teil 1

Eine nächste Writing Pomps hat mir eine Idee beschert und die möchte ich euch nicht vorenthalten.

 

Aufgabe:

Schreibe eine Krimigeschichte über das Verschwinden von etwas, dass eigentlich gar nicht verschwunden sein kann. Zum Beispiel ein Gebäude, ein Schiff, eine Rakete auf der Startbahn, die Narbe im Gesichte eines Menschen, ein seltener Baum?

 

Eddie und der verschwundene Wald Teil 1

ich bin kein Polizist sondern ein Detektiv für besondere Fälle. Neulich rief mich jemand, weil er sicher war, dass das Wasser eines Sees fort war und ich sollte es suchen. Ziemlich blöde Gesichichte, weil Wasser eigentlich immer verdunstete. Allerdings hatte es sich tatsächlich aus dem Staub gemacht und ich hatte festgestellt, dass in einem anderen See viel zu viel Wasser drin war.
Heute war ich zu einem jungen Ehepaar gerufen. Nala und Skyler Paeretz. Als ich dort ankam hatte ich ein merkwürdiges Gefühl. Ich setzte mich mit ihnen an ihren Küchentisch. Die Wohnung war sauber und fast schon zu leer.
„Was vermissen Sie denn?“, wollte ich neugierig wissen.
„Den Wald hinter unserem Haus“, erklärte Skyler. Ein hübscher, aber charismatischer Schönling. Vielleicht hätte ich ihn auch nicht von der Bettkante gestoßen, wenn da nicht Patrick wäre. „Wo ist der Wald?“
„Ein Wald? Ich sehe keinen Wald“, bemerkte ich vorsichtig.
„Das ist ja das Problem“, stieß Nala hervor. Eine unscheinbare Maus in langweiliger Kleidung. „Der Wald ist weg.“
„Und vorher war da ein Wald?“, hakte ich nach. „Sind Sie ganz sicher?“ Ich hakte immer erst noch mal nach.
„Na klar.“ Skyler rollte mit den Augen. „Der Wald war da. Ganz sicher. Wirh aben unzählige Fotos davon. Wir können Ihnen Fotos zeigen.“ Un das taten sie dann auch. Sie zeigten mir Fotos vom Wald. Danach musste ich einfach an den Wald glauben.
„Und wann haben Sie den Wald zuletzt gesehen?“, wollte ich wissen und holte meinen Notizblock hervor.
„Gestern Abend“, erklärte Nala aufgeregt. „Als wir heute morgen die Jalousie hochmachten war er weg.“
„Und haben Sie irgenwas seltsames gehörtß“, fragte ich das Paar.
„Nein, nichts.“
Ich verabschiedete mich bald und befragte die Nachbarn. Alle bestätigten mir, dass dort ein Wald war und dass sie nichts verdächtiges gehört hatten. Ich nahm alle Aussagen auf und begab mich dann in mein Büro. Bevor ich mich an die Arbeit machte rief ich Patrick an. Er schaffte es immer wieder mich zu beruhigen.
„Ein ganzer Wald ist verschwunden, Eddie? Das gibts doch gar nicht. Du machst das schon und heute Abend gehen wir schick essen.“
„Vielleicht muss ich die Nacht durcharbeiten“, warnte ich ihn.
„Schon wieder?“, stöhnte Patrick. „Du arbeistest zu viel. Du brauchst auch mal Schlaf.“
„Ich bin nun mal der einzige in meiner Abteilung“, erinnerte ich ihn.
„Weil sich niemand mit verchwundenen Wäldern herumschlagen will“, bemerkte Patrick.
„Einer muss es ja tun. Ich komme sobald ich kann. Wärm schon mal das Bett vor.“
„Na gut. Ich kann ich ja doch nicht aufhalten“, bemerkte er. „Sei vorsichtig. Ich liebe dich.“
„Bin ich immer“, versprach ich Patrick. „Und ich liebe dich auch.“ Dann legte ich auf und konnte an die Arbeit gehen. Viel hatte ich ja noch nicht.
Ich sah mich noch mal am Tatort um. Aber es waren keine Spuren zu finden. Der Wald war einfach weg. Plötzlich kam ein kleines Mädchen auf mich zugelaufen.
„Suchst du was?“, fragte sie neugierig.
„Ja, den Wald, der hier vorher stand“, antwortete ich. „Er soll verschwunden sein.“
„Der verschwindet doch jedes Jahr an Weihnachten“, bemerkte sie neunmalklug.
„Ach ja?“, fragte ich skeptisch.
„Na klar. Der Weihnachtsmann raucht doch einen Wald mit Tannenbäumen zum Schmücken für sein Weihnachtsdorf.“
„Ach, ist das so?“ Ich zog eine Augenbrauch hoch.“
„Klar!“
„Und wo wohnt der Weihnachtsmann?“, wollte ich nun wissen.
„Na, am Nordpol“, sagte sie als wäre nichts klarer als das.
Ich grinste. „Wie heißt du denn?“
„Ich bin Vilma.“
„Wie weit meinst du denn ist es bis zum Nordpol?“, wollte ich nun von der kleinen wissen.
„Das ist der See bei der Schule“, erklärte Vilma ihm sehr überzeugt. Ich grinste nur noch vor mich hin. Das  Kind hatte offenbar viel Phantatsie. Ich schätzte sie auf etwa sechs Jahre.
„Und wo wohnst du, Vilma?“, fragte ich schließlich.
„Da drüben“, sagte sie und zeigte auf ein Haus, dass man von hier aus sehen konnte.
Ich würde vorschlagen dann gehst du besser wieder nach Hause.“
Das tat sie dann auch und ich ging zu dem See. Natürich war es nicht der Nordpol und auch nicht der Weihnachtsmann, der hier wohnte, aber ich konnte mich ja mal umsehen. Tatsächlich war da ein Wald um den See, aber ob das der verschwundene Wald war, konnte ich nicht sagen.
Plötzlich trat ein Mann auf mich zu. Er sah wirklich aus wie der Weihnachtsmann mit langen weißen Bart und roter Mütze.
„Kann ich Ihnen helfen?“, fragte er höflich.
„Ich bin auf der Suche nach einem vermissten Wald. Könnte das dieser Wald sein?“, fragte ich.
„Der Wald war hier schon immer“, behauptete der Mann. „Ich habe ihn nicht geklaut.“
„Man weiß ja nie. Oft geschehen die seltsamsten Dinge. Der Wald kann ja auch eigentlich gar nicht weg sein.“
„Dann viel Glück bei der Suche“, grinste der Mann. „Wälder sind ja nicht gerade Mangelware.“
„Kann ich nach Ihren Namen fragen?“
„Ich bin Nikolaus. Ich komme vom Norden. Ich wollte mal den Süden kennen lernen. Aber hinter Wäldern bin ich nicht her. Eher hinter Rehe.“
„Vielen Dank für Ihre Zeit.“ Dann machte ich, dass ich von hier weg kam. Der Wald musste doch irgendwo sein.

Fortsetzung folgt …

Ein verschwundener Wald. Das ist mal eine Herausforderung. Mal sehen was ich da noch so zaubere. Was sagt ihr bisher?

Die Sache mit dem Rentier Teil 4

Und hier kommt nun der 4. Teil.

Die Sache mit dem Rentier Teil 4

Am nächsten Morgen wachte ich wieder erfrischt auf. Allerdings brauchte ich erst mal dringend eine Dusche und neue Sachen auch. Also stand ich auf und ging ins Bad. Als ich erholt und frisch mit einem Duschtuch um die Hüften wieder rauskam ging es mir gleich besser. Meine Haare waren noch feucht als es plötzlich an der Tür klopfte.
„Ähm, einen Moment bitte“, rief ich erschrocken.
„Ich bin es Chrissi“, ertönte es hinter der Tür.
„Ähm, eigentlich ist es gerade schlecht“, rief ich zurück.
Doch das interessierte Chrissi nicht. Sie riss die Tür trotzdem einfach auf. Ich hatte nicht mal Zeit auch nur daran mich anziehen zu wollen. Chrissi dachte auch nicht mal daran wegzusehen. Stattdessen starrte sie mich unverholen an. Nicht gerade schicklich für ein Christkind. Moment mal? War sie denn das Christkind? Das hatte niemand so genau gesagt.
„Ähm, ich … ich wollte mich gerade anziehen“, stammelte ich verlegen.
„Entschuldige“, sagte sie, starrte aber weiter.
„Wenn du dich umdrehen könntest oder gehen könntest?“, bat ich sie und fügte dann noch hinzu. „Wolltest du was bestimmtes?“
Sie drehte sich um. „Ähm, ich dachte, da noch Zeit ist, könnten wir vielleicht spazieren gehen.“ Jetzt wirkte auch sie etwas verlegen.
„Ja, klingt gut. Wenn wir wirklich noch so viel Zeit haben.“
„Okay, ich warte dann draußen.“ Offenbar hatte sie doch etwas Anstand.
In Windeseile zog ich mich an. Ich wählte einfach Sachen aus dem Schrank. Eine Jeans und einen roten Pullover. Meine Haare machte ich noch trocken und dann konnte ich endlich mein Zimmer verlassen. Chrissi lehnte an der Wand und wartete.
„Fertig?“, fragte sie mich.
„Ja“, nickte ich.
Und dann gingen wir ohne ein weiteres Wort raus in die Winterwelt.
„Siehst du heute mehr als gestern?“, fragte Chrissi mich hoffnungsvoll.
Ich sah mich auf dem Hof um. Es sah erstmal noch genauso aus wie gestern. Das war gut, oder? Aber war da noch mehr? Was sollte da denn sein? Wenn ich das nur wüsste.
„Momentan nicht“, gestand ich ihr frustriert.
„Das macht nichts“, versicherte sie mir. „Das wird schon.“
Und dann gingen wir über den Hof. Er war auch schon eindrucksvoll, ohne dass ich alles sah. Und sehr weihnachtlich. Die Tannenbäume waren geschmückt. Moment, sie waren geschmückt? Das waren sie doch gestern noch nicht, oder?
„Vielleicht ist da doch etwas“, bemerkte ich nun.
„So?“ Chrissi sah mich neugierig an.
„Da ist Weihnachtsschmuck an den Bäumen“, berichtete ich.
Jetzt lächelte Chrissi. „Stimmt.“
„Das ist gut, oder?“, fragte ich.
„Ja, das ist gut.“ Sie strahlte mich an. Und dann gingen wir weiter und unterhielten uns dabei. Ich mochte Chrissi. Sie war so fröhlich. Doch dann mussten wir rein zum Frühstück. Die Pflicht rief. Allerdings war es eine schöne Pflicht, denn das Frühstück war durchaus lecker. Hier war einfach alles lecker. Leider dauerte das Frühstück heute nicht allzu lang. Santa war heute mürrischer Stimmung. Wusste der Himmel warum. Er war ein ziemlich mürrischer Weihnachstmann und drängte zum Aufbruch. Wir begaben uns wieder nach draußen. Eine Veränderung hatte ich ja schon erkannt.
„Ich kann jetzt den Weihnachtsbaumschmuck sehen“, verkündete ich stolz.
„Du warst schon heute morgen draußen?“, brummte er nur.
„Ja, mit Chrissi“, nickte ich.
„Oh“, machte er nur. „Na dann. Was siehst du denn für Schmuck am Baum?“
„Da sind lauter Kugeln und Lametta“, erzählte ich. „Und mehrere Lichterketten. Blinkende Lichterketten.“
„Das hört sich gut an“, meinte er nur. „Du machst Fortschritte.“ Er fing an sich in Bewegung zu setzen und so wanderten wir durch die Schneelandschaft.
„Wir entstanden alle nur dadurch, dass die Menschen an uns glauben“, begann er zu erzählen. „Da sie glaubten existieren wir. Chrissi, Las, die Rentiere und alles andere. Irgendwann entstand die Legende wie Weihnachten Geschenke zu den Kindern kamen und plötzlich hatten wir allerhand zu tun. Das konnten wir niemals alleine schaffen. Also brauchten wir Schüler. Jedes Jahr kamen fünf Stück, aber sie mussten in einem bestimmten Alter sein. Doch seit Jahren hatte ich keinen Schüler mehr. Du bist der erste. Deswegen bin ich so skeptisch. Du machst dich gut. Ich bin das Problem.“
„Ähm. Kein Problem. So schlimm war es nicht. Für mich ist das auch alles seltsam“, sagte ich.
„Ja, ich weiß. Der Anfang war für jeden Schüler schwer. Dafür bin ich ja eigentlich da. Ich sollte es dir leichter machen. Du bist mein Schüler. Aber ich habe es dir nur schwerer gemacht.“
„Schon in Ordnung“, sagte ich und meinte es auch so.
„Aber das wird sich jetzt ändern“, bemerkte er. „Ich werde dir helfen hier zurecht zu kommen. Du wirst lernen zu glauben. Du fängst jetzt schon an.“
„Das klingt gut“, fand ich. „Für mich ist diese Welt nämlich meistens sehr merkwürdig.“
„Das kann ich mir vorstellen. Du hast ganz anders in der Menschenwelt gelebt. Wir leben hier ganz anders. Du hast sicher viele Fragen. Also frag.“
Das war eine schöne Aufforderung, denn ich hatte wirklich genug Fragen.
„Ist es hier immer dunkel?“, fragte ich.
„Leider ja. Fast immer. Außer am Weihnachtsmorgen. Da wird es auch mal hell. Weihnachten ist für die Dunkelheit gemacht, was?“
Ich seufzte nur. Ewige Dunkelheit. Na super.
Santa deutete meinen Blick richtig. „Keine Sorge. Du wirst dich dran gewöhnen. Es ist nicht so schlimm. Eigentlich ist die Dunkeleit sehr schön. Da kann so viel leuchten.“
Ja, na klar. Na dann war es natürlich eine ganz einfache Kiste.
Ach so. Ich konnte ja Fragen. Hatte ich noch mehr Fragen?
„Den Ablauf kenne ich ja in etwa, aber wie ist es hier an Weihnachten?“, wollte ich nun wissen.
„An Weihnachten ist hier allerhand los. Das kannst du dir sicher vorstellen. Aber auch schon Wochen vor Weihnachten ist viel zu tun. Eigentlich ist hier immer viel zu tun. Deswegen brauche ich Unterstützung.“
„Das kann ich mir vorstellen.“
Und so wanderten wir noch eine Weile weiter durch den Schnee. Es war so friedlich und ich fand es richtig schön. Ich dachte über Santas Worte nach. Ich konnte ihn verstehen.
Und so gingen wir zurück zum Haus. Ich wollte mehr von diesem winterlichen Dorf sehen. Ich wollte von allem mehr. Aber ich musste wohl abwarten. Ich glaubte noch nicht richtig. Das hatte ich jetzt eingesehen. Aber ich konnte nichts erzwingen. Mein Herz hielt mit meinem Verstand noch nicht mit oder umgekehrt. Da musste ich wohl Geduld haben.
Schließlich standen wir wieder vor dem Haus. Mittagessen stand an. Ich nahm die Zeit hier gar nicht wahr. Sie verging wie im Flug. Ich war viel zu beschäftigt um das wirklich wahr zu nehmen. Zumindest bisher. Vielleicht wurde es ja irgendwann ruhiger. Wer wusste das schon? Aber am Anfang sicher nicht. Jetzt waren wir im Haus und gingen ins Esszimmer. Das Essen stand schon auf dem Tisch. Auch Chrissi saß schon daran, aber Las fehlte noch. Also setzten wir uns dazu.

Fortsetzung folgt …

Und das war der nächste Teil. Was sagt ihr dazu?

Noras Abenteuer: Teil 9: Der Spaziergang

Endlich komme ich mal wieder zu Nora. Es ist schon fast peinlich, aber den letzten Teil habe ich am 7. Februar geschieben. Br …

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Noras Abenteuer: Teil 9 Der Spaziergang

Es war schön mit ihm allein zu sein. Ich fand es toll, dass er mir seine Welt zeigte, aber dabei waren wir fast nie allein. Jetzt gingen wir durch das Dorf spazieren und er führte mich in den Wald um das Dorf herum. Hier sah man zwar keine Sterne, aber ich genoss unsere Zweisamkeit.
Er nahm meine Hand in seine und händchenhaltenderweise spazierten wir durch den dunklen Wald.
„Ich bin gern hin und wieder hier. Es befreit meinen Geist und lässt mich ruhiger werden“, erzählte er mir mi Plauderton.
„Das kann ich verstehen“, lächelte ich. „Es ist so schön ruhig hier.“
„Ja, allerdings“, nickte er lebhaft. „Mein Job ist das ganze Jahr über stressig. Egal ob Weihnachten ist oder nicht. Da tut ein bisschen Ruhe etwas gut.“
„Hört sich an, als hättest du immer ganz schön viel zu tun“, überlegte ich vage.
„Ja, leider. Ein bisschen mehr Freizeit wäre schön. Aber die Arbeit macht Spass. Ich würde sie nicht aufgeben wollen.“ Gedankenverloren sah er in die Ferne. Ich konnte dort im Dunkeln nichts erkennen, aber er ja vielleicht.
„Komm mit“, forderte er mich auf und wartete gar nicht meine Antwort ab. Er zog mich einach mit sich.
Wir kamen auf eine breite Lichtung mit einem kleinen See dabei. Hier sahen wir die Sterne ganz deutlich. Zusammen setzten wir uns an den See. Ich lehnte meinen Kopf an seine Schulter.
Wir starrten eine Weile in die Sterne und genossen einfach nur die Zeit zusammen. Er griff das Thema wieder auf, dass wir zuvor abgebrochen hatten. Ich wusste, dass er sich eine Antwort von mir wünschte, aber ich war mir noch nicht sicher, wie sie ausfiel.
„Könntest du dir vorstellen, bei mir zu bleiben, wenn deine Familie nicht wäre?“, fragte er aber überraschend.
Die Frage war einfach, aber ich wollte sie ihm nicht geben. Meine Antwort würde ihn nur veletzten würde sie letztendlich doch negativ ausfallen.
„Du kannst es mir ruhig sagen“, munterte er mich auf. „Ich werde es verkraften. Egal, wie sie ausfällt.“
„Ja, könnte ich“, gestand ich schließlich.
Wie befürchtet schlich sich ein Grinsen über sein Gesicht. Ich seufzte. Genau das hatte ich nicht gewollt.
„Aber Chris, ich …“, wollte ich zurückrudern, doch er unterbrach mich sofort.
„Ich weiß. Ich hab doch gesagt, es ist in Ordnung. Nur das jetzt zählt.“ Und dann legte er sich auf die Wiese, zog mich auf sich und wir küssten uns. Sanft und zärtlich, aber bestimmt. Wenn ich doch nur nichts für ihn empfinden würde. Dann wäre die Entscheidung leichter. Aber so erwiederte ich seine Küsse leidenschaftlich.
Er strich mir die Haare aus dem Geischt, ganz sanft und zärtlich und als wir beide eine Pause brauchten, kuschelte ich mich an ihn.
Dann begann er plötzlich leise zu singen. Kein Weihnachtslied sondern ein schönes melodisches Lied, dass zu unserer Situation passte. Er überraschte mich immer wieder, aber es passte wirklich. Also schwieg ich nur und hörte ihm zu.
Irgendwann hörte er auf zu singen. War er eingschlafen. Ich richtete mich auf. Nein, er lächelte und sah mich gewinnend an.
„So könnte es immer sein, weißt du?“, fragte er mich lockend.
„Das ist gemein“, fand ich und stupste ihn neckend an.
„Ich habe nicht gesagt, dass ich nicht um dich kämpfen werde“, warnte er mich. „Und ich werde nicht fair kämpfen. Das siehst du ja.“
Okay, das hatte ich wohl verdient. Seine Worte machten es aber auch nicht gerade einfacher. Mein Herz hüpfte wie wild und wollte gar nicht mehr aufhören zu schreien: „Bleib, bitte bleib!“
„Ja, ich sehe es“, antwortete ich nur. Dann fragte ich, um das Thema zu wechseln: „Was ist mit dem Konzert? Wollen wir da nicht hin?“
„Wollen wir?“, fragte er nur zurück als wollte er mich testen. Er verunsicherte mich gerade. Der Weinachtsmann verunsicherte mich. Wie hatte es nur so weit kommen können?
Natürlich blieben wir einfach liegen und kuschelten uns enger aneinander. Er fühlte sich so gut an. Was sollte ich bloß machen. Doch schließlich gab ich auf.  Diese Nähe setzte mir zu sehr zu. Ich musste ihn auf Abstand halten, bis ich mich entschieden hatte. So schwer es auch werden würde.
„Wie wäre es, wenn wir dann weiter spazieren gehen?“, schlug ich also vor. „Ich würde gerne mehr von der Umgebung des Weihnachtsdorfes sehen.“
„Na gut.“ Er stand auf, zog mich hoch und schlenderten weiter durch den Wald. Wieder händchenhaltend. Er bestand darauf.
Hinter dem Wald war eine kleine Hütte. Eine Hütte fernab des Weihnachtsdorfes? Wo waren wir denn jetzt schon wieder?
„Wo sind wir?“, fragte ich deswegen.
„Noch so ein Geheimnis von mir“, sagte er geheimnistuerisch und führte mich in den Raum. Es war ein sehr gemütlicher Raum mit Sesseln, Kaminen, einem Sofa und einigen Büchern.
„Wow“, hauchte ich erstaund. Damit hätte ich gar nicht gerechnet.
„Das ist noch ein Rückzugsort. Den kenne wirklich nur ich. Du bist die erste, die ihn sehen darf.“ Er klang sehr stolz und sah mich abwartend an.
„Chris, ich …“ Ich hatte keine Ahnung, was ich sagen sollte. Es rührte mich, dass er mich hierher gebracht hatte und ich musste mir eingestehen, dass ich mich noch etwas mehr in ihn verliebte.
„Nicht. Lass. Sag einfach gar nichts.“ Er machte es sich auf einem Sessel am Kamin bequem und ich tat es ihm gleich.
„Du weißt schon längst, wie ich mich entscheiden werde, oder?“, fragte ich nur, denn tief im Inneren hatte ich meine Entscheidung längst gefällt.
„Ich hoffe es, aber wie soll ich das wissen? Auch ich kann keine Gedanken lesen.“
„Ich möchte meine Familie regelmäßig besuchen“, forderte ich. „Und ich will öfter mal auf der Erde vorbei gucken, aber ich will dich nicht verlieren. Natürlich bleibe ich bei dir.“
Er grinste übers ganze Gesicht. „Da bin ich aber froh.“ Er zog uns beide irgendwie auf den Boden vor dem Kamin und zog mich erneut in seine Umarmung. Dieses mal wurde die Umarmung intensiver und er wusste, dass ich von nun an ihm gehörte.

Fortsetzung folgt …

Wow, was ist denn hier passiert? Sie sollte sich in diesem Teil eigentlich noch nicht entscheiden. Das könnte auch theoretisch das Ende der Geschichte sein, aber mindestens einen Teil möchte ich noch schreiben.

 

Noras Abenteuer: Teil 8: Die Besprechung

Und weiter gehts  mit Noras Abenteuer. Langsam komme ich auch hier zum Abschluss, aber den ein oder anderen Teil wird es wohl noch geben.

Noras Abenteuer Teil 8: Die Besprechung

Ich saß ganz hinten im Besprechungsraum. Viele Dorfbewohner waren anwesend. Chris stand vorne und schrieb Dinge auf eine Metaplanwand. Als er fertig war wandte er sich zu seinen Helfern um.
„Also, Sandy. Du kümmerst dich um die Weihnachtspost. Alle Briefe, die hier gelandet sind versiehst du wie immer mit Briefmarken aus dem Weihnachtsdorf und adressierst sie an die entsprechenden Bewerber“, hakte er den ersten Punkt ab.
Sandy nickte nur. Offenbar kannte sie die Aufgabe schon.
„Cord, du stellst mit deinem Team weiter Spielzeug her, genau wie Ally und Arlee und eure Teams. Wir brauchen noch ein wenig Zeit bis alle Wunschzettel abgearbeitet sind“, wies er den Wichtel und die Elfen aus der Weihnachtswerkstatt an.
„Was ist mit dieser verfluchten Spielwiese?“, fragte Cord genervt. „Wir sind immer noch nicht weiter gekommen damit.“
„Ich werde morgen zu euch kommen und mir das noch mal ansehen“, versprach Chris fast feierlich.
Damit schien sich Cord vorerst zufrieden zu geben.
„Lana und Rayne. Ihr werdet weiter die Geschenke verpacken. Wir haben noch drei Wochen bis Weihnachten. Bis dahin sollte alles verpackt sein“, widmete Chris sich dem nächsten Teil seiner Liste zu.
„Können wir nicht mal was anderes machen? Immer müssen wir die Geschenke einpacken. Wieso immer wir?“, stöhnte Rayne genervt.
„Weil ihr es am schönsten macht“, entgegnete Chris gelassen. Die beiden Elfen schenkten ihm dafür ein Lächeln.
„Ihr wisst wann wir fertig sein müssen und ich erwarte, dass ihr bis dahin alle soweit seid“, verlangte Chris nun, ganz der Weihnachtsmann, der er war. „Gibts sonst noch irgendetwas zu klären?“
„Im Regenhaus regnet es ununterbrochen. Regen sammeln ist ja schön und gut, aber das Regenhaus läuft praktisch über. Wir müssen etwas dagegen unternehmen“, meldete sich ein recht schmaler Wicht mit hellen Haar zu Wort.
„Das Problem mit dem Regenhaus ist bekannt. Saynie und Linda sind ständig im Einsatz, um das zu kontrollieren. Sie versuchen seit Wochen den Schaden zu beheben. Ich habe keine Ahnung von dieser Art von Magie. Da müsst ihr euch schon an die beiden wenden. Sie genießen mein vollstes Vertrauen.“ Chris Autorität war unglaublich. Alle sahen gebannt zu ihm auf.
„Und diese falschen Weihnachtsmänner auf der Erde machen mal wieder Ärger. Manche versuchen tatsächlich mit Rehen zu fliegen. Als könnten sie unsere Magie ersetzen“, warf ein anderer Wicht ein, der deutlich stabiler war als der Erste.
„Das stimmt. Das ist in der Tat ein Problem. Bart und Sid versuchen sie seit Jahren zu verschrecken, aber es hat keinen Sinn. Wir müssen uns was neues einfallen lassen“, überlegte Chris ernst.
„Wir könnten ihnen einen richtigen Schrecken einjagen und vor ihrer Nase Magie anwenden. Vielleicht rüttelt sie das mal auf.“ Der Zwerg, der das vorgeschlagen hatte, strahlte geradezu bei dieser Vorstellung.
„Das ist keine Lösung, Garry. Wir wenden vor den Menschen keine Magie an“, rügte Chris ihn ziemlich deutlich. Der Zwerg namens Garry zog den Kopf ein und schwieg daraufhin.
„Aber das mit dem Erschrecken ist gar nicht so schlecht“, wandte Cord ein. „Wir müssen es ja nicht mit Magie machen.“
„Hm, das könnte gehen. Wie stellst du dir das vor?“, stimmte Chris ihm nachdenklich zu.
„Keine Ahnung. Wir könnten tun als hätten wir uns als Wichtel verkleidet und ihnen einen Vortrag über den richtigen Weihnachtsmann machen, den sie nicht so schnell ignorieren können. Wir müssen Eindruck schinden“, überlegte Cord weiter.
„Das könnte funktionieren. Du scheinst der richtige Mann dafür zu sein.“ Chris warf ihm einen herrischen Blick zu.
„Ich dachte, ich habe andere Dinge zu tun“, konterte Cord.
„Wer erklärt sich dann dafür bereit?“, fragte Chris in die Runde.
„Ich könnte das machen“, erklärte eine kleine Elfe mit pipsiger Stimme. Chris konnte ein Schmunzeln nicht unterdrücken.
„Lenie, wieso ausgerechnet du?“, fragte er nach.
Sie sah ihn schüchtern an. „Weil ich die Menschenwelt liebe und schon immer mal auf die Erde wollte.“
Chris bedachte sie mit einem Blick, als hielte er das für keine gute Idee, aber er gab nach und fragte nur: „Wer wird sie begleiten. Ich werde Lenie nicht allein darunter lassen.“
„Ich“, meldete sich ein schwarzhaariger Elf sofort und Chris seufzte.
„War ja klar. Na gut, Jamie. Wieso nicht. Du passt wenigstens auf sie auf.“ Dann ließ er seinen Blick durch die Menge schweifen. „Sonst noch was?“
Ein kleines Elflein meldete sich zu Wort: „Was ist mit der Weihnachtsaufführung nach dem Geschenke verteilen?“
„Die kann wie jedes Jahr stattfinden, wenn sich genug dafür melden“, genehmigte Chris den Wunsch der Elfe. „Das musst ihr aber unter euch ausmachen.“
Die Elfe strahlte Chris an als hätte er ihr gerade das schönste Weihnachtsgeschenk der Welt gemacht.
„Danke, Weihnachtsmann“, sagte sie fröhlich. Chris nickte ihr zu.
„Wars das dann?“, wollte Chris wissen. Er ließ es sich nicht anmerken, aber ich bemerkte trotzdem, dass er müde wirkte.
„Ich freu mich schon so darauf die Kirche wieder zu dekorieren“, sagte eine Fee, die unruhig auf ihrem Stuhl hin und her wippte. „Das macht so viel Spass.“
„Stimmt, die Kirche“, nickte Chris. „Die Dekoration dafür ist eingetroffen, nehme ich an?“
„Schon gestern“, nickte die Fee eifrig. „Dürfen wir schon mit dem Dekorieren anfangen?“ Auf mich wirkte sie etwas übereifrig.
„Noch nicht. Wartet noch ein paar Tage“, wies Chris sie an. „Wenn ihr jetzt schon dekoriert wird sich das auf die Erde abfärben und sie fangen mit ihrer Dekoration wieder viel zu früh an.“
Wusste er denn nicht, dass oft die Weihnachtsdekoration im September begann? Da konnten seine Feen hier schon ruhig dekorieren, aber ich hielt mich lieber da raus. Vielleicht hatte Chris ja seine Gründe wieso er noch warten wollte.
„Wenn es das dann war könnt ihr damit heute Feierabend machen. Genießt den Abend und geht morgen wieder wie gewohnt fröhlich an die Arbeit“, wies Chris seine Mitarbeiter an.
Das ließen sie sich nicht zweimal sagen. Stühle wurden gerückt, die Zauberwesen standen auf und verabschiedenten sich von Chris. So eilig wie sie es hatten könnte man meinen sie würden nie Pause machen. Ich lächelte in mich hinein. Offenbar war Chris ein toller Arbeitgeber. War er überhaupt ein Arbeitgeber. Jedenfalls blieben nur wir beide zurück.
Chris räumte seine Sachen zusammen und kam dann zu mir und zog mich in seine Arme. Ich fühlte mich wohl dort.
„Und was machen wir zwei jetzt?“, fragte er mich lächelnd.
„Ich dachte wir gehen auf dieses Konzert“, erinnerte ich ihn.
„Stimmt“, nickte er. „Aber vorher könnten wir noch einen Spaziergang machen. Ein bisschen Zeit hätten wir noch.“
„Klingt gut“, stimmte ich ihm zu und wunderte mich immer noch wie wohl ich mich eigentlich bei ihm fühlte. Könnte ich ihn wirklich wieder verlassen?

Das war es mit diesem Teil. Das nächste mal gehts zum Konzert und zum Spaziergang. Was sagt ihr zur Versammlung?

Noras Abenteuer Teil 7: Die Einkaufsläden

Noras Abenteuer gehen natürlich weiter. Heute mit einem weiteren Teil des Weihnachtsdorfes.

Noras Abenteuer: Die Einkaufsläden (Teil 9)

Systematisch klappterten Chris und ich die Läden ab. Und was das für Läden waren. Die ersten waren natürlich wirklich weihnachtlich wie man es sich in einem Weihnachtsdorf eben so vorstellt. Weihnachtsdeko, Weihnachtsmusik, Weihnachtsbücher und eben einfach alles, was mit Weihnachten zu tun hatte. Wie bei einem Weihnachtsmarkt. Eine Weile schländerten wir durch diese Läden und ich sah Dinge, die es in normalen Läden nie geben würde. Kleine geschnitzte Weihnachsfiguren, so klein, dass sie nur für Elfen oder Zwege bestimmt sein konnten. Feinste genähte Wollkleidung und Mützen sowie Socken, die uns höchstens als Babys passten, den Zwergen und Elfen aber wie angegoessen saßen. Tatsächlich kam eine kleine zierliche blonde Elfe gerade mit einem rosa Kleidchen aus der Umkleidekabine und ich war absolut verzückt über ihr elfenhaftes Aussehen. Die Kleine ging hüpfend und lachend zur Verkaufstheke, bezahlte ihr Kleid mit seltsam gelben Münzen und ließ es gleich an. Dann verschwand sie in einer fliegenden Leichtigkeit aus dem Laden. Ich starrte ihr immer noch hinterher.
„Ja, entzückend, nicht wahr?“, meinte Chris trocken und zog mich aus dem Laden. Wiederstrebend folgte ich ihm.
Die nächsten Läden, die wir betraten, waren allerdings anders. Ich konnte nicht glauben, was ich da sah. Fassunglos sah ich Chris an: „Ostersachen?“
„Na, was denn? Wir müssen dem Osterhasen doch auch unterstützen und außerdem lieben die kleinen Elfen den Osterhasen. Da können wir ja wohl kaum „Nein“ sagen.
Ich grinste bis über beide Ohren: „Das hätte ich hier jetzt nicht erwartet.“
„Tja, der Osterhase fühlte sich das erste mal auch unwohl hier unter uns Weihnachtsvertreibern, aber er lebte sich schnell ein und liebt gerade die kleinen Elfenkindern. Deswegen kommt er jedes Jahr und bereitet ihnen eine Freude.“
„Verrückt. Ihr mischt hier auch alles durcheinander, oder?“, lachte ich.
Er zuckte nur mit den Achseln. „Das ganze Jahr über nur Weihnachten um sich zu haben ist doch auch irgendwie langweilig.“
„Und das sagt ausgerechnet der Weihnachtsmann“, neckte ich ihn.
„Na, ja. Schließlich brauche ich auch mal Urlaub, oder?“, war seine Erwiederung dazu.
„Bleibst du in deinem Urlaub denn hier?“, fragte ich ihn nun.
„Natürlich nicht. Das tut keiner von uns. Meist besuchen wir die anderen Weihnachsthelfer aus anderen Weihnachtsdörfern. Väterchen Frost, Hexe Befana und so. Wir reisen viel. Dabei tauschen wir uns natürlich auch immer über die Weihnachtsjahre aus und wie sie so gelaufen sind.“
Ich grinste nur. Das klang faszinierend. Die verschiedenen Weihnachtsfiguren tauschten sich um ihren Umsatz aus. Lustige Vorstellung.
„Lach du nur.“ Er musterte sich prüfend. „Aber wir stehen hier alle im Kontakt zueinander. Meinem Freund Väterchen Frost schreibe ich regelmäßig E-Mails.“
Ich grinste nur und enthielt mich jeden Kommentares. Für mich war das einfach eine absolut seltsame Vorstellung.
Er führte mich jedenfalls durch weitere Läden des Dorfes. Einer war voll mit Musikartikel. Chris kaufte sich eine CD von Chris Rea. Hier gab es in drei Stockwerken so viel Auswahl an Musik, dass für jeden was dabei war. Das Gebäude war dreistöckig, aber von außen sah es gar nicht so groß aus. Offenbar liebte Chris diesen Musikladen, denn hier stöberte er besonders lange.
Außerdem führte er mich in einen Blumenladen, der so schön war, dass ich mich gar nicht mehr aufraffen konnte, ihn zu verlassen. Es gab hier die seltensten Blumenarten sowie auch magische und weihnachtliche Blumenarten und ganz gewöhnliche Blumenarten. Hier begegneten mir Namen wie „Kraut der Unsterblichkeit„, Zuckerwurzel, Frauenmantel, Christrosen, Ritterstern, Schlafmohn, Rentierfleche, die Mitternachtsrose, die magischen Sternfechteln und Lebenspilze und vieles mehr. Außerdem wurde in diesem Blumenladen auch Tee verkauft, der aus besagten Blumen gemahcht wurde. Ich kaufte mir deswegen zunächst einen Christrosentee und einen Frauenmanteltee und war ganz begeistert von meiner Ausbäute. Allerdings musste Chris für mich bezahlen, da ich keine von diesen seltsamen gelben Münzen hatte.
Als wir wieder draußen auf der Straße waren, fragte ich Chris: „Wo bekomme ich diese Münzen her? Kann ich mein Geld umtauschen?“
„Komm mit“, forderte er mich auf und führte mich zu meiner großen Überraschung nicht in eine Bank sondern in eine Bäckerei. Dort stand in der Ecke ein Kasten, der wie ein Briefkasten aussah, aber auch auf den ging er nicht zu sondern auf die Theke. Eine Bedienung fragte er: „Meine Freundin möchte Geld tauschen. Könnten wir kurz reinkommen?“
Ungeniert flirtete die Dame mit ihm und bat uns nach hinten. Dort waren zwei Zimmer, die wie Büros aussahen. In eines davon führte sie uns. Sie setzte sich hinter einem Schreibtisch und wir auf die zwei Stühle davor und dann fragte sie: „Wie viel soll es denn sein?“
Fragend sah ich Chris an. Er fragte mich: „Hast du einen Zwanziger?“ Offenbar kannte er sich mit meinem Geld durchaus aus. Ich nickte und reichte der Frau einen.
Sie holte eine tragbare Kasse aus einem Schrank und kramte nach ein paar Münzen. Ich sah die gelben mit der hier offenbar alle bezahlten. Ein Stern war drauf abgedruckt und außerdem stand da die Zahl fünf. Außerdem gab mir die Frau noch zwei rote Münzen und drei Grüne. Auf den Roten war ein Mistelzweig abgebildet und eine 10 drauf und auf dem grünen ein Tannebaum und eine 15 drauf. Verwirrt betrachtete ich das merkwürdige Geld und steckte es dann in ein Extrafach, weg von den deutschen Münzen.
„Das Erklären werde ich übernehmen“, bemerkte Chris und bedankte sich bei der Frau. Dann setzten wir uns in die Beckerei und genossen ein Stück Apfelkuchen und einen Anistee.
„Heute Abend habe ich eine Besprechung wie das dieses Jahr mit dem Geschenke verteilen ablaufen soll. Entweder kannst du mitkommen oder auf ein Weihnachtskonzert in die Kirche gehen. Das Weihnachtskonzert ist aber jeden Tag um Weihnachten rum. Da können wir auch noch zusammen hin“, erklärte Chris, der einen Apple Pie gewählt hatte.
„Die Besprechung hört sich doch interessant an“, fand ich. „Ich bin dabei.“
Chris nickte nur und wir unterhielten uns noch ein bisschen über uns und malten uns eine fantasievolle Zukunft im Weihnachtsdorf aus.

Und wie die Besprechung so abläuft erfahrt ihr dann beim nächsten mal. Und was sagt ihr zu diesem Teil?

Jetzt bin ich schon wieder am Ende von Noras Abenteuer angelant, aber nicht am Ende der Geschichte.

Noras Abenteuer Teil 5: Die Weihnachtswerkstatt (Teil 2)

Und weiter gehts mit Noras Abenteuer. Ich möchte meine Geschichten ja mal ein bisschen voran treiben.

Noras Abenteuer: Weihnachtsdorf: Weihnachtswerkstatt (Teil 2)

Chris führte mich in einen weiteren Raum, der mich ebenso faszinierete wie der Malbereich. Hier wurde gestrickt und und gehekelt was hier gestrickt wurde. Ich traute meine Augen kaum. Dabei müsste ich doch mittlerweile wissen, dass hier alles möglich war. Lauter unfertige Puppen, Kuscheltiere, Decken, Kissen und Kleidung lag im Raum verteilt und winzige Elfen zogen das Garn hinter sich her während die größeren es bearbeiteten. Die Puppen wirkten fast normal und es sah überhaupt nicht aus als seien sie gestrickt worden und dann wieder waren welche dabei, denen man genau ansah wie sie verarbeitet worden waren.
Die Kuscheltiere zogen mich besonders an. Ein supersüßer Plüschteddy mit richtigen Knopaugen sah mich fast flehend an als wollte er überall anders sein als hier. Ganz verstehen konnte ich es nicht, denn hier war er doch unter seinesgleichen. Hier konnte er sich mit anderen Plüschtieren austoben, auch wenn einige davon noch nicht ganz fertig waren. Ich hätte es auf jeden Fall an seiner Stelle getan. Ganz zu schweigen von den Kindern. Appropos Kinder. Da fiel mir gerade etwas ein.
„Wieso macht ihr hier keine Führungen für Kinder? Das wäre doch bestimmt der Renner“, fragte ich Chris.
„Gott bewahre“, stöhnte Chris. „Die würden sich doch alles unter den Nagel reißen. Ausserdem: Wo bliebe denn da das Geheimnisvolle, wenn dieses Dorf für jedermann zugänglich ist?“
Da hatte er nicht ganz unrecht. Wieder fiel mein Blick auf den einsamen Teddy. Schließlich gab ich mir einen Ruck und fragte ihn: „Ist der Teddy da drüben noch zu haben? Der mit den Knopfaugen?“
„Willst du etwa einem der armen Kinder mit den Wunschzetteln ihr Weihnachtsgeschenk rauben?“, lachte Chris. Er wirkte sehr amüsiert.
„Er sieht so einsam aus als wäre er nicht gerne hier?, verteidigte ich mich. „Ausserdem ist er nicht mal ganz fertig. Zumindest sieht er nicht fertig aus.“
„Du hast Glück. Ein bisschen fertigen wir unser Spielzeug auch in Voraus an, in der Hoffnung, dass es zu den Wünschen der Kinder passt. Dieser hier ist noch nicht reserviert, aber willst du nicht, wenigstens, dass sie ihn fertigstellen?“, sagte Chris nun.
„Nein, ich mag ihn so wie er ist“, wehrte ich sein Angebot ab. „Das wichtigeste ist, dass es ein Teddy ist und er diese wunderbaren Knopfaugen haben.“
„Na schön, du Teddyfreundin“, gab Chris also nach. „Lerna, könntest du mir den Teddy reichen?“
Die angesprochene Elfe kam seiner Bitte sofort nach und Chris überreichte mir den Teddy. „Betrachte es als persönliches Geschenk vom Weihnachtsmann.“
„Er bekommt einen Ehrenplatz“, versprach ich feierlich.
„Na gut. Bereit zu gehen?“, fragte Chris nur. Ich nickte wiederstrebend und drückte meinen neuen Teddy fest an mich.

Der nächste Raum zeigte wieder Wichtel, die alle möglichen Spiele spielten. Gesellschaftsspiele, Videospiele, manche fuhren sogar Puppenwagen rum. Irgendwo sah ich ein altes Packmanvideospiel und sogar ein Zelt war dabei. Da wurden Kindheitserinnerungen wach.
„Was machen die hier?“, fragte ich Chris verwirrt.
„Na, das sind unsere Tester. Sie testen unser Spielzeug. Ob es auch funktioniert und so. Es gibt sogar noch einen Extraraum wo nur gepuzzlet wird, um zu gucken ob die gewünschten Spiele auch funktionierten“, erzählte Chris mir.
„Oh, das könnte mir auch gefallen“, schwärmte ich und war schon glücklich den Wichteln nur dabei zuzusehen. Hier könnte ich ewig bleiben. Das war meine Welt.
„Das kann ich mir denken“, schmunzelte Chris. „Aber bevor du hier hängen bleibst und mitspielst, lass uns lieber weiter gehen.“
„Gibts hier auch sowas wie Domino-Day?“, fragte ich begeistert.
Doch Chris sah mich nur verwirrt an: „Was soll das sein?“
„Guckst du denn gar kein Fernsehen? Dominio-Day. Da wird mit lauter Dominosteinen richtige Landschaften und sowas gebaut“, erklärte ich, erstaunt darüber, dass er den Domino-Day gar nicht kannte. Kannte den nicht jeder?
„Dominosteine gibts hier schon, aber so viel Zeit solche Landschaften wie du sie beschreibst zu bauen haben wir dann doch nicht“, sagte Chris nur.

Danach führte mich Chris in einen weiteren Raum. Diese Werkstatt war ja riesig.
Dieser hier war ein Musikraum. Zumindest kam es mir so vor. Überall standen Instrumente rum, Walkmans, MP 3 Player, Kassettenrecorder und sogar Plattenspieler lagen verteilt auf dem Boden. Musik erfüllte auch die Luft. Überall kam Musik raus und wurde auch selbst produziert um die Geräte auszuprobieren. Von Weihnachtsmuisk, bis Kindermusik und Moderne Musik war so gut wie alles dabei und spielte durcheinander. Auch Spieluhren hörte ich irgendwo summen. Es war unglaublich laut in diesem Raum. Kein Wunder, dass er abgesondert von den anderen war.
„Wow“, staunte ich. Eigentlich schrie ich mehr über den Lärm hinweg.
Aber Chris brauchte nur einmal „Ruhe!“ zu schreien und es wurde sofort lesie. Das hatte er ja bestens im Griff.
„Das ist toll hier“, fand ich. „So viel Musik. Wie hören können die da raushören ob was nicht doch defekt ist oder leiert?“
„Diese Elfen und Zwerge sind darauf geschult. Genau dafür haben sie ein besonderes Gehör“, erklärte Chris mir nur. „Im hinteren Raum gibts auch noch einen Bereich für Hörkassetten und Hörbücher und sowas.“
„Okay, und was kommt als nächstes?“, wollte ich voller Vorfreude wissen.
„Zwei Bereiche haben wir noch“, sagte Chris.
„Da bin ich aber gespannt.“

Die nächste Abteilung war ein Traum. Es war eine richtige Bibliothek. Chris hatte keine Ahnung, was er damit angerichtet hatte, als er mich hier herbrachte. Das war ja noch besser als der Spieltestbereich.
„Kannst du mich nächstes Jahr wieder hier abholen?“, fragte ich Chris während ich einfach nur die Vielfalt der Bücher bestaunte.
„Vergiss es.“ Jetzt lachte Chris richtig. „Du gehst mir hier drin nur verloren.“
Ich hatte Angst noch einen Schritt weiter zu gehen, da ich befürchtete, dass Chris recht hatte. „Wozu habt ihr die ganzen Bücher hier? Die werden doch nicht alle verschenkt, oder?“
„Viele schon, aber nicht alle. Das stimmt. Überwiegend ist es ein Zufluchtsort für die Mitarbeiter, wenn sie mal ne Pause brauchen. Das ist nur menschlich oder in diesem Fall eher magisch. Aber willst du ein Geheimnis wissen?“ Chris sah mich fast erwartungsvoll an.
„Immer“, nickte ich geradezu begierig.
„Wenn ich nicht schlafen kann komme ich nachts manchmal hier her und setzte mich auf eine der Lesebänken und tauche stundenlang in eine Geschichte ein. Meistens Weihnachtsgeschichten, wer hätte das gedacht.“
„Kein Wunder, dass du di Bibelgeschichte kennt. Aber einen besseren Zufluchtsort gibts nicht. Das Weihnachtsdorf gefällt mir immer besser.“ Dieses Dorf hatte wirklich etwas magisches an sich. Ich konnte verstehen wieso ihre Bewohner in dieser Werkstatt so gerne arbeiteten und lebten.
„Ja. Natürlich liegt hinter der Bibliothek auch noch die Druckmaschinen um Bücher zu binden wobei wir auch Elfen haben, die das per Hand machen.“
„Und was ist der letzte Raum?“, wollte ich wissen.

Der lezte Raum wirkte geradezu gewöhnlich. Es war ein Büro mit vielen Computern, Schreibtischen und konzentrierten Arbeitern.
„Was wird hier gemacht?“, wollte ich wissen.
„Verzeichnisse angelegt für Wunzettel, die Inventur vermerkt, die Abrechnugen für Mitarbeiter vermerkt. Alles, was in einem Büro halt so anfällt.
„Auch Buchhaltung?“, fragte ich. Ich hasste Buchhaltung.
„Ja, auch Buchhaltung“, bestätigte Chris mir.
„Ihh, diesen Raum mag ich nicht“, stellte ich klar und Chris lachte wieder.
„Du Banause. Es ist nicht so kompliziert wie du denkst. Wir haben einfache Programme und schnelle Mitarbeiter“, neckte er mich.
„Na klar, was sonst?“ Dieser Raum war ein krasser Gegensatz zu den anderen Räumen. Hier war es leise und konzentriert und niemand sagte was. Das war also jetzt der letzte Raum der faszinierenden Weihnachtswerkstatt. Wenn die Kinder wüssten was sie alles erleben könnten, wenn sie von diesem Ort nur wüssten …
„Und was machen wir jetzt?“, wollte ich nun wissen.
„Wir gehen zurück ins Wohnzimmer, essen was, gehen schlafen und morgen zeige ich dir die Läden.“ Er zuckte die Achseln als wäre das sein üblicher Ablauf.
„Läden?“, fragte ich irritiert.
„Ja, Läden“, nickte er.
„Wozu braucht ihr die denn?“, wunderte ich mich.
„Na, hör mal! Wir wollen uns doch auch mal was Gutes tun“, sagte er nur und führte mich aus der Werktsatt raus zurück in den Schnee.

Und das wars schon wieder mit diesem Teil. Ich hoffe ihr hattet genauso viel Spass beim Lesen wie ich beim Schreiben und seid auch beim nächsten Teil wieder mit dabei. Und natürlich würde mich wie immer eure Meinung sehr interessieren.

Noras Abenteuer Teil 4: Die Weihnachtswerkstatt (Teil 1)

Ich muss hier dringend mal wieder an meinen Bloggeschichten weiterarbeiten. Deswegen fange ich nun mal an mit Noras Abenteuer.

Noras Abenteuer Teil 4: Das Weihnachtsdorf: Die Werkstatt (Teil 1)

„Wieso bin ich eigentlich hier?“, fragte ich schließlich zunächst.
„Ich dachte das hätten wir bereits geklärt“, seufzte Chris nur. „Du hast angefangen zu glauben.“
„Ja, aber bin ich nur deswegen hier?“, beharrte ich.
„Du warst einfach zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort“, erklärte Chris mir unbestimmt.
Eine bessere Antwort darauf würde ich wohl nicht bekommen.
„Belieferst du alle Länder mit Geschenken oder teilst du dir die Arbeit mit anderen?“, war deswegen meine nächste Frage.
„Es gibt mehrere Weihnachtsdörfer wie dieses hier. Sie befinden sich alle in unserer unmittelbaren Umgebung. Ich beliefere überwiegend europäische Länder, die entweder an den Weihnachtsmann oder das Christkind glauben. Manchmal helfe ich auch in Asien aus.“
„Dann sind wir jetzt in Europa?“, wollte ich wissen.
„Nein, wir sind an keinem Ort, der dir was sagt. Wir sind irgendwo im Himmel auf einer verschneiten Insel“, erklärte Chris geduldig.
Das konnte ich mir kaum vorstellen. Das hier war der Himmel. Ich sprach das aus, was ich dachte. „Den Himmel hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt.“
Chris lachte: „Wir sind ja auch nicht in dem Himmel, von dem die Bibel erzählt. Der Himmel ist riesig und dehnt sich viel weiter aus. Wäre doch unfair, wenn nur die Engel dort ihren Platz hätten.“
„Du kennst die Bibel?“, staunte ich.
„Na hör mal. Ich bin der Weihnachtsmann. Natürlich kenne ich die Bibel. Schließlich sollte ich als Weihnachtsmann doch wissen wieso Weihnachten gefeiert wird, oder?“ Chris verdrehte nur amüsiert die Augen.
„Aber nicht alle feiern ein christliches Weihnachtsfest“, wandte ich ein. „Auch nicht in Europa.“
„Das weiß ich. Darum können sich dann die anderen Weihnachtsdörfer kümmern. Väterchen Frost, die Hexe Befana und wer weiß wer noch alles. Dafür bin ich ja auch noch für Teile Amerikas verantwortlich. Die glauben nämlich an mich.“
„Hm“, machte ich nur verwirrt und Chris lachte wieder.
„Na komm. Die Fragestunde ist erst mal vorbei. Später kannst du noch mehr fragen. Erstmal zeig ich dir den ganzen Stolz meines Dorfes. Die Weihnachtswerkstatt“, schlug er mir vor. Natürlich wollte ich sie sehen, aber ich hatte auch noch Fragen. Ne Menge Fragen. Aber Chris hatte recht. Dafür war später noch Zeit.
Er führte mich wieder nach draußen in das verschneite kleine Dörflein. Ziemlich in der Mitte war etwas, das ein Markt sein könnte. und dort befanden sich lauter Läden, aber auch die Weihnachtswerktstatt. Den Stolz des Weihnachtsdorfes, wie Chris selbst sagte. Als wir eintraten kam sogleich ein Zwerg mit Zipfelmützte auf uns zu und sah sehr erleichtert zu Chris auf.
„Chris, Chris! Oh, gut, dass du da bist. Diese Spielwiese, die ein Kind sich wünscht. Also wir verzweifeln langsam daran. Du musst dir das unbedingt mal anshehen“, wurde Chris gleich zugetextet.
„Muss das jetzt sein, Cord?“, fragte Chris nur wenig begeistert.
„Wenn es rechtzeitig fertig sein soll schon“, antwortete Cord.
„Na schön. Dann kannst du wenigstens schon sehen was wir hier so machen und mir bei der Arbeit zusehen“, stimmte Chris zu und wandte sich damit auch an mich. Ich war begeistert von dieser Idee. Das wollte ich auf keinen Fall verpassen.
Je weiter wir in die Werkstatt vordrangen desto lauter wurde das Hämmern und meißeln und die Geräusche von der Arbeit. Es hörte sich nach viel Arbeit an und ich war schon ganz aufgeregt. Dann sah ich ein großes goldenes Tor vor uns, dass Chris aufstieß. Der Lärm quill noch mal ums Doppelte an.
Es war unglaublich, was ich da vor mir sah. Lauter kleine Wesen hämmerten und bauten und überall entstand wunderbares Spielzeug. Genau davon habe ich als Kind immer geträumt.
Cord führte und zu einer grünen Wiese mit mehrerem Spielzeug drauf, dass halbfertig war. Es sah fast wirklich aus wie eine Wiese, doch die Figuren darauf sahen etwas mickrig aus. Sollte das ein Bauernhof darstellen?
„Wo ist das Problem?“, fragte Chris, der kritisch die halbfertige Spielwiese begutachtete.
„Wir kriegen die Figuren einfach nicht so hin wie verlangt wird“, beschwerte sich Cord. „Sieh selbst.“ Und er wedelte mit einem langen Wunschzettel vor sich hin und her. Erst jetzt entdeckte ich die gegenüberliegende Wand, die mit lauter Wunschzettel vollgepinnt war. Langsam näherte ich mich ihr während Chris seiner Aufmerksamkeit den Wünschen vor seiner Nase widmete.
Auf den Zettel standen neben ganz normalen Wünsche wie den neusten Mickemouse Pullover oder eine DVD von Shaun das Schaf auch Wünsche wie einen Stern vom Himmel geflückt bekommen, Eine Star -Wars Krippe oder ein Legowunderparadies. Es waren viele dabei und je mehr ich las desto skurrieler wurden sie teilweise. Oft musste ich einfach nur lachen. Diese Wunschzettel waren goldwert. Teilweise hätten sie auch von mir stammen können. So beschäftigte ich mich eine zeitlang während Chris zu tun hatte.
Plötzlich trat Chris hinter mir und bemerkte: „Ziemlich interessant, was?“
„Recht vielseitig würde ich sagen“, stimmte ich ihm zu.
„Ja“, nickte er nachdenlich.
„Müsst ihr die alle abarbeiten?“, fragte ich Chris.
„Einige haben wir schon. Die Wand ist in zwei Hälften aufgeteilt“, erklärte der Weihachtsmann mir. „Und wir erfüllen auch nicht alle Wünsche. Da muss man sich nichts vormachen. Aber von jedem Wunschzettel picken wir etwa ein bis zwei Wünsche heraus und kümmern uns um sie damit die Kinder sie unterm Weihnachtsbaum finden.“
„Klingt trotzdem nach viel Arbeit“, fand ich.
„Ist es auch“, bestätigte Chris mir. „Aber wir haben auch viele Helfer hier. Na komm. Ich zeig dir die restlichen Räume. Es gibt hier noch viel mehr zu sehen. Das hier ist nur der erste Bereich.“
„Und was ist mit den missglückten Figuren?“, wollte ich besorgt wissen. Nicht, dass das Kind wegen mir seinen Wunsch nicht bekam.
„Da kümmern sich meinen Leute schon drum. Die brauchen nur einen kleinen Schubs und schon schweben ihre kleine Köpfchen wieder vor neuen Lösungseinfällen.“ Chris schien sich wirklich keine weiteren Gedanken darüber zu machen. Vermutlich kannte er das schon zur Genüge.
Also zeigte er mir einen weiteren Ruam seiner Werkstatt. Hier wurde vor allem gemalt. Mit Pinseln, mit Stiften, mit Kreide und anderen Maluntensilien. Es sa toll aus und die Geräusche der Stifte waren bezaubernd und erfüllten den Raum.
„Wow“, hauchte ich total beeindruckt.
„Hier weren Figuren, die zuvor hergestellt wurden, angemalt und verfeinert oder Bilder gefertigt, die gewünscht wurden. Alles, was das Herz begehrt“, erzählte Chris nun.
Ich ging näher, betrachtete die Werke und war einfach hingerissen. Die Arbeit hier war fantastisch. Alles war perfekt. Ein Traum von Landschaften, ein Traum von bemalten Figuren und ein Traum von allem was mit Malen zu tun hatten.  An den Wänden waren Schränke angebracht worden mit allen Malutensilien, die es nur gab. Kleine Feen saßen mit großen Pinseln an den Tischen und malten fleißig drauf los.
„Gibts noch mehr Bereiche in den Werkstätten?“, fragte ich neugierig. Ich wollte unbedingt noch mehr dieser Wunder sehen.
„Na klar! Komm einfach mit!“, forderte er mich auf und führte mich in den nächsten Bereich seiner unglaublichen Werkstatt.

Ich fürchte hier muss ich mal unterbrechen und den Werkstattbereich in zwei Teile aufteilen. Sonst wird es einfach zu lang. Aber es geht natürlich noch weiter mit Noras Abenteuer. Ich bin froh, dass ich erst mal das hier schreiben konnte und hoffe, dass in nächster Zeit noch mehr kommt.

Corlys Themenwoche: 34.6: Habt ihr eine kleine Geschichte für Advent für uns?

Und noch zwei Tage für meine Adventwoche. Heute mit was besonderen.

Corlys Themenwoche Logo

Heute hab ich eine kleine Aufgabe für euch: Habt ihr eine kleine Adventsstory für uns?

Owei, ich komm gar nicht mehr aus dem Schreiben raus, was? So viel Schreiben … Ich hab doch erst so viel wheinachtliches geschrieben.

Na gut, dann für ich meine Geschichte von gestern erst mal selbst weiter. Vielleicht wird es ja doch nicht so klein.

Nora und das Weihnachtsdorf – Chris Haus/Eingangshalle

Chris Haus war er Traum eines jeden Kindes. Es wirkte von innen auch viel größer als von aussen und es wirkte so herrlich chaotisch. Überall verteilt lagen Spielsachen, Bücher, Weihnachtsdekoration, Kleidung und allen möglichen Kram zum Einpacken. Das fing in der Eingangshalle schon an. Ich musste aufpassen nicht zu stolpern. Süße Teddybären oder Puppen sahen mich aus traurigen Augen an. Alle waren beschriftet mit Namen.
„Wie steigst du hier durch das ganze Chaos durch?“, fragte ich ihn während ich über die Spielsachen stieg.
„Das brauche ich gar nicht. Dafür habe ich meine Weihnachtselfen“, sagte er nur.
„Wie praktisch“, fand ich ironisch.
Er sah mich an. „Jeder hier hat seine Aufgabe. „Ich brauche eben Chaos bei der Arbeit.“
Ich hob einen der Teddybären auf und las den Namen, der da drauf stand: „Sophia Li.“
„Ach ja, richtig. Der Wunschzettel ist erst gestern bei mir eingetroffen. Deswegen liegt ihr Bär wohl in der Eingangshalle. Da müsste auch irgendwo noch eine Puppe für sie sein.“ Suchend ging er durch die Spielsachen hindurch ohne sie zu beschädigend. „Ach ja, hier ist sie.“
Es war eine wunderschöne Puppe, die mich aus ihren blauen Augen liebevoll ansah und ein wunderschönes rotes Kleid trug.“
„Darüber wird sich Sophia bestimmt freuen“, glaubte ich.
„Bestimmt. Sie ist von den Elfen handgefertigt worden. Sie lag schon bereit und passte glücklicherweise perfekt zu ihrem Wunschzettel“, sagte er.
„Aber das weiß das Mädchen ja nicht. Also das die Elfen das gemacht haben. Oder steht auf dem Spielzeug etwa made by the Fairys?“, erinnerte ich ihn.
„Gar keine schlechte Idee“, schmunzelte er. „Könnten wir uns als Spass am Rande überlegen. Aber das brauchen wir auch gar nicht. Besonders kleine Mädchen träumen immer davon, dass Feen oder Weihnachtswichtel ihr Spielzeug machen. Falsch liegen sie da nicht.“
„Na, da habt ihr ja Glück“, meinte ich nur zweifelnd.
Er lachte nur. „Warts ab bis du siehst wie hier alles aussieht, wenn wir arbeiten. Da wird auch dein Herz in die Höhe schlagen.“
„Das tut es schon jetzt“, gestand ich ihm kleinlaut.
„Na, sieh mal einer an. Es gibt auch niemanden, der dem Weihnachtshaus wiederstehen kann. Wart erst ab bis du den Rest des Hauses siehst. Geschweige denn des Dorfes. Da werden sicher all deine Träume wahr.
Dann führte er mich weiter in die Tiefen seines Hauses hinein. Hatte ich gedacht ich sei in der Eingangshalle schon im Himmel, hatte ich mich getäuscht wie noch nie zuvor in meinem Leben.

Fortsetzung folgt … wahrscheinlich!

Und was ist eure Geschichte für uns?

Die nächste Frage:

Sonntag:

Kauft ihr im Advent mehr ein als sonst?