Etüde 28/42: Das magische Korsett Teil 20

Heute gibts wieder diese Aktion und ich bin mit dabei.

abc.etüden 2022 16+17 | 365tageasatzaday

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Königskuchen
akribisch
träumen.

Das magische Korsett Teil 20

Ich drehte mich zu Lance um. Er war auch da und sah nicht gerade aus wie ein Königskuchen sondern eher genau so verwirrt wie ich. Wir sahen uns um, aber ich erkannte nichts wieder. Fragend sah ich Lance an.
„Wo sind wir und wo ist Johan abgeblieben?“
„Ich glaube wir sind wieder in unserer Zeit“, antwortete er mir. „Aber wo kann ich dir leider auch nicht sagen. Vielleicht sollten wir uns umsehen.“
„Und Johan?“, fragte ich noch mal nach.
„Er muss für die nächsten zehn Jahre im Raum des Wissens bleiben“, antwortete er und sah mich entschuldigend an. Ich warf ihm einen entsetzten Blick zu.

„Was?“ Ich würde ihn nie wieder sehen? Das gefiel mir nicht.
„Tut mir leid“, sagte er betroffen und sah akribisch auf seine Finger. „Aber wir sollten jetzt gucken, wo wir gelandet sind.“
Er hatte recht. Über Johan konnte ich mir später Gedanken machen. Also machten wir uns auf den Weg um die Gegend zu erkunden. Doch zunächst liefen wir weiterhin im nirgendwo herum. Deswegen setzte ich meine Unterhaltung mit Lance fort.
„Wo kommst du überhaupt her und wie bist du im Raum des Wissens gelandet?“

„Das ist eine lange Geschichte“, antwortete er mir. „Es begann damit, dass ich anfing zu träumen.“
„Hä?“, fragte ich verwirrt und Lance begann mir folgendes zu erläutern.
„Ich träumte von einer anderen Zeit und einer anderen Welt. Ich begegnete nie dagewesenen Dinge. Ich lernte Sachen kennen, die ich mir nie einfach so hätte erträumen können. Vielleicht träume ich immer noch.“
„Aber dann würde dein Traum ganz schön lange gehen, oder?“, fragte ich ihn.
„Allerdings. Und das bereitet mir Sorgen.“
„Was geschieht als nächstes in diesem Traum?“, wollte ich von ihm wissen.
„Keine Ahnung. Wir werden sehen.“
Das war nicht gerade eine zufriedenstellende Antwort, aber es war die beste, die ich bekommen würde. Zumindest vorerst. Jetzt mussten wir erst mal aus diesem nirgendwo heraus kommen.

Fortsetzung folgt …

Eigentlich hätte ich das heute gerne abgeschlossen, aber die Wörter passten nicht. Was meint ihr?

Etüden 3 2021: Januar: Verlorene Seelen Teil 13

Heute gibts wieder die Etüde und ich bin mit dabei.

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Extraetüden 05.21 | 365tageasatzaday

, weichmütig, backen
Lautsprecher, orange (NICHT die Frucht, die Farbe), erschüttern.

Verlorene Teil 13

Weichmütig kam ich voran. Landschaftlich veränderte sich erstmal nicht viel. Ich lief auf einem breiten, leeren Weg und neben mir waren bunte Blumenwiesen. Keine Menschenseele begegnete mir. Oder sollte ich sagen kein magisches Wesen? Ich war ganz alleine. Das war doch merkwürdig, oder? Sollte nicht irgendjemand auftauchen oder sich verändern?

Ich ging sicher eine Stunde durch diese Welt, ohne dass sich etwas veränderte. Doch dann tat sich etwas. Ein Tor breitete sich vor mir aus. Es brannte Feuer darin und ich zuckte zurück. Ich hoffte, da war jetzt keine Hexe drin, die mich backen wollte. Musste ich etwa dadurch? Ach, ne. Das konnte doch nicht deren Ernst sein.

Und da hörte ich eine Stimme, die klang als käme sie von einem Lautspecher. Irgendwie knittrig und knarschig.
„Hallo, Sam. Wenn du zu mir willst, musst du durch das Feuer. Keine Angst, es verbrennt dich nicht. Das verspreche ich.“
„Wer bist du?“, fragte ich in die Stille hinein, während das orange Feuer immer mehr in der Höhle vor sich hin brodelte.
„Linnea?“, fragte ich nur verwirrt.
„Ja, komm in mein Feuer. Dann können wir reden“, lockte sie mich weiter.
Also sprang ich einfach in das Feuer. So schnell konnte mich schließlich nichts mehr erschüttern. Tatsächlich verbrannte es mich kein bisschen. Ich schritt einfach in die Höhle und sah gleich auf der anderen Seite eine weitere Öffnung. Ich trat herauf und betrat die schönste Lichtung, die ich jemals gesehen hatte. So viele Blumen und dazwischen eine weite grüne Wiese, die an einen wunderschönen Frühlingstag erinnerte.
Und dann kam plötzlich eine Frau auf die Wiese. Sie sah wunderschön aus mit ihren braunen Haaren, den grünen Augen und das weiße Kleid schmeichelte ihrem Körper.
„Hallo, Sam. Es ist schön dich wieder zu sehen. Es ist lange her. Was hat dich zu mir gebracht?“, fragte ich sie und erst da erkannte ich sie.
Und da erkannte ich sie. Die Frau nach der ich suchte war nicht nur Linnea. Sie war so viel mehr. Wir hatten so viel zusammen erlebt und ich kannte sie unter einem anderen Namen.
„Lasina“, nannte ich sie und konnte kaum fassen, dass ich sie wieder gefunden hatte. „Ich könnte dich das gleiche fragen. Was machst du hier?“
„Ich habe viele Namen, Sam. Namen sind nicht wichtig. Nur die Menschen, die dahinter stecken“, erklärte sie mir. „Und das hier ist mein zu Hause.“
Sie deutete auf den Platz, auf den wir uns befanden und irgendwie passte er perfekt zu ihr. Ich hatte gar nicht gemerkt, wie sehr ich sie vermisst hatte.

Fortsetzung folg ….

Und, was meint ihr?

Etüden 5 – 2020: Der rote Sonnenuntergang

Heute gibts wieder die Etüden und die Wortspende gibts sogar von mir. Hier kommt meine Geschichte.

abc.etüden 2020 10+11 | 365tageasatzaday

Sonnenuntergang
warm
fliegen.

Der rote Sonnenuntergang

Es war warm. Der Sommer war da und alle Leute waren draußen. Ich liebte diese Zeit, denn ich war selbst gerne draußen. Am liebsten aber Abends bei Sonnenuntergang. Das war die romantischste Zeit des Abends. Ich verbrachte sie auch gerne alleine.

Und als ich diesmal auf der Wiese saß und den Sonnenuntergang beobachtete, schweiften meine Gedanken ab. Es war warm und ich krempelte meine Ärmel hoch. Ich sah die Vögel fliegen und die Mücken tanzen. Es war ein Bild der vollkommenen Entspannung.

Und dann ging die Sonne unter und der Himmel blutete. Ich zog diesen Anblick in mich auf und schoss wie immer ein paar Fotos. Doch dann veränderte sich etwas. Jemand kam aus dem Sonnenuntergang heraus getreten. Ich sah verwirrt zu der Gestalt, die langsam näher kam. Es war ein Junge so schön wie die Sonne selbst.

„Wer bist du?“, fragte ich ihn.
„Ich bin der Sonnenuntergang“, antwortete er schlicht.
Verwirrt sah ich ihn an und fragte: „Was?“
„Komm mit, ich zeige es dir“, versprach er mir und hielt mir seine Hand hin. Und so nahm ich sie und er führte mich in die Tiefen des Sonnenunterganges. Und seitdem lebte ich im Sonnenuntergang und genau dort gehörte ich hin. Hier war ich glücklich und frei. So sollte es sein. So war mein Leben genau richtig. Immer der Sonne entgegen.

Ende

Und was meint ihr?