Montagsfrage 126 #6#: Lesezeit stehlen?

Und wieder gibts eine Montagsfrage, denn eine neue Woche hat begonnen. Letzte Woche war ja ein bisschen was los. Feiertag, Kino, Spieleabend. Aber auch diese Woche ist ein bisschen was geplant. Jetzt aber erst mal zur Montagsfrage.

Scan (verschoben)

Montagsfrage #6 – Was ist dein ultimativer Trick, um mehr und regelmäßiger zu lesen?

 

Eigentlich habe ich keinen. Ich habe einfach die Zeit. Und meistens lese ich, wenn ich keine Zeit habe oder hätte auch immer zwischendurch noch. In der Bahn, beim Arzt etc. Aber am schönsten ist für mich die Lesezeit vorm Aufstehen. Da ist der Tag noch eher unangebrochen und unbelastet und ich kann es voll und ganz genießen.

 

Und wie ist das bei euch so?

Top 10 Leseorte

Bei Stopfi gehts nun noch mal Top 10 Leseorte. Mal sehen, ob ich überhaupt 10 zusammenkrieg

  1. Sofa = Mein Zimmer oder Küche

Besonders im Zimmer ist es immer am gemütlichsten. Da hab ich auch die Ruhe. Aber in der Küche geht auch.

2. Zugfahrten = meistens auch längere Strecken

früher bin ich viel Bus und Bahn gefahren und hab da dann auch viel bei gelesen. Heute mach ich das nicht mehr so oft, aber wenn les ich auch meistens.

3. Wartezimmer = Ärzte

Ich habe viele Arzttermine und wenn ich weiß, dass es dauert lese ich meine Bücher während andere sinnlose Prospekte durchwühlen.

4. Badewanne = Badezimmer

Für jemanden, der es nicht so gewohnt ist wie ich, klingt es vielleicht seltsam, aber ich mach das schon lange sehr gern. Hab ich mal kein Buch beim Baden zur Hand wird es mir oft zu langweilig. Einmal ist es passiert, dass ich auch mal ein Buch versenkt hab, aber es war kein Lieblingsbuch und so nicht schlimm. Und sonst ist mir das auch nie passiert.

5. Auto = längere Strecken unterwegs

Auf Fahrten zum Urlaub, Arzttermine weiter weg, Verwandtenbesuchen oder auf in die Großstadt oder sonst was lese ich auch immer. Einfach immer, wenn es länger dauert. Da komm ich meist erstaunlich gut voran. Es sei denn natürlich es sind noch andere dabei ausser meinen Eltern. Aber auch hier kommt es drauf an wer.

6. Liege = Terrasse

Auf der Terasse lese ich am liebsten in der Liege, aber meist doch öfter am Tisch im Liegestuhl, weil es einfach irgendwie praktischer ist. Aber draußen zu lesen ist schön.

7. Bett = Mein Zimmer (nur Morgens)

Im Bett les ich nur noch morgens. Früher hab ich da immer gelesen, aber seit ich mein Sofa im Zimmer hab les ich liebe da und nur noch morgens vorm Aufstehen im Bett.

8. Liegebank = Dorf

Wir haben im Dorf jetzt Liegebänke und die sind erstaunlich bequem zum Lesen, aber ich hab noch nicht oft dort gelesen. Dann muss ich ja auch immer alles mitschleppen.

9. Am Strand = Urlaub

hier lese ich seltender, aber es ist tatsächlich schon passiert. In Holland damals zum Beispiel bestimmt oder halt in Italien. Während die anderen im Wasser waren hab ich lieber gelesen. Bin nicht so ein Badetyp. Aber es ist recht selten.

10. Bei Verwandten = Wartezeit

Wenn wir Verwandten besuchen gehen die oft noch spazieren und tun andere Sachen, die ich nicht so mache und während ich darauf warte, dass die fertig sind oder wieder kommen lese ich auch schon mal. Manchmal geh ich auch mit, aber hin und wieder eben auch nicht.

Hab tatsächlich 10 zusammen gekriegt. War gar nicht so schwer.

Kapitel 12 Unangenehm

So, es hat etwas gedauert, aber endlich komme ich dazu ein weiteres Kapitel meiner Geschichte zu posten.

 
Das Gespräch mit Arie war eigentlich ganz witzig. Wir hatten viel über alte Zeiten geredet und obwohl ich mich immer etwas unwohl in ihrer Nähe fühlte, konnte sie auch ziemlich witzig sein.
Immer wieder sah ich zu Mianna hinüber. Auch wenn sie es nicht merkte oder besser gesagt besonders dann. Sie wirkte angespannt, doch mit Antonia unterhielt sich sich locker. Eigentlich hätte ich es auch besser gefunden, wenn wir zu viert auf einem Sofa gesessen hätten, aber Ariella hatte mich ja gleich zu ihrem gezogen. Ich hatte Mianna dann noch einen entschuldigenden Blick zugeworfen, aber ich glaub sie hatte es nicht mitbekommen.
Als der Zug dann anhielt zuckte ich einfach nur zu-sammen. Die Situation kam mir zu bekannt vor, auch wenn es damals nicht im Zug gewesen war. Natürlich konnte ich mich auch irren, aber ich konnte mir durchaus vorstellen, dass mein Vater uns hinterhergefahren war, um mich zurück zu holen. Das gefiel mir überhaupt nicht.

Kapitel 9 Ein weiteres Spiel

– Grüble nicht über das nach, was du nicht ändern kannst.
Es wird deinen Schmerz nur verschlimmern. –

Christopher Paolini Eragon3 Die Weisheit des Feuers

Als ich erwachte, waren die meisten Betten wieder in Sofa umgewandelt worden. Das Bett von Leinar allerdings noch nicht. Er schlief noch immer. Er sah dabei so süß und friedlich aus, ohne sein sonst so nachdenkliches Gesicht. Als hätte er gespürt, dass er beobachtet wurde, wachte er auf und setzte sich kerzengerade auf. Seine schwarzen Haare standen in alle Richtungen ab, aber das stand ihm ausgezeichnet. Er sah zu mir und schenkte mir ein leichtes Lächeln, wohl zur Erinnerung daran, dass er letzte Nacht nicht vergessen hatte. Irgendetwas hatte sich gestern am Panoramafenster zwischen uns verändert, was mich freute. Also lächelte ich zurück.
Dann entdeckte Sophann neben mir, dass ich auf war. Sie saß schon auf ihrem Sofa. Damit war der vertraute Augenblick zwischen mir und Leinar vorbei. Er stand ohne ein weiteres Wort auf und ging ins Bad, wo wir alle unser Gepäck deponiert hatten. Sein Bett verwandelte sich vor meinen Augen in die Couch zurück. Ich konnte mich immer noch nicht ganz an den Anblick gewöhnen.
„Hey, du Schlafmütze“, begrüßte Sophann mich und ich wandte mich ihr zu. Sie wirkte etwas hibbelig. „Das war ein Tag, oder? Ich hab mich ja gestern mit Lily un-terhalten. Kannst du dir vorstellen, dass sie Wolken beliebt zur Seite schieben lassen kann? Ist das nicht unglaublich?“
„Sophann!“, schalt ich sie. „Sollte das Gespräch nicht unter euch bleiben? Deswegen sind sie doch schließlich verzaubert.“ Dennoch versuchte ich mir vorzustellen wie Lilys Gabe funktionieren sollte.
Sophann seufzte übertrieben. „Du solltest dich wirk-lich langsam an Sophie gewöhnen. Je eher desto besser. Okay, ich erzähl ja schon gar nichts mehr.“ Sophann zog eine Schnute, aber wirklich beleidigt wirkte sie nicht.
Grinsend ging ich ins Bad. Es gab keine Absperrung für Jungen und Mädchen. Leinar war da, aber er hatte sich schon umgezogen. Statt einem blauen Schlafanzug trug er jetzt eine enge schwarze Jeans und ein enges wei-ßes Langarmshirt, was ihm ausgesprochen gut stand. Auf Schuhe verzichtete er allerdings immer noch. Das ließ mich lächeln.
Da er noch im Bad war, beschloss ich erst mal Zähne zu putzen. Ich kramte in meinem Koffer nach meinem Zahnputzzeug, während er mir mit seiner sexy Stimme „Guten Morgen“ wünschte.
Auch ich begrüßte ihn mit „Guten Morgen“, kramte aber weiterhin in meinen Sachen. Als ich endlich alles hatte und mich zu ihm gesellte, merkte ich wie er mich anstarrte.
„Ist was?“, fragte ich ihn verwirrt.
„Deine Haare sehen ziemlich interessant aus.“ Er grinste schelmisch.
Ich wagte einen Blick in den Spiegel und bereute es sofort. Mein rotes Haar lag ziemlich wild um meinen Kopf. Es war lang, dick und meistens nicht zu bändigen. So schlimm hatte es allerdings noch nie ausgesehen.
„Oh verdammt! Ein Kamm wäre wohl besser gewe-sen“, fluchte ich. Ich stellte mein Zahnputzzeug beim Waschbecken ab und wollte noch mal zu meinem Koffer, doch Leinar hielt mich davon ab, indem er sanft meine Hand nahm.
„Nein, ich mag deine Haare so.“
„Ja klar.“ Ich rollte mit den Augen und wollte trotzdem zu meinem Gepäck, doch er berührte schnell meine Haare und ich bemerkte, dass irgendetwas mit ihnen passierte. Als ich anschließend in den Spiegel sah, kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Irgendwie hatte er durch seine Berührung mein Haar gestylt und glänzender gemacht. Es lag jetzt sanft um meine Schultern und pass-te zum ersten Mal perfekt zu meinem Gesicht. Verwirrt guckte ich ihn an. „Wie hast du das gemacht?“
„Es ist eine Gabe von mir. Ich kann Haare perfekt stylen. Ich muss sie nur berühren und mir vorstellen, wie ich sie haben möchte. Aber bisher hab ich das nur bei mir gemacht.“
Deswegen sah er immer so perfekt aus. Dann erinnerte ich mich an meine Manieren und bedankte mich bei ihm.
„Gern geschehen.“ Er lächelte sein unglaubliches Lächeln. Dann stellte er sein Zahnputzzeug zur Seite und sagte: „Ich denke, ich sollte dich jetzt besser allein lassen, damit du dich anziehen kannst.“
„Okay“, war das einzige, was ich sagen konnte. Dann verließ er das Bad. Ich starrte ihm hinterher. Er war gar nicht so still wie alle sagten. Kopfschüttelnd putzte ich meine Zähne und zog mir ein rötliches Sommerkleid mit leichtem Ausschnitt an.
Jeder hatte hier sein eigenes Waschbecken und meines war neben Leinars und Sophanns. Sie waren mit Namen versehen. Die Wände des Bades waren blau und die Waschbecken selbst weiß. Sogar Duschen gab es.
Ich verließ das Bad und setzte mich wieder auf mein Sofa. Das Frühstück wartete…
Es gab jede Menge Auswahl, aber ich entschied mich für ein ganz normalen Toast mit Erdbeermarmelade und ein Glas frisch gepressten Orangensaft. Während des Frühstücks erklang wieder die Stimme aus dem Laut-sprecher.
„Guten Morgen, liebe Fahrgäste und Herzlich willkommen, liebe dazu gestiegene Fahrgäste aus Zaall. Die Fahrt verlief bisher plangemäß. In zwei Stunden erreichen wir die nächste Stadt Tindemu und heute Abend gegen achtzehn Uhr dann Landford. Auf den Bildschirmen erhalten Sie Anweisungen für das heutige Kennen-Lern-Spiel für den Nachmittag. Danach zeigen wir den ersten Bericht über die Menschenwelt. Das Team vom magischen Zug wünscht Ihnen weiterhin eine angenehme Reise.“
Die Proportionen von unserer Welt waren anders als von der menschlichen Welt. Bei uns gab es keine Länder und fast alle Städte lagen weit entfernt. Um Raubit rum gab es höchstens kleinere Orte, denn Raubit an sich war schon ziemlich groß und weitläufig. Raubit war etwa so groß wie die menschliche Stadt Tokio. Die anderen größeren Städte ungefähr so wie London, mal größer und mal kleiner.
Jedenfalls verstummte die Stimme wieder und auf dem Bildschirm erschien die Anweisung. Wir sollten diesmal in Zweierteams Bewohner aus anderen Städten kennenlernen. Wir sollten selbst Fragen vorbereiten und sie uns dann auf Kärtchen notieren. Darunter standen die Teams.

Neal und Mia = Ariella und Antonia aus Zaall
Sophie und Lily = Rena und Julian aus Tindemu
Emma und Robin = Jonas und Finn aus Landford
Justin und Sören = Sanna und Marleen aus Zaall

Oha! Ich würde mit Leinar zusammen arbeiten und wir sollten die Mädels Ariella und Antonia kennenlernen. Dazu werden wir in den Wagen der Mädchen gehen. Leinar mit drei Mädels? Nun denn …
Als Emma las, dass ich mit Leinar zusammen arbeiten würde, zwinkerte sie mir verschwörerisch zu. Sie konnte ja nicht ahnen, dass ich bereits Kontakt zu ihm geknüpft hatte.
Von Justin und Sören hatte ich bisher ziemlich wenig mitbekommen. Sie waren Brüder und blieben die meiste Zeit für sich.
Es war schon irgendwie seltsam. Bei den Meisten benutzte ich wirklich die Menschennamen, nur bei Leinar und Sophann nicht. Ihre anderen Namen kannte ich ein-fach zu gut. Die anderen Namen hatte ich nur einmal gelesen. Sie blieben nicht so hängen wie ihre Menschennamen.
Die Sendung im Fernsehen handelte vom 2. Weltkrieg. Ich hatte die grausame Geschichte schon einmal gehört.
Sophann setzte sich zu Lily aufs Sofa und Leinar kam zu mir.
„Bist du nervös wegen dem bevorstehenden Treffen mit den Mädels aus Zaall?“, fragte ich ihn.
„Eigentlich nicht“, antwortete er. „Ich kenne sie schon.“
„Was?“, fragte ich vollkommen überrascht. Damit hatte ich nun gar nicht gerechnet.
„Na ja, zumindest eine von ihnen. Ariella. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie das ist. In unserer Welt hieß sie Arie. Aber sie muss es einfach sein“, erklärte er.
Ich schluckte fest. Ob er ihr sehr nahe stand?
„Wo hast du sie kennen gelernt?“, fragte ich ihn.
„Meine Mutter war damals noch da. Ihre war Mutter war mit meiner befreundet. Arie kam immer mit ihr zu Besuch, auch später noch. Doch zuletzt hab ich Ariella vor etwa drei Jahren gesehen. Sie hat noch eine Schwester, aber sie war nie mit dabei. Ich nehme an, dass sie diese Antonia ist.“
Er beobachtete mich aufmerksam. Vielleicht wollte er sehen, wie ich auf diese Nachricht reagierte.
„Stand sie dir nah?“, fragte ihn nun und hoffte, dass er nicht merkte, wie wichtig mir seine Antwort darauf war.
„Nein, nicht wirklich. Sie kam nur alle zwei Jahre. Soweit ich mich erinnern kann, hatte sie einen Freund in Zaall.“
„Aber du freust dich sie wieder zu sehen, oder?“, fragte ich weiter. Ich konnte einfach nicht damit aufhören.
„Ja schon ….“, gab er zu. „Aber mehr auch nicht. Ich glaube, ich kenne dich jetzt schon besser als sie.“
Das beruhigte mich etwas. Er schien zu merken, dass er mir wichtig geworden war und vielleicht war ich ihm ja auch ein wenig wichtig geworden.
„Wollen wir jetzt mit den Fragen anfangen?“, schlug er vor.
„Ist das denn überhaupt nötig?“, erkundigte ich mich.
„Ja.“ Er klang sehr bestimmt.
„Okay, dann überlegen wir uns welche“, stimmte ich zu.

Kapitel 7 Dunkle Nacht

Hier bin ich, suche dich
Jeder Tag ohne dich ist ohne Hoffnung
Doch mit dir wird’s endlich hell in mir
Du bist das Licht in meinem Leben
Du allein gibst mir Kraft zum leben
Und die Welt ist wunderschön, wenn wir zusammen sind.

Starlight Exrpess – Du Allein

In der Nacht wachte ich davon auf, dass der Zug an-hielt. Anscheinend hatten wir jetzt Zaall erreicht. Der Feenstaub, der sonst den Zug, wie einen leichten Sternennebel umgab, war erloschen. Stattdessen schien das Mondlicht in den Raum, das Feuer im Kamin in der Ecke knisterte und strahlte ebenfalls warmes Licht in den Raum hinein.
Ich setzte mich leise auf und stellte fest, dass Leinar im Bett neben mir ebenfalls wach sein musste. Sein Bett war leer. Also stand ich und suchte den Raum nach ihm ab. Dass er auf dem Flur war, konnte ich mir nicht vor-stellen. Schließlich entdeckte ich ihn am hintersten Panoramafenster. Er saß auf der Fensterbank und starrte nach-denklich ins Mondlicht. Seine Haut wirkte so fast weiß.
Ich ging zögernd zu ihm, er bemerkte mich und sah mich an. Seine dunklen Augen leuchteten im Mondlicht. War das bei allen Feen so? Ich war bei Nacht sonst immer in meinem Zimmer gewesen.
„Darf ich …?“, fragte ich vorsichtig und leise und zeigte auf den Platz neben ihm.
„Ja“, antwortete er und diese zwei schlichten Buchsta-ben bereiteten mir eine Gänsehaut. Seine Stimme war einfach…
Wow! Anders konnte ich es nicht beschreiben. I-gendwie tief und rau, aber auch so sanft, dass ich mir sofort wünschte, ich könnte sie immer hören.
Ich setzte mich neben ihn und eine Weile schwiegen wir. Doch ich wollte mehr von ihm wissen, also fragte ich ihn: „Ich hab gehört, du sollst eher zurückhaltend und still sein. Das kann ich mir irgendwie gar nicht vorstellen. “
Ich wusste nicht, woher ich den Mut dazu hernahm, aber in der Nacht, wenn ich sein Gesicht nicht so deutlich sah, fiel es mir wohl leichter zuzugeben, was mich bewegte.
„Es wird viel über mich erzählt, aber dieses Gerücht ist sogar wahr“, bestätigte er. „Die Zauberfeen kommen und gehen, aber sie bleiben nicht. Dann halte ich mich doch lieber gleich von ihnen fern und erzähle ihnen so wenig wie möglich von mir.“
Das klang traurig. Dann fiel mir auf: „Du hast Jemanden verloren, der dir viel bedeutete. Vielleicht ein Mädchen, dass du gern hattest?“
Bei dem Gedanken verspürte ich leichte irrationale Ei-fersucht. Das war doch bescheuert. Ich kannte ihn kaum, aber wenn ich Recht hatte, hatte ich vermutlich auch keine Chance ihn besser kennen zu lernen.
Doch er schüttelte nur den Kopf. „Meine Mutter.“ Das klang so schmerzvoll, dass ich ihn am liebsten in meine Arme gezogen hätte, doch ich blieb einfach nur sitzen, wo ich war, ohne mich zu rühren.
„Wie denn das?“ Das wunderte mich doch. War sie gestorben? Das konnte doch der einzige Grund sein. Es rührte mich aber, dass er gerade mir so viel von sich er-zählte.
„Ab und zu brauchen sie Lehrer für die Menschenwelt, weil mit der Zeit immer mehr Schüler kommen. Meine Mutter war eine von denen, die sie holten, als ich zwölf Jahre alt war“, erzählte er.
„Dann wolltest du in die Menschenwelt“, riet ich.
„Ich hab sogar das Ergebnis beeinflusst, damit ich auf jeden Fall erwählt werde“, gab er zu.
„Wie das?“, fragte ich neugierig. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie das gehen sollte.
„Wir werden nicht durch Zufall ausgewählt“, erzählte er. Die meiste Zeit sah er ins Mondlicht, während er sprach. „Meist sind wir Kinder von wichtigen Personen oder wir haben besondere Fähigkeiten. Wenn man das weiß, kann man die Auswertung gut manipulieren.“
„Dann muss ich hier falsch sein. Ich hab weder das ei-ne noch das andere“, stellte ich fest. Seltsamerweise klang ich etwas enttäuscht. Dabei wollte ich doch nie in die Menschenwelt. Wieso war es mir plötzlich wichtig doch zu gehen?
Er zuckte nur mit den Achseln. „Vielleicht hast du ein großes Geheimnis, was du selbst nicht kennst.“
Ich runzelte die Stirn. „Und was soll das sein?“
„Weiß ich auch nicht. Ich weiß ja nichts über dich“, antwortete er. „Aber das wirst du bestimmt noch heraus finden.“
Mir fiel wieder ein, wie ich meinen Eltern beim Abschied versprochen hatte zu schreiben und dass sie skep-tisch gewirkt hatten deswegen. Hatte mein Geheimnis mit meinen Eltern zu tun?
„Dafür, dass du so still sein sollst, hast du mir aber ziemlich viel von dir erzählt“, stellte ich fest.
Zum ersten Mal sah er mir direkt in die Augen und schenkte mir sogar ein kleines Lächeln. „Bei dir fällt es mir auch irgendwie leicht. Ich weiß selbst nicht wieso. Irgendwie hab ich das Gefühl, ich könnte dir alles erzählen und dir trotzdem vertrauen. So was hab ich bisher noch nie bei Jemanden gespürt.“
Mein Herz machte ungefähr zehn ziemlich wilde Pur-zelbäume. War er mir deswegen aus dem Weg gegangen? Weil er Angst gehabt hatte sich mir zu öffnen?
„Vielleicht sollten wir solche Gespräche öfter führen. Dann bekommst du mehr Übung“, schlug ich hoffnungs-voll vor.
„Ja vielleicht ….“, antwortete er unbestimmt.
Dann setzte sich der Zug wieder in Bewegung. Ich weiß nicht, wie lange wir uns unterhalten hatten. Vielleicht etwa fünfundvierzig Minuten. Sobald der Feenstaub vor den Fenstern wieder einsetzte, wurden Leinar und ich sofort müde und legten uns fast automatisch in unsere Betten. Das Zeug schien wie eine Droge zu sein, vermutete ich. Die anderen waren aber nicht mal aufgewacht.
Auf jeden Fall hatten wir jetzt wohl neue Fahrgäste. Ich konnte mir vage vorstellen, wieso wir ausgerechnet Zaall in der Nacht erreicht hatten. Ich hatte mal gehört, dass Zaall einer der Städte war, die die Nacht zum Tag machten. Sie lebten im Dunklen und schliefen im Hellen. Für die Bewohner von Zaall war es jetzt vermutlich etwa vierzehnUhr Nachmittags.
Mit diesen Gedanken im Kopf schlief ich ein und wachte am nächsten Morgen traumlos auf.

Kapitel 5 Angenehme Fahrt!

So, da ich heute unterwegs werden nun ewas verspätet von „Die Zauberfeen“ Kapitel 5 + 6 herbeigezaubert. Viel Spass beim Lesen. Anfangen tu ich natürlich mit Kapitel 5.

Wird es um mich dunkel
Wird es in mir still
Seh ich ein Licht leuchten in der Ferne
Höre ich den Nachtzug
Der mich holen will
Dann folge ich dem Zug der Sterne

Starlight Express – Starlight Express

Der Zug setzte sich endlich in Bewegung. Er war schnell. So schnell, als würde man in Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn fahren. Jedenfalls stellte ich es mir so vor, denn ich hatte mal einen Bericht über die Autobahnen der Menschenwelt gesehen. Wir selbst hatten ja keine Autobahnen. Wir hatten ja nicht mal richtige Straßen, nur unbefestigte Feldwege. Wir fuhren deswegen auch fast nur Geländewagen. Aber wir fuhren allgemein auch recht wenig Autos. Eigentlich nur an ganz besonderen Tagen wie diesen hier. Sonst gingen wir meist zu Fuß. Allerdings vermieden wir größten Teils weitere Strecken. In vielen Sachen waren wir recht fortschrittlich, aber was das Fortbewegen anging, hinkten wir noch hinterher. Anderseits wollten wir auch gar nicht viel Verkehr bei uns. Wir genossen die Ruhe.
Aus dem Lautsprecher an der Decke erklang plötzlich eine Frauenstimme.
„Liebe zugestiegene Gäste aus Raubit. Um Sie schon mal auf mögliche Bahnfahrten in der Menschenwelt vorzubereiten, gibt es auch in unserem Zug eine ähnliche Ansage wie dort. Wir heißen Sie herzlich willkommen in unserem Zug. Die nächste Haltestelle ist Zaall. Wir werden die Stadt voraussichtlich heute Nacht gegen ein Uhr erreichen. Unsere gesamte Fahrt wird drei Tage und fünfundvierzig Minuten dauern. Nutzen Sie die Zeit schon mal, um sich kennen zu lernen. Hierzu können Sie gerne unsere vorbereiteten Fragen, die gleich auf dem Fernsehbildschirm erscheinen werden, nutzen. Dort werden ebenfalls Be-richte über die Menschenwelt auftauchen, um Sie schon mal vorzubereiten. Wir wünschen Ihnen eine angenehme Reise. Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit.“
Ich starrte auf die Fragen, die soeben am Bildschirm erschienen waren. Es war eine Auflistung. Ich las sie und leise durch:

• Wie lautet ihr Menschenname?
• Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung in Ihrer Freizeit
• Welche Musik hören Sie gerne?
• Was für magische Talente haben Sie?
• Welches magische Tier mögen Sie am liebs-ten?
• Wie würden Sie sich in sechs Wörtern be-schreiben?

Am Ende stand auf dem Bildschirm die Anweisung:
Schreiben Sie die Antworten auf eine Karte und ver-sehen Sie diese mit ihrem Namen. Dann sprechen Sie mit Jemanden darüber, mit dem sie bisher noch nicht gesprochen haben.
Da war sie! Meine Chance mit Leinar zu sprechen. War ich aufgeregt. Als ich meine Antworten endlich hatte, wollte ich mich Leinar zuwenden, aber der war schon zu Robin rüber gegangen. Ein braunhaariger Junge. Er hatte halblanges Haar und ein freundliches Gesicht.
Enttäuscht wandte ich mich Emma zu. Sie hatte seidi-ges, langes dunkelblondes blondes Haar, das sie in Wellen über den Rücken trug. Sie war recht kräftig und groß, wirkte aber trotzdem irgendwie weiblich. Sie trug ein eng geschnittenes rosafarbenes Sommerkleid. Sie wirkte etwas irgendwie etwas kindlich, aber auch schön. Sie nick-te mir zu und ich ging zu ihr herüber.
„Also, wollen wir anfangen?“, erkundigte sich Emma bei mir, sobald ich mir gesetzt hatte.
„Klar“, nickte ich.
„Eigentlich find ich diese Fragen ja ziemlich blöd, aber wir können ja trotzdem damit beginnen“, bemerkte sie.
„Ja, von mir aus“, stimmte ich ihr zu.
„Also. Was für magische Talente hast du?“, fragte Emma mich zuerst.
„Ich wunder mich, dass es so eine Frage überhaupt gibt. Aber schön. Ich kann Dinge schöner und glänzender aussehen lassen, ich kann magische Wärme erzeugen und ich kann Gefühle positiv beeinflussen“, erzählte ich stolz.
Manchmal wünschte ich mir nur, dass mit den schöner und glänzender machen würde auch auf meine Haare zutreffen.
Emma bedachte mich mit einem merkwürdigen Blick.
„Das ist aber nichts nützliches, oder? Ich meine, wie willst du in einem Kampf damit jemanden besiegen?“
„Na ja …“, fing ich an, musste mich aber unterbrechen, weil ich darüber nie nachgedacht hatte. Nach einigem Überlegen versuchte ich diese Erklärung: „Ich könnte doch ihre Gefühle so positiv beeinflussen, dass sie mich in Ruhe lassen und Wärme hilft doch immer.“
Emma wirkte nicht sehr überzeugt von meinen Einfall.
„Wieso, was kannst du denn?“, fragte ich dann zurück.
„Magischen Kampfsport“, antwortete sie mir. Ich staunte nicht schlecht. Sie war zwar kräftiger gebaut als die meisten Mädchen, aber nicht so, als wäre sie eine Kämpfernatur.
Sie erzählte weiter: „Man muss eine gewisse magische Veranlagung dazu haben, aber wenn du willst kann ich dir demnächst mal ein paar Tricks beibringen. Wenn du das mit deiner Gefühlsbeeinflussung in Einklang bringen könntest, wäre es doch perfekt.“
„Hört sich gut an. Ja vielleicht.“
Abgeneigt davon war ich jedenfalls nicht. Es könnte wirklich nützlich sein.
„Ok. Ich bin dran“, fuhr ich das Spiel fort. „Was hast du früher am liebsten gemacht?“
Mir fiel auf, dass sie nur eine Fähigkeit genannt hatte und nicht drei, wie wir eigentlich alle hatten, aber ich bedrängte sie nicht weiter.
Unbehaglich rutschte Emma auf ihrem Platz hin und her. „Es gab da jemanden zu Hause, mit dem ich gerne meine Zeit verbrachte. Mein bester Freund sozusagen. Wir machten die verrücktesten Sachen. Wir gingen zum Beispiel zusammen im See schwimmen und liefen durch den dunklen Wald. Wir schwammen am liebsten abends.“
Einerseits leuchteten ihre Augen, wenn sie von ihm sprach, andererseits wirkten sie auch traurig.
„Tut mir Leid, dass du Jemanden zurücklassen muss-test. Das muss schwer gewesen sein. Wie hieß er?“
„Ja, es war nicht leicht“, stimmte Emma mir zu. „Er hieß Kenian und ich hoffe, ich werde ihn eines Tages wiedersehen.“
„Bestimmt“, versuchte ich sie aufheitern. Wobei ich ver-mutete, dass das wegen der Schule ewig dauern konnte.
„Hast du auch so jemanden?“, fragte sie mich nun.
„Äh, nein. Ehrlich gesagt hatte ich bisher nicht so viel mit Jungs zu tun. Ich hatte nur ein paar gute Freundin-nen“, erzählte ich verlegen.
„Aber jetzt interessiert du dich für Jemanden?“, erriet sie irgendwie.
„Ja schon …“, gab ich vage zu.
„Wer ist denn der Glückliche?“ Jetzt wirkte sie neu-gierig. Als ich zögerte, versuchte sie mich zu überreden, es ihr zu verraten.
„Ach komm schon, ich erzähl es auch nicht weiter.“
Ich zögerte immer noch. Es würde nur Emma hören können. Unsere Gespräche waren so verzaubert, dass keiner uns belauschen konnte und wir die Anderen auch nicht. Aber ich kannte Emma kaum. Andererseits ging es hier um das gegenseitige Kennenlernen und sie hatte mir auch von ihrem besten Freund erzählt.
„Also gut, es ist Leinar“, gab ich schließlich zu.
„Oh!“, machte Emma.
„Was oh?“, fragte ich beunruhigt.
„Na ja, ich hab gehört, er soll sehr still sein und wenig lachen. Das wird bestimmt nicht leicht, ihn zu erobern.“
„Ich hab auch nicht wirklich vor ihn zu erobern. Ich möchte ihn nur erst mal kennenlernen.“ Langsam bereute, ich es ihr erzählt zu haben.
Aber Gott sei Dank ließ sie das Thema fallen. „Na dann viel Glück.“
Sie klang aber nicht sehr überzeugt davon, dass ich das haben würde.
„Danke“, sagte ich trotzdem.
„Also, was ist deine Lieblingsfreizeitbeschäftigung?“, fragte Emma mich nun.
„Ich fürchte, die ist wesentlich weniger interessant, als deine. Ich konnte durch meine Gabe schon immer gut mit Blumen umgehen und bin eine richtige Leseratte. Meine Lieblingsgeschichte ist Der Lebenssee und die goldene Fee.“
„Ja, lesen tu ich auch viel und die Geschichte vom Le-benssee kenne ich natürlich. Es soll ja eine Legende sein.“ Emma grinste ein wenig.
„Stimmt, ich interessiere mich total für Legenden.“
„Ok. Die nächste Frage ….“, bestimmte Emma. „Was ist dein magisches Lieblingstier?“
„Das kann ich ganz klar mit Einhorn beantworten. Ich war schon immer von Einhörnern fasziniert. Von ihrer Reinheit und Schönheit. Eigentlich wollte ich immer schon ein Einhorn als Haustier haben, aber die Tiere sind extrem selten und artengeschützt.
„Gute Wahl“, lobte Emma mich.
„Und was ist mit dir?“, fragte ich.
„Ich hab eigentlich zwei. Eins ist fiktiv. Ich war schon immer fasziniert von Harry Potters Schneeeule Hedwig“, schwärmte Emma verträumt.
Harry Potter war im letzten Schuljahr Pflichtlektüre gewesen. Wir hatten alle sieben Teile gelesen. Ich liebte diese Geschichte und hatte mir übers Menscheninternet sogar die DVDs davon bestellt, die es mittlerweile wie die Bücher auch in unserer Sprache gab.
„Die Schneeeule fand ich auch toll und Seidenschna-bel auch. Was ist denn dein zweites Lieblingstier?“
„Ich fand Drachen schon seit ich klein bin faszinie-rend. Deshalb fand ich Norbert aus Harry Potter auch immer ganz toll. Die ganz kleinen mag ich aber ganz besonders. Die sind so süß.“
„Ja, Drachen sind recht interessant.“
Ich war nie so richtig ein Fan von Drachen, konnte Emma aber durchaus verstehen. Die Kleinen waren schon süß.
„Was für Musik hörst du gerne?“, fragte ich als nächs-tes.
„Ich glaub nicht, dass sie dir was sagt. Es ist Rockmu-sik aus der Menschenwelt. Ich höre sie mir oft im Internet an. Und deine?“
„Mit Menschenmusik kenn ich mich tatsächlich nicht aus“, gestand ich. „Ich höre lieber klassische irische El-fenmmusik.“
„Und wie würdest du dich in sechs Wörtern beschrei-ben?“, fragte Emma nun weiter.
Ich antwortete: „Aufgeweckt, einsam, gefühlvoll, hilfsbereit, liebevoll und neugierig.“
Emma dachte kurz darüber nach. Dann fragte sie. „Und wieso einsam?“
„Ich hatte zwar ein paar Freundinnen, aber keine die mir nahe standen. Nur meine Eltern waren für mich ziemlich wichtig. Die ganze Zeit über.“
„Hört sich eher traurig an“, fand Emma.
„Ja stimmt. Wie würdest du dich denn beschreiben?“
„Ich bin chaotisch, liebevoll, manchmal etwas launisch, total interessant, sehr offen und leicht verführerisch.“, antwortete sie ziemlich von sich überzeugt.
„Und leicht eingebildet“, fügte ich lachend hinzu.
„Ja, ein bisschen vielleicht.“ Na, immerhin gab sie es zu.
Wir unterhielten uns noch eine Weile weiter. Unser Gespräch dauerte am längsten von allen Gesprächen im Raum. Die anderen gingen langsam schlafen. (Die Sofas hatten sich wirklich in Betten verwandelt, nur unsers noch nicht). Langsam wurden wir aber auch müde und legten wir uns auch in unsere Betten und schliefen ein. Emma war nett, aber ich wusste nicht, ob ich wirklich warm mit ihr werden konnte. Irgendwie war mir Sophann viel lieber. Emma war mir ein bisschen zu eingebildet, wenn es auch nicht böse von ihr gemeint war. Sie war einfach so.

Falls irgendwo noch in den Kapiteln Bindestriche sind wo sie nicht hingehören, stört euch nicht dran. Das liegt am Kopieren. Hab schon das verändert, was mir aufgefallen ist.