`Das elfte Wort: Sagenumwoben: Verrückte Strandbegegnung

Bevor der November schon wieder vorbei ist möchte ich mich noch um das 11. Wort kümmern. Die Geschichte ist schon länger fertig, aber ich habe sie noch nicht abgeschrieben. Das ist eigentlich genau mein Thema und doch war es nicht so einfach für mich.

Verrückte Strandbegegnung

Gerrit und ich schlenderten im Urlaub gemütlich am Strand entlang. Die Sonne ging bald unter. Es war der Tag vor Allerheiligen, aber wir waren ins Warme geflogen. Deswegen trug ich ein Top und einen Rock und Garrit Jeans und ein T-Shirt. Plötzlich schlenderte eine seltsame Gestalt an uns vorbei. Sie wirkte wie aus einer anderen Zeit und trug eine Art Rüstung und ein Spielzeugschwert. Zumindest hoffte ich, dass es ein Spielzeugschwert war.
Ich tippte Garrit an und machte ihn darauf aufmerksam: „Was soll das denn?“
Gerrit grinste nur. „Irgendwie kam der mir bekannt vor. Wie hieß noch mal der Schauspieler, der in einer verfilmten Sage mitgespielt hat? So sah der Typ aus. Hier wird doch kein Film gedreht, oder?“
„Du meinst jetzt aber nicht die Niebelungensage, oder?“, fragte ich entgeistert. „Siegfried wurde von Benno Führmann gespielt, aber das war der bestimmt nicht. Das kann nicht sein.“
Gerrit beachtete mich gar nicht. „Und da drüben. Das ist doch die Tante aus Avalon.“
Ich verdrehte nur die Augen. „Meinst du die Herrin vom See? Jetzt wirds aber langsam zu verrückt.“
„Verrückt hin oder her. Das ist eine Versammlung von Sagengestalten. Das sage ich dir“, versicherte Garrit mir. „Komm, lass uns mal hingehen und fragen was da los ist.“
„Was?“, fragte ich entsetzt. „Auf keinen Fall. Das ist doch verrückt.“
Doch Gerrit zog mich schon mit sich bevor ich protestieren konnte. Die Sagengestalten wurden erst auf uns aufmerksam als wir schon mitten unter ihnen waren. Sie musterten uns neugierig und umrundeten uns.
Schließlich fragte uns eine Frau, die verdächtig nach Claire Danes und Julia aussah uns: „Wer seid ihr und was sucht ihr hier? Nie dringt jemand in unsere Welt ein.“
Gerrit hatte natürlich keine Scheu. Er antwortete einfach: „Wir sind Touristen und entdeckten euch am Strand.“
Bei dem Wort Touristen sahen sich alle Sagengestalten fragend an. Schließlich trat Benno Führmann alias Siegfried vor und fragte: „Touristen? Was soll das sein? Eine Krankheit?“
„Ähm …“ Gerrit wurde schon unsicherer. „Besucher. Urlauber.“
Sie nickten beim Wort Besucher und sahen uns dann böse an. „Hierher kommen keine Besucher. Wir sind in einer Parallelwelt zur eigentlichen Welt.“
„Ja klar. Für mich sieht es eher aus als seien wir in ein Filmset gestolpert.“, gab ich meine Meinung bekannt.
Wieder sahen sich die Menschen ratlos an und schüttelten wieder mit den Köpfen. Wieder sprach Siegfried für alle. „Wir sind echt. Wir wohnen alle an verschiedenen Orten und treffen uns einmal im Jahr zur Versammlung.“
„Ja klar. Siegfried sah bestimmt in echt so aus wie Benno Führmann.“
Gerrit schien allerdings dennoch auf diese Behauptungen einzugehen. „Wo lebt ihr denn so?“
„Ich bin aus Camelon“, beantwortete Arthur als erstes die Frage.
„Romeo und ich leben in Verona“, erklärte Julia.
„Und mein Heimatort ist Deutschland. Genau wie der von Loreley“, meldete sich nun Siegfried zu Wort.
„Und gleich kommt bestimmt noch der Weihnachtsmann zu Besuch“, schärzte ich. Wieder wurde ich mit verständnislosen Blicken quitiert.
Gerrit war dagegen an der Herrin vom See interessiert. „Gibst Avalon wirklich?“
„Natürlich. Soll ich es dir zeigen?“, lockte sie.
„Nein!“, rief ich sofort. Ich glaubte zwar nicht wirklich, dass es Avalon gab, aber ich wollte auch nicht, dass Gerrit im Nebel verschwand.
Plötzlich trat eine neue Sagengestalt auf die Ebene. Königlich und anmutig. Sie erinnerte mich an jemanden, aber mir fiel nicht ein an wen. Gerrit wusste es natürlich sofort und rief: „Die Päpstin!“
Ich musste feststellen, dass er recht hatte. Es war wirklich die Päpstin. Ich starrte sie an während sie missbilligend Gerrit anstarrte.
„Ich wüsste ja wohl, wenn ich eine Päpstin wäre. Ich bin Priester Johannes Anglicus. Das ist alles.“ Dann wandte sie sich an die anderen. „Wer sind diese seltsamen Leute?“
„Die scheinen sich verirrt zu haben“, meldete sich Loreley zu Wort. Ihre Stimme klang samt und weich. „Darf ich sie behalten? Ich könnte sie mit ins Wasser nehmen.“
„Sie müssen zurück in ihre Welt“, fand die Herrin vom See und schnippte mit den Fingern. Nun saß ich in dem bequemen Liegesessel beim Autogenen Training und kam langsam aus der Entspannung wieder heraus.
Dr. Clay musterte mich besorgt und fragte mich: „Das war interessant. Was haben Sie gesehen?“
Ich seufzte nur und antwortete völlig überzeugt: „Das wollen sie gar nicht wissen.“
Erleichtert atmete ich auf. Es war nicht echt. Gott sei Dank. Das nächste mal sollte ich aufpassen, dass ich nicht zu tief in die Entspannung versank. Echt gruselig sowas.

Ende

Auch mit der Geschichte bin ich nun fertig. Der Einstieg fiel mir nicht leicht. Deswegen kam auch sowas verrücktes dabei heraus. Was meint ihr dazu?

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8 Gedanken zu “`Das elfte Wort: Sagenumwoben: Verrückte Strandbegegnung

    • echt nicht? Ich liebe das. Einfach mal entspannen, den Kopf leer machen und einfach nur mal an nichts weiter denken. Klappt bei mir auch nicht immer und meine Gedanken driften immer wieder ab und es hat ewig gebraucht bis ich es doch mal recht gut drauf hatte, aber es tut total gut.

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    • Das ist toll, wenn man das kann. Ich habe es noch nie geschafft. Aber das ist auch bei anderen Sachen, so wenn ich lange unbewegt bleibe. Wenn man mal Sport macht und eine Gewisse Zeit in Dehnung bleiben soll…werde ich schon kribbelig. Wobei ich sonst eher der gemütlich und langsame Mensch bin…Aber so ganz ruhig stehen/liegen – schaff ich nicht…

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    • Echt? Hm. Es braucht halt auch seine Zeit um sich richtig drauf einzulassen. Ich liebe das ja einfach. Ich mag auch die Momente der Ruhe und Stille. Auch vorm Aufstehen lasse ich mir wenn möglich erst noch ein paar Minuten Zeit und denke einfach nur nach. Ich brauch das einfach.

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Ich freu mich über jeden Zauberkommentar von euch.

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