Noras Abenteuer Teil 10: Die Geschenke

Heute gehts weiter mit Noras Abenteuer. Mal sehen, ob das schon das Ende ist oder noch ein Teil kommen wird. Ich lasse mich überraschen.

Noras Abenteuer Teil 10: Geschenke

Ich hatte mich entschieden. Chris war die richtige Wahl. Eigentlich hatte ich die ganze Zeit gewusst, dass ich so wählen würde. Aber ich wollte sicher gehen. So viel Familie hatte ich auch gar nicht. Meine Eltern natürlich, meinen Bruder und wenige Tanten und Cousinen. Meine Eltern würde ich immer wieder besuchen, zu meinen Bruder näheren Kontakt halten. Aber ich wollte bei Chris sein. So viel stand fest.
Heute sollten die Geschenke in die Häuser verteilt werden und das übernahm Chris natürlich immer persönlich zusammen mit seinen Rentieren. Ich sollte ihn begleiten. Das ganze Dorf war in heller Aufregung. Die letzten Vorbereitungen wurden getroffen.
Schließlich nahmen Chris und ich im Schlitten Platz und schon starteten die Rentiere. Sie flogen durch die Luft. Der ganze Schlitten war voller Geschenke. Er war ziemlich lang, füllte sich aber auch immer wieder selber auf.
Es ging hoch in die Lüfte und es dauerte lange bis wir schließlich wieder landeten. Ich kuschelte mich unter meine Decke und an Chris und lächelte als ich merkte, wo wir landeten.
„Ist das dein Ernst?“, fragte ich ihn lachend. „Hier?“
„Wieso nicht?“, fragte er mich amüsiert.
„Hier hat alles angefangen.“ Es war der Strand an dem ich Chris zum ersten Mal kennen lernte. Der Strand, der mein Leben verändert hatte. Eigentlich fand ich es sehr schön.
„Ich fand es passend“, entgegnete er nur. „Und von hier aus kommen wir besser zu den Straßen.“
„Ist es auch irgendwie“, grinste ich.
„Na, dann mal los“, lachte er und die Rentiere ritten über den Strand. Schließlich verließen sie ihn und die verlassenen Straßen luden dazu ein die Rentiere genau hinein zu platzieren.
Es war wie im Märchen. Dass die Straßen so verlassen waren fand ich seltsam. Das hier war meine Heimatstadt. Auch wenn sie klein war, war doch immer was los. Auch mitten in der Nacht, wie jetzt. War das wieder so ein Zauber?
Wir brachten die Geschenke in die Häuser. Die Türen ließen sich seltsamerweise öffnen. Wir platzierten sie unter die Tannenbäume wo es immer schön gemütlich wirkte. Als wir fertig waren warteten wir darauf, dass der Morgen anbrach.
„Ich kann kaum glauben, dass ich das hier von nun an nicht mehr allein machen werde“, strahlte Chris. Wir saßen auf einer Bank vor einem Haus, wo wir direkt ins Wohnzimmer sehen konnten. Die Rentiere warteten hinter uns auf uns.
Ein paar Stunden nachdem wir die Geschenke verteilt hatten, kam die Familie aus der Kirche. Uns sahen sie nicht. Ich vermutete, dass wir unsichtbar für sie waren. Die Kinder konnten es kaum erwarten und hüpften wild herum. Und nachdem sie schließlich ein paar Weihnachtslieder gesungen hatten, ging es ans Geschenke auspacken. Das Mädel bekam einen der selbstgemachten Teddybären. Er sah ähnlich aus wie meiner. Sie freute mich wahnsinnig darüber. Der Junge bekam die Spielwiese, die die Wichtel so viel Ärger gemacht hatten. Offenbar freuten er sich riesig darüber. Das ließ mich lächeln. Ihre glücklichen Gesichter vertrieben alles böse aus der Welt. Das war so schön.
Ich lehnte mich an Chris und verschränkte meine Finger mit seinen.
„Kommst du jedes Jahr hierher?“, fragte ich ihn neugierig.
„Ich sehe mir immer die Familie mit den schwierigsten Geschenken an. Ich picke mir immer mindestens eine Familie raus“, antwortete er mir. „Es ist schön ihre glücklichen Gesichter zu sehen. So weiß ich, dass sich unsere Arbeit mal wieder gelohnt hat.
„Das find ich schön. Es zeigt, dass dir das Ergebnis eurer Arbeit etwas bedeutet und nicht nur die Arbeit selbst“, überlegte ich.
„Ganz genau“, stimmte er mir lächelnd zu.
„Und was machen wir jetzt?“, fragte ich ihn.
„Ich dachte, du würdest gerne bei dir zu Hause vorbei gucken“, fand er.
„Oh ja, gern“, srtrahlte ich wie ein kleines Kind. „Können wir?“
„Na klar“, lachte ich.
„Dann los.“ Zu meiner Überraschung gingen wir zu Fuß. Er schien den Weg genau zu kennen. Weißer Schnee türmte sich zwischen den Straßen und ich wurde aufgeregt. Mein Elternhaus lag etwas abgelegt und ich sah in unser Wohnzimmerfenster. Meine Familie sah glücklich aus. Sie verteilten gerade an ihre Geschenke.
„Können sie sich noch an mich erinnern? Wie lange war ich weg?“, fragte ich unsicher.
„Ja, können sie. Und sie vermissen dich, aber es ist ein schönes Gefühl“, sagte er nur. „Möchtest du reingehen?“
„Diesmal nicht. Ich bin noch nicht so weit.“ Ich wollte mit ihnen über alles reden, aber ich brauchte Zeit. „Vielleicht in ein paar Wochen?“
„Kein Problem.“ Chris küsste mich auf den Kopf und flüsterte zärtlich: „Frohe Weihnachten, Nora.“
„Frohe Weihnachten, Chris.“
Und dann küssten wir uns mitten im Garten unserer Eltern und es machte mir überhaupt nichts aus. Es fühlte sich so richtig an. Als würde Chris hier hergehören.
„Hattest du auch mal Eltern?“, fragte ich Chris fast schüchtern. Ich wusste immer noch so wenig von ihm.
„Ja“, nickte er und für einen Moment war sein Gedanken ganz woanders. „Aber darüber lass uns ein andermal sprechen.
„Und was machen wir jetzt?“, wollte ich neugierig wissen.
„Jetzt feiern wir auch Weihnachten. Lass uns aufbrechen. Ich wollte Freunde besuchen und sie dir vorstellen“, erklärte er.
„Und was für Freunde?“ Jetzt wurde ich noch nervöser.
„Gute Freunde“, antwortete er. „Du wirst sie mögen. Sie sind alles Weihnachtsmenschen.“ Und damit stiegen wir wieder in den Schlitten, Chris breitete die Decke über uns beide aus und wir lehnten uns zurück während die Rentiere sich in die Lüfte erhoben. Weihnachten würde von nun an meine liebste Jahreszeit werden. Da war ich mir sicher.

Ende

Und hier ist ein Beispiel wie das Weihnachten feiern mit Freunden aussehen könnte:

Bunt gemischtes Weihnachten in Loreoll: Klick

Ein paar letzte Worte:

Ich kann es nicht fassen. Noras Abenteuer sind wirklich abgeschlossen. Drei Monate lang haben sie mich begleitet, wobei ich auch viel Zeit zwischendurch hatte, wo ich gar nicht geschrieben habe. Ich hoffe, ihr habt Noras Reise in das Weihnachtsdorf genauso genossen wie ich. Irgendwie kann ich es noch nicht richtig realisieren, dass es wirklich vorbei ist …

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4 Gedanken zu “Noras Abenteuer Teil 10: Die Geschenke

Ich freu mich über jeden Zauberkommentar von euch.

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